Seit 45 Jahren: Mustafa Özcan lebt für den Wochenmarkt in Köln-Nippes
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Seit 45 Jahren kommt Mustafa Özcan mit seinem Textilstand auf den Wochenmarkt in Köln-Nippes, inzwischen ist er sogar Marktsprecher. Ein Tag im Leben des Händler-Urgesteins.
Von Vivienne Zahel, (Text) und Manuela Klein (Multimedia)
Es ist sieben Uhr morgens, mitten in Köln-Nippes. Obwohl noch früh am Tag, herrscht schon reges Treiben auf dem Wochenmarkt. Bereits seit einer Stunde fahren Händler ihre Fahrzeuge vor, entladen Waren, bauen ihre Stände auf und bereiten alles für den bevorstehenden Markttag vor. Einer von ihnen ist Mustafa Özcan.
Traditionsmarkt seit 1900
Bereits seit 125 Jahren findet der Wochenmarkt auf dem Wilhelmplatz in Köln-Nippes statt. Mit einer Fläche von 3.000 Quadratmetern und rund 50 Verkaufsständen zählt er zu den größten Wochenmärkten der Domstadt. Neben frischem Obst und Gemüse verkaufen die Händler von montags bis samstags auch Brot, Käse, Fleisch und Fisch sowie Schuhe und Bekleidung.
Für Mustafa Özcan ist der Wochenmarkt sein Leben. Mit 13 Jahren hat er hier zum ersten Mal angepackt. Inzwischen ist er mit seinem Textilstand seit 45 Jahren dabei und sogar Marktsprecher. Özcan ist im Veedel groß geworden und wohnt auch hier. "Ein Nippeser Jung", wie er selbst über sich sagt.
Wochenmärkte im Wandel
Wie es Anfang der siebziger Jahre auf dem Markt aussah, weiß Özcan noch genau: "Auf dieser Seite waren Obstleute und es gab nur eine Reihe Textilien." Für die Händler heute wird es eher schwerer, so sagt er. Verlängerte Ladenöffnungszeiten und das Internet werben die Kunden ab. "Die jungen Leute können von zu Hause alles bestellen, das macht uns viel kaputt", sagt Özcan, während er eine Rolle Stoff auslegt. Laut des Bundesverbandes der Schausteller sinkt deutschlandweit die Zahl der aktiven Markthändler. Lange Arbeitszeiten bei jedem Wetter seien für viele nicht attraktiv.
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Bunt geht es auf dem Wilhelmplatz zu. Dem Markt-Urgestein gefällt das. Er steht gerne sechs Tage die Woche hinter seinem Stand und verkauft Textilien. Bis zu seiner Rente. An die mag er noch nicht denken. Denn eins steht fest: Ohne den Wochenmarkt geht es auch in Zukunft nicht. Schließlich ist der Markt mit seinem Multi-Kulti-Charakter sein Zuhause.
Über dieses Thema haben wir auch am 24.07.2025 im WDR Fernsehen berichtet: Lokalzeit aus Köln, 19.30 Uhr.