Schulkinder sitzen im Stuhlkreis nebeneinander.

Wie fühlt sich Schule mit Autismus an? Fabiana zeigt es ihrer Klasse

Füreinander

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Fabiana ist zehn Jahre alt und Autistin. In ihrer Grundschule in Heinsberg erlebt sie den Alltag ganz anders als ihre Mitschüler - lauter, intensiver, überfordernder. In einem besonderen Projekt erklärt sie ihrer Klasse, was Autismus bedeutet - und erlebt viel Verständnis durch ihre Mitschüler.

Von Vivienne Zahel, (Text) und Sofia Leikam (Multimedia)

Fabiana sitzt mit ihren Mitschülern im Klassenraum der Sonnenscheinschule in Heinsberg. Die Schüler unterhalten sich, manche wippen mit dem Stuhl, andere schlürfen ein Getränk aus einem Trinkpäckchen, Kreide kratzt über die Tafel, Arbeitsblätter rascheln. All diese Geräusche entstehen gleichzeitig und legen sich wie ein Teppich über den Raum. Es ist laut und trubelig und für Fabiana vor allem eins: überfordernd. So geht es der Zehnjährigen oft in der Schule. Denn sie hat Autismus.

Menschen mit Autismus nehmen die Welt auf ihre eigene Weise wahr. Ihnen fällt es schwer, die Gefühle und Bedürfnisse anderer zu verstehen und ihre eigenen auszudrücken. Dadurch ist für sie soziales Miteinander schwieriger. Laut des Bundesministeriums für Gesundheit hat etwa einer von 100 Menschen in Deutschland eine Autismus-Spektrum-Störung. In den vergangenen Jahrzehnten ist die Zahl der Menschen mit Autismus deutlich gestiegen. Ob die Entwicklungsstörung grundsätzlich häufiger vorkommt oder nur mehr Patienten die Diagnose erhalten, ist unklar.

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Dass Fabiana Autistin ist, wissen noch nicht alle in ihrer Klasse. Bis jetzt. Während eines besonderen Kurses will das Mädchen ihren Mitschülern davon erzählen. Autismus-Fachkraft Margarete Könen vom Integrationswerk in Heinsberg unterstützt sie dabei. Könen will den Grundschulkindern vermitteln, was Autismus bedeutet und wie sie achtsam mit Fabiana umgehen können. Denn beim Autismus nimmt das Gehirn Reize intensiver wahr.

Autismus verstehen

Wie anstrengend das ist, sollen die Kinder durch verschiedene Experimente selbst herausfinden. Während die Klasse richtig Lärm macht, versuchen zwei Kinder, Aufgaben zu lösen. Bei der Lautstärke fast unmöglich - Fabiana geht es jeden Tag so. "Wenn man selber erfahren hat, wie es einem geht, dann kann man es besser nachempfinden", sagt Könen über die Experimente.

Rund eine Stunde geht der Kurs. Das Projekt, das gezielt auf Autismus-Aufklärung in Grundschulen abzielt, zeigt Wirkung. In diesem geschützten Raum traut sich Fabiana, sich immer mehr zu öffnen - und die ganze Klasse kann sich ab jetzt ein bisschen besser in die Autistin hineinversetzen.

Über dieses Thema haben wir auch am 14.05.2025 im WDR Fernsehen berichtet: Lokalzeit aus Aachen, 19.30 Uhr.