Ein Herz für Pommes mit Mayo: Zu Gast beim Kultimbiss "Holzkohle-Grill" in Herne
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Mayo ist ein wahrer Jungbrunnen, meint Suzana Atanascovic. "Sehen Sie sich unsere Haut an!" Das kann man wohl als Beweis gelten lassen, denn Pommes, Bratwurst und Mayo sind seit 30 Jahren ihr Leben. Mit ihren Kolleginnen sorgt sie im Holzkohle-Grill in Herne für strahlende Gesichter.
Von Annika Müller (Text) und Frank Zymny (Multimedia)
Hinter dem Verkaufstresen vom "Holzkohle-Grill" in Herne läuft ein eingespieltes Trio zur Hochform auf: Moni schneidet eine Bratwurst in mundgerechte Stücke. Suzana, besser bekannt als Suzi, holt die Pommes aus der Fritteuse und häuft sie neben der Wurst auf den Teller. Mira rundet das Ganze mit einem großzügigen Klecks Mayonnaise ab. Nach jahrelanger Zusammenarbeit verstehen sich die drei Frauen quasi blind.
Der "Holzkohle-Grill" in Herne ist einer von rund 35.500 Imbissen in Deutschland. So manche Bude und deren Betreiber genießt in ihrer Heimat Kultstatus. So auch Inhaberin Suzana Atanascovic. Sie arbeitet schon seit fast 30 Jahren zwischen Pommes und Mayo in Herne. "Das ist mein Leben" - und ein wahrer Jungbrunnen sei die Mayo noch dazu, scherzt die 56-Jährige.
Hält Mayo die Damen vom Holzkohle-Grill jung?
00:14 Min.. Verfügbar bis 12.07.2027.
Vor drei Jahrzehnten begann Atanascovics Pommes- und Currywurst-Karriere bei einem anderen Herner Kultimbiss: dem Speckmann's an der Sodinger Straße. Hier lernte sie, wie man die perfekte Bratwurst brät, knusprige Pommes frittiert und die würzige Currywurst-Soße zubereitet, für die das Speckmann's auch über Hernes Grenzen hinaus bekannt war. "Ich wollte da nur ein paar Monate bleiben und lernen", sagt die 56-Jährige. Daraus wurden 21 Jahre. Bis zum letzten Tag des Speckmann's im Jahr 2018 blieb sie dem Imbiss treu. Schon damals war die Atanascovic die gute Seele hinter dem Tresen.
Der Traum vom eigenen Imbiss
Nach der Schließung erfüllte Atanascovic sich ihren lang gehegten Traum: ihre eigene Imbissbude. Sie übernahm den Holzkohle-Grill. Und der hat, genau wie das Speckmann's, eine lange Geschichte. Es ist der nach eigener Auskunft älteste Imbiss in Herne. Getreu dem Namen werden die Würstchen hier auf einem echten Holzkohle-Grill gebraten.
Suzi, Moni und Mira (v. l.) haben früher schon im Speckmann's zusammengearbeitet
Während die drei Damen frittieren, servieren und kassieren, betritt ein älterer Mann mit buntem Hawaiihemd den Imbiss. Es ist Stammgast Ernst. Schon Mitte der 60er-Jahre hat er hier regelmäßig Schaschlik und Pommes gekauft, erinnert er sich. Und auch heute holt er sich hier noch mittags seine Bratwurst. "Weil es so lecker ist", sagt er. Einen Kritikpunkt hat er aber, als Atanascovic näher kommt. "Die junge Frau da mit der Brille auf der Nase, die ärgert mich immer. Aber ich ärger sie auch", sagt er, zeigt mit dem Finger auf die Imbiss-Betreiberin und grinst über beide Ohren. Atanascovic lacht herzlich.
30 Jahre hinter dem Tresen und kein Ende in Sicht
Dass im Holzkohle-Grill gern gescherzt wird, merkt man sofort - auch auch unter den Mitarbeiterinnen. Für ihren eigenen Imbiss hat sich die 56-Jährige alte Bekannte an ihre Seite geholt: Mit Moni und Mira hat die Betreiberin schon im Speckmanns zusammengearbeitet. Moni wollte erst gar nicht mit Atanascovic zusammenarbeiten, verrät sie. "Die hat gestriezt", sagt sie lachend. Gestriezt? "Ich war sehr streng", erklärt die Chefin.
Spaß bei der Arbeit: Die Frauen sind mit dem Herzen dabei
00:30 Min.. Verfügbar bis 12.07.2027.
Von schlechter Stimmung ist heute im Imbiss aber keine Spur, im Gegenteil. Wenn man Atanascovic fragt, soll es so noch lange bleiben. 30 Jahre wolle sie noch in dem Imbiss arbeiten, dann wäre sie über 85 Jahre alt. Aber sie hat ja viel Mayo um sich herum, um sich weiter jung zu halten.
Über dieses Thema haben wir auch am 04.06.2025 im WDR-Fernsehen berichtet: Lokalzeit Duisburg, 19.30 Uhr.