Vier ältere Frauen sitzen in einem Zimmer des Elisabeth-Roock-Hauses in Solingen.

Über 300 Jahre Lebenserfahrung in einem Raum: Das Geheimnis der "100er-WG"

Heimatliebe

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Drei Frauen, gemeinsam haben sie über 300 Jahre Lebenszeit hinter sich. Im Solinger Seniorenheim teilen sie ihre Geheimnisse für ein langes Leben.

Von Josefine Upel, (Text) und Annika Knebel (Multimedia)

In einem Zimmer des Elisabeth-Roock-Hauses sitzen die Bewohnerinnen Christa Grohskamps und Elisabeth Plöhn am Bett von Thea Katterbach - der dritten im Bunde der "100er-WG". Plöhn ist mit 102 Jahren die älteste, die anderen beiden sind 100 Jahre alt. Das überrascht Grohskamps sogar selbst. "94", antwortet sie auf die Frage nach ihrem Alter. "Nein, Sie sind schon 100", ruft ihr eine Pflegerin ins Ohr. Das Hören fällt Grohskamps nicht mehr ganz so leicht. "Och! Mensch!" erwidert diese überrascht, reißt die Arme hoch und lacht herzlich.

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Die drei Bewohnerinnen des Seniorenheims in Solingen gehören zu einer kleinen Gruppe von Menschen, die ein ganzes Jahrhundert oder sogar mehr miterlebt haben. Laut dem Statistischen Landesamt lebten in NRW Ende 2024 knapp 4000 Personen, die 100 Jahre alt oder älter sind. Der demografische Wandel und medizinischer Fortschritt führen dazu, dass die Bevölkerung in Deutschland im Schnitt immer älter wird. Umso wichtiger ist es also, sich fit zu halten.

Was bleibt nach einem Jahrhundert?

"Ich habe viel Sport getrieben", erzählt Grohskamps. "Hochsprung, Weitsprung - ich war immer die Beste." Die 100-Jährige war Leistungssportlerin in der ehemaligen DDR. Wie hoch ihr bester Sprung war? "Das weiß ich nicht mehr, ziemlich hoch auf jeden Fall", sagt sie. In den 50er-Jahren floh sie nach Solingen, bekam drei Kinder und arbeitete als Näherin.

Die 100-jährige Elisabeth Plöhn sitzt auf der Rückbank eines dreirädrigen Kraftfahrzeugs.

Elisabeth Plöhn an ihrem 100. Geburtstag auf der Rückbank eines Trikes

Auch die 102-jährige Plöhn unternahm viele Spaziergänge durch den botanischen Garten oder Wanderungen. "Nach Köln - zu Fuß!", sagt sie stolz. Heute fällt ihr das Laufen schwer, so wie auch Katterbach. Sie liegt in ihrem Bett und betrachtet mit den beiden anderen Frauen alte Fotos von früher. Ihre Augen strahlen bei den Erinnerungen an ein langes, erfülltes Leben. Ihr Rezept? Gute Freunde, Bücher und Kinder. Noch heute besuchen sie ihre ehemaligen Schüler im Seniorenheim.

Über dieses Thema haben wir auch am 02.06.2025 im WDR-Fernsehen berichtet: Lokalzeit Bergisches Land, 19.30 Uhr.