Weniger Borkenkäfer in NRW-Wälder | WDR aktuell 00:28 Min. Verfügbar bis 10.11.2027

Weniger Borkenkäfer: Wetter scheint den Wäldern in NRW zu helfen

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Borkenkäfer haben den Wäldern in NRW zugesetzt. Jetzt gibt es eine gute Nachricht: Die Zahl der Käfer ist deutlich zurückgegangen. Der Landesbetrieb Wald und Holz gibt aber keine Entwarnung.

Viele Fichtenwälder in der Eifel, im Sieger- und im Sauerland und in Ostwestfalen haben in den vergangenen Jahren unter dem Borkenkäfer gelitten. Er setzt sich unter die trockene Rinde der Fichten und brütet dort. Dadurch werden die Bäume krank und sterben. Der Käfer vermehrt sich explosionsartig - das hat die Försterinnen und Förster sehr herausgefordert. Zuletzt haben sie aber festgestellt, dass die Zahl der Borkenkäfer zurückgegangen ist.

Zahl der Borkenkäfer um etwa die Hälfte zurückgegangen

Das ist er: Der Borkenkäfer | Bildquelle: dpa/Armin Weigel

Der zuständige Landesbetrieb Wald und Holz überwacht die Borkenkäfer-Population. Er hat in den Fichtenwäldern in NRW insgesamt 80 Fallen aufgestellt, die mit einem Botenstoff die Käfer anlocken. In diesen Fallen wurden in diesem Jahr nur ungefähr halb so viele Borkenkäfer gefangen, wie noch im vergangenen Jahr. Nur in der Eifel sei ein kritischer Wert in diesem Jahr wenige Male überschritten worden.

Natürliche Feinde und feuchte Witterung: Rückgang hat vielfältige Gründe

Die Gründe für den Rückgang sind vielfältig: Zum einen ist mit der Vermehrung der Borkenkäfer auch die Zahl der Fressfeinde gestiegen - das ist ein natürlicher Prozess. "Wenn sich ein Parasit besonders stark vermehrt - in diesem Fall der Borkenkäfer -, dann vermehren sich seine Gegenspieler mit", erklärt Nicole Fiegler, Sprecherin beim Landesbetrieb Wald und Holz, gegenüber dem WDR. Die Feinde sind andere Käfer, die die Larven des Borkenkäfers fressen. Auch ein bestimmter Pilz befällt den Borkenkäfer.

Geholfen hat auch, dass es in diesem Jahr vom Frühjahr bis zum Herbst oft geregnet hat und verhältnismäßig feucht war. Das mögen der Pilz und die anderen Käfer, die den Borkenkäfer bekämpfen. Und auch die Fichten selbst sind dann vitaler und können sich besser gegen den Borkenkäfer wehren. Sie schütten Harz aus und verkleben damit die Borkenkäfer. Wenn es zu trocken ist, funktioniert dieser Prozess nicht.

Keine Entwarnung: Trockenes Jahr kann Lage wieder verschärfen

Borkenkäfer-Gänge in einer Fichte | Bildquelle: WDR / Frank R. Weihs

Der Rückzug des Borkenkäfers ist eine gute Nachricht für die Fichtenwälder in NRW. Allein in den Jahren 2018 und 2019 hat der Käfer Erhebungen des Landesbetriebes Wald und Holz zufolge 20.000 Hektar Waldfläche vernichtet. Die Forstämter setzen deshalb bei neuen Bäumen auf solche, die widerstandsfähiger gegen den Borkenkäfer sind - zum Beispiel Ulmen, Buchen oder Eichen.

Entwarnung gibt der Landesbetrieb Wald und Holz nicht: Wenn die Witterung umschlage, könne sich die Lage beim Borkenkäfer schnell wieder ändern. "Wir sind natürlich nicht davor gefeit, dass es nochmal ein starkes Trockenjahr gibt", so Sprecherin Fiegler.

2025 war immer noch zu trocken

Trotz überdurchschnittlich viel Regens im Oktober war das Jahr aus Sicht der Wasserwirtschaft immer noch deutlich zu trocken. In den vergangenen zwölf Monaten seien in NRW in der Summe rund 748 Millimeter Niederschlag pro Quadratmeter gefallen. Das waren im Schnitt 12 Prozent weniger als im langjährigen Mittel, teilte das Landesamt für Natur, Umwelt und Klima mit.

Das sogenannte hydrologische Jahr geht jeweils von Oktober bis Oktober. Viel geregnet habe es nur im Januar und Oktober. Vor allem im Februar und März, aber auch von Mai bis August sei es dagegen zu trocken gewesen. Das gilt besonders für den östlichen Teil Nordrhein-Westfalens.

Weniger Borkenkäfer WDR Studios NRW 10.11.2025 02:11 Min. Verfügbar bis 10.11.2027 WDR Online

Unsere Quellen:

  • WDR-Gespräch mit Nicole Fiegler, Landesbetrieb Wald und Holz NRW
  • Website Landesministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr
  • Vorherige WDR-Berichterstattung
  • Informationen des WDR-Studios Aachen
  • Nachrichtenagentur dpa
  • Mitteilung LANUK NRW