Training für die Profi-Karriere: 6-Jähriger fährt Mini-Motorrad
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Mit 6 Jahren schon Motorrad fahren? Leo Kroll aus Dorsten macht das leidenschaftlich gerne - und zwar auf seinem Pocket-Bike. Die Leidenschaft teilt er mit seinem Vater und seinem Opa. Sein Traum: professioneller Rennsportler werden.
Von Mirjam Ratmann (Text) und Feyza Bıçakcı (Multimedia)
In kompletter Schutzausrüstung samt Helm und Handschuhen legt sich Leo Kroll in die Kurve, umfährt einige Pylonen, legt sich in die nächste Kurve, erreicht mit seinem Motorrad an die 60 km/h. Das wäre alles soweit nichts Ungewöhnliches für einen Motorradfahrer, wäre Leo Kroll aus Dorsten nicht erst sechs Jahre alt.
Erst Pocket-Bike, dann Motorrad?
Deswegen fährt Leo auch nicht ein gewöhnliches Motorrad, sondern ein Mini-Motorrad, ein sogenanntes Pocket-Bike. Auf dem ADAC-Fahrsicherheitszentrum in Haltern am See trifft sich Leo wöchentlich mit anderen Kindern zum Training. Zehn bis 15 Kinder kommen dabei zusammen.
Für ein Pocket-Bike braucht man zwar keinen Motorradführerschein. Doch dass die Kinder wie Leo diesen einst mal machen werden, ist wohl mehr als wahrscheinlich. Motorradfahren ist ein beliebtes Hobby in Deutschland, vor allem unter Männern. Laut dem Kraftfahrt-Bundesamt gab es 2024 knapp fünf Millionen zugelassene Motorräder, Tendenz steigend. Rund 21 Millionen Menschen besitzen einen Motorradführerschein. So wie Leos Vater, Marco Kroll, und sein Opa.
Denn so außergewöhnlich wie Leos Hobby von außen scheinen mag, für die Familie Kroll ist es ganz normal. Marco Kroll und Leos Opa unterstützten Leo als Trainer, Marco Kroll ist selbst seit Jahren im professionellen Rennsport aktiv.
Vater und Sohn teilen ein Familienhobby
"Es soll nach außen nicht so wirken, als wäre das etwas super Besonderes. Es ist einfach unser gemeinsames Hobby", sagt Marco Kroll. "Wir sind einfach froh, dass wir eine schöne Zeit haben." Das gilt auch abseits der Strecke: Regelmäßig tüfteln Vater und Sohn zusammen an ihren Motorrädern. Sein erstes Bike hatte Leo schon mit drei Jahren.
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Manchmal ist Marco Kroll aber einfach nur als Papa gefragt. Gerade hat sich Leo einen Splitter ins Bein gerammt und steigt weinend von seinem Mini-Motorrad. Nachdem er den Splitter entfernt hat, ist Leo schnell wieder zurück auf der Rennstrecke. Worauf er sich am meisten freue? "Einfach aufs Fahren", ist seine schlichte Antwort.
Doch sein Traum ist größer: Profi-Motorradfahrer werden. Um das zu erreichen, trainiert er mehrmals die Woche und nimmt in dieser Saison an seinen ersten Rennen teil - im ADAC Pocket-Bike-Cup. Für seine Pokale, die er gewinnen will, hat er auch schon einen Platz auserkoren: Seine Kinderbücher müssen dann vom Regal weichen.
Über dieses Thema haben wir auch am 12.08.2025 im WDR Fernsehen berichtet: Lokalzeit aus Dortmund, 19.30 Uhr.