Feuerfalle Batterien im Müll: So schnell kann es brennen
Aktuelle Stunde . 07.07.2025. 14:01 Min.. UT. Verfügbar bis 07.07.2027. WDR. Von Kristina Klusen.
Brände in Recyclinghöfen: Kleine Batterien als unterschätzte Gefahr
Stand:
Am Wochenende hat es in Swisttal erneut in einem Entsorgungsbetrieb gebrannt. Wahrscheinlich war wieder eine Batterie schuld.
Eine kleine singende Grußkarte kann den ganzen Sonntag ruinieren. Den von Christian Hündgen, Geschäftsführer von Hündgen Entsorgung in Swisttal, den Sonntag der Freiwilligen Feuerwehr, die 14 Stunden im Einsatz war um den Brand zu löschen - und den Sonntag der Handball-Spielgemeinschaft Ollheim-Straßefeld, die ein Sportfest wegen des Rauchs absagen musste.
"Wahrscheinlich ist wieder ein Lithium-Ionen-Akku explodiert", sagt Christian Hündgen am Tag danach dem WDR: "Für mich ist das leider schon Routine." Bis zu 30 Mal am Tag, 10.000 Mal im Jahr, brennt es laut einer Studie des zuständigen Verbands in deutschen Entsorgungsbetrieben. Meistens ist ein falsch entsorgter Akku oder eine Batterie Schuld. "Sogar eine kleine singende Grußkarte kann einen Großbrand auslösen."
Wenn eine Batterie zum Beispiel beim Abladen des Mülls beschädigt wird oder sich zu stark erhitzt, kann sie anfangen zu brennen. Auch wenn die Entsorgungsbetriebe eigene Brandschutzanlagen, oft automatisierte Sprinkler-Anlagen zum Löschen haben - manchmal muss trotzdem die Feuerwehr mit mehreren hundert Kräften anrücken, um den Brand zu stoppen. So wie am Sonntag um 7.45 Uhr in Swisttal.
In Swisttal war der Brand am Sonntagabend wieder unter Kontrolle. Anders in der Nähe von Madrid: Dort brannte es nach mehreren Explosionen in einer Batterierecyling-Anlange zwei Tage lang, Anwohner sollten in ihren Häusern bleiben und die Fenster geschlossen halten.
Was alles nicht in die Mülltonne darf
Die ausgelatschten Kinderschuhe, die früher mal geblinkt haben, die E-Zigarette oder das Spielzeug, das mal singen konnte: Es gibt immer mehr Alltagsgegenstände, in denen kleine Batterien verbaut sind, und die schnell achtlos weggeworfen werden. Weitere Beispiele sind:
- Grußkarten mit Musik oder Licht: Viele moderne Grußkarten spielen beim Öffnen Musik ab oder blinken - dafür ist eine kleine Knopfzelle verbaut.
- Schuhe mit Leuchteffekt: Kinderschuhe, die beim Auftreten blinken, enthalten meist eine kleine Batterie.
- Küchengeräte und Küchenhelfer: Beispielsweise singende Eieruhren oder smarte Temperaturfühler zum Kochen nutzen Batterien.
- Elektrische Zahnbürsten und Rasierer: Sie enthalten oft fest verbaute Akkus, an die man beim Entsorgen selten denkt.
- Powerbanks: Externe Akkus für Smartphones und Tablets sind weit verbreitet, werden aber oft vergessen, wenn sie defekt sind.
- E-Zigaretten und Vape-Produkte: Auch hier sind meist Lithium-Ionen-Akkus verbaut.
- Spielzeug: Viele Spielzeuge (etwa blinkende Bälle, sprechende Puppen) enthalten kleine Batterien oder Akkus, die nicht immer direkt sichtbar sind.
- Fernbedienungen für Garagentore oder Autoschlüssel: Sie sind häufig mit Knopfzellen ausgestattet.
- Kopfhörer und Hörgeräte: Besonders kabellose Modelle enthalten kleine Akkus oder Batterien.
Wie ihr die kleinen Geräte sicher entsorgen könnt
Alle Geräte mit einer Kantenlänge unter 25 Zentimetern kann man inzwischen auch in Supermärkten und Discountern abgeben, die ab und zu Elektrogeräte im Angebot haben - bis zu drei Stück auf einmal. Größere oder mehr Geräte kann man bei Wertstoffhöfen oder Schadstoffmobilen abgeben.
Unsere Quellen:
- WDR-Interview mit Hündgen Entsorgung
- BDE Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Kreislaufwirtschaft e.V.
Über dieses Thema berichten wir am 7. Juli 2025 auch im Radio um 12 Uhr bei WDR 4 und WDR 5.