Monika Schulte steckt in einer Art Ganzkörperanzug, von dem Schläuche in ein Gerät abgehen. Damit werden ihre Beine massiert, das soll gegen die angesammelte Flüssigkeit helfen. Viermal in der Woche muss die 61-Jährige das über sich ergehen lassen. "Die rechte Körperhälfte ist komplett eingeschränkt. Fußhebeschwäche, Knie, Schulter sind nicht mehr in Ordnung", zählt die Schmallenbergerin ihre Beschwerden auf. Sie kann sich nur mit Rollator fortbewegen.
1993 ging es ihr plötzlich schlecht. Ihre Symptome ähnelten einer Grippe, sie konnte nicht mehr richtig schlafen. Zehn Jahre lang suchte Schulte vergeblich nach einer Diagnose, es ging ihr immer schlechter. Erst eine Selbsthilfegruppe brachte sie auf die richtige Spur. Das Leiden hatte endlich einen Namen: Borreliose. Schuld an ihrem Zustand ist eine Zecke.
Zecken als Überträger von Krankheiten
Zecken können viele Infektionskrankheiten auf den Menschen übertragen. Die häufigste davon ist in Europa die Lyme-Borreliose. Das Robert Koch-Institut schätzt, dass jedes Jahr 100.000 Menschen in Deutschland erkranken. 5.400 Patienten wurden im Jahr 2023 deshalb im Krankenhaus behandelt, so das Statistische Bundesamt.
Je früher eine Zecke entfernt wird, desto geringer ist das Risiko. Die Einstichstelle sollte auf Veränderungen beobachtet werden. Im Zweifel gilt: Besser den Arzt aufsuchen, denn wenn Borreliose früh erkannt wird, kann sie gut geheilt werden. Schweren Fälle, wie der von Schulte, sind selten. Sie hatte den Stich damals gar nicht richtig wahrgenommen.
Damit anderen Menschen solche Folgen erspart bleiben, will sie aufklären. 2008 hat sie deshalb die Selbsthilfegruppe Hochsauerlandkreis gegründet. Hier gibt sie ihr Wissen weiter und unterstützt andere Betroffene. Schulte selbst hat gelernt, mit der Krankheit zu leben.
Über dieses Thema haben wir am 21.03.2025 auch im WDR Fernsehen berichtet: Lokalzeit Südwestfalen, 19.30 Uhr.