Traumjob Gebäudereiniger? Wie ein junger Mann der Beste in NRW wurde
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Gebäudereiniger sind gefragt wie nie. Die Branche setzt Milliarden um, aber es fehlt an Personal. David Fiegenbaum aus Stadtlohn erzählt, warum er den Beruf liebt - und wie er bei der Deutschen Meisterschaft glänzte.
Von Gianna Robert
Schutzbrille auf, Sicherheitsgurt festschnallen, Hochdruckreiniger in die Hand und rauf auf die Hebebühne. Höhe und Kälte machen David Fiegenbaum bei seiner Arbeit nichts aus. Mit seinem Hochdruckreiniger bearbeitet er die Fassade eines Unternehmens in Borken. Langsam löst sich der Schmutz. "Ich liebe das, wenn es sauber ist. Ich brauche das für mein inneres Wohlbefinden", sagt der beste Nachwuchs-Gebäudereiniger NRWs zufrieden.
Der beste Gebäudereiniger NRWs kommt aus Stadtlohn
Lokalzeit Münsterland. 06.11.2025. 02:40 Min.. Verfügbar bis 04.12.2027. WDR. Von Gianna Robert.
Einen Auszubildenden wie David Fiegenbaum wünschen sich viele Unternehmen. Denn die Nachfrage für Gebäudereiniger ist groß. 2024 lag der Umsatz der Branche allein in Nordrhein-Westfalen laut Landesinnungsverband NRW bei fast sechs Milliarden Euro. Es könnte sogar noch mehr sein - doch wie nahezu überall im Handwerk müssen die Betriebe Aufträge wegen Personalmangel ablehnen. Laut Frühjahrs-Konjunkturumfrage des Bundesinnungsverbands des Gebäudereiniger-Handwerks 2023 traf das auf 45 Prozent der Unternehmen zu. Ein Problem: Der Nachwuchs fehlt. Denn die Zahl der Auszubildenden sinkt laut Landesinnungsverband seit Jahren. Waren es 2008 noch 975 Auszubildende in NRW, lag die Zahl im Jahr 2019 nur noch bei knapp 600.
Was Gebäudereiniger und Zahnärzte gemeinsam haben
Fiegenbaum hat neben der Schule mit der Gebäudereinigung angefangen, um sich Geld dazu zu verdienen. Inzwischen hat er die Ausbildung als Gebäudereiniger erfolgreich abgeschlossen. "Hätte mir jemand mit 17 gesagt: 'Du wirst Gebäudereiniger', hätte ich gesagt: 'Im Leben mache ich nicht den Dreck von anderen Leuten weg.' Aber Hände schmutzig machen gehört im Handwerk dazu", sagt der 23-Jährige heute. Auch er habe den Beruf damals unterschätzt. Heute weiß er: Was für einen Zahnarzt die Zähne sind, sind für einen Gebäudereiniger die Fenster, Dächer und Böden. "Wir Gebäudereiniger putzen überhaupt nicht, wir reinigen. Zuhause putzen wir ja auch die Zähne, aber der Zahnarzt reinigt sie richtig. So kann man das vergleichen."
Als Gebäudereiniger hat David Fiegenbaum seinen Traumberuf gefunden
Mittlerweile hat Fiegenbaum den Hochdruckreiniger zur Seite gelegt. Zuerst reinigt er die Fenster des Gebäudes mit einem Wischer und Spülmittel. Danach zieht er mit einem Abzieher in schwungvollen Kreisen das Wasser ab. "So große Fenster kann man nicht mit einem Lappen reinigen. Das gibt nur Streifen und Geschmier", sagt er. Der Stadtlohner ist in seinem Job ziemlich perfektionistisch. "Ich habe da einen inneren Monk", meint er. Deshalb sammelt er auch das Moos von einem Dach, das eigentlich keiner sieht. "Ich könnte es nicht haben, wenn das so dreckig bleibt", sagt der Handwerker. Dieser Perfektionismus zahlt sich aus.
Wie läuft es bei der Deutschen Meisterschaft?
Im September gewann Fiegenbaum die Meisterschaft zum besten Nachwuchs-Gebäudereiniger in NRW. Im November trat er bei der deutschlandweiten Meisterschaft im Heidepark gegen die anderen Landesmeister an. "Da musste ich Schienen einer Achterbahn, eine verkalkte Gondel und ein Hallenbad reinigen. Eine krasse Herausforderung, aber es hat total viel Spaß gemacht."
Für den ersten Platz fehlt ihm am Ende ein halber Punkt. Als Drittplatzierter kann er sich trotzdem über 500 Euro freuen. Um das Geld geht es ihm aber nicht. "Ich habe gefunden, worin ich aufgehe", sagt Fiegenbaum.
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Münsterland, 06.11.2025, 19.30 Uhr.