Eine Frau springt in ein Feuerwehrauto und blickt an der Kamera vorbei

Wie die Feuerwehrschule Mettmann Ehrenamtliche für den Ernstfall fit macht

Füreinander

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Adriana Schröder ist bei der Freiwilligen Feuerwehr, seit sie 12 ist. Trotzdem muss sie regelmäßig den Ernstfall üben: An der Feuerwehrschule in Mettmann wird trainiert, wie eine Menschenrettung abläuft, wie man mit Sauerstoffmaske durch enge Gänge kriecht und welche Szenarios bei der Brandbekämpfung auch die geübtesten Feuerwehrleute in Stress versetzen.

Von Verena Köplin, Sarah Weihsweiler (Multimedia)

Dichte Rauchschwaden ziehen an Adriana Schröders Gesicht vorbei, hüllen sie ein, bis sie komplett darin verschwunden ist. Einige Meter entfernt von ihr schießt immer wieder eine Stichflamme in die Luft. Der dichte, graue Rauch färbt sich orange. "Wasser Marsch", ruft Schröder. Der Wasserstrahl schlägt die Flammen nieder, bis das Feuer aus ist. Nur Glutnester schimmern noch in der verkokelten Feuerschale.

Ehrenamtler: Das Herzstück der Feuerwehrarbeit

Das ist Alltag an der Feuerwehrschule in Mettmann. Hier trainieren Feuerwehrleute wie Adriana Schröder, wie es ist, sich einem echten Brand zu stellen. Der überwiegende Teil von ihnen arbeitet ehrenamtlich. Mehr als 90.000 Menschen in NRW waren 2024 für die Freiwillige Feuerwehr tätig. Zum Vergleich: 2024 gab es dagegen nur rund 11.000 hauptberufliche Feuerwehrleute.

Aßmann mittendrin - Feuerwehr

Aßmann mittendrin 13.03.2026 29:24 Min. UT Verfügbar bis 13.03.2031 WDR

Das liegt auch daran, dass eine Berufsfeuerwehr erst ab 100.000 Einwohnern Pflicht ist. Alle kleineren Gemeinden in NRW verlassen sich komplett auf die Freiwillige Feuerwehr. Die Ausbildung, zum Beispiel hier in Mettmann, ist in beiden Fällen gleich - nur dauert sie für den Ehrenamtler länger, weil sie berufsbegleitend stattfindet.

Schon als Kind im Herzen Feuerwehrfrau

Für Adriana Schröder war schon als kleines Kind klar, dass sie zur Feuerwehr will. "Mein Vater war da schon, meine große Schwester auch - es wurde mir also quasi in die Wiege gelegt", erzählt sie. Auch ihre Zwillingsschwester Alina ist Feuerwehrfrau. Zusammen sind die Schwestern zum, wie sie sagen, frühstmöglichen Zeitpunkt eingetreten. In der Familie Schröder hieß das: Mit zwölf Jahren.

Blick auf ein graues Gebäude, davor stehen Feuerwehrleute

Die Feuerwehrschule in Mettmann

Die Übung heute ist nur eine der Trainingseinheiten, die hier an der Feuerwehrschule regelmäßig stattfinden. Dabei lässt der Ausbilder die Gasflammen per Knopfdruck immer wieder aufflammen. Das simuliert den klassischen Verlauf von Bränden, die sich nie kontrolliert eindämmen lassen.

Ein Mann steht vor einer grellen Flamme an einem Container

Der Trainer bei der Löschübung

Einen solchen haben die Zwillingsschwestern Schröder vergangenes Jahr in Velbert erlebt: Im November waren 180 Feuerwehrkräfte aus ganz NRW beim Brand von Schloss Hardenberg im Einsatz. Drei Tage und Nächte haben sie versucht, das Wahrzeichen von Velbert vor den Flammen zu retten. Der Dachstuhl hatte Feuer gefangen. "Das tat mir schon im Herzen weh", erzählt Schröder. "Das Schloss Hardenberg ist ja das Wahrzeichen von Neviges. Das war ein sehr emotionaler Tag für uns alle."

Atemschutzübungen mit 18 Kilo schwerer Montur

Damit auch unter emotionaler Belastung alles glatt läuft, geht das Trainingsprogramm an der Feuerwehrschule in Mettmann auch weit über reine Löschübungen hinaus. Menschenrettungsaktionen, der Umgang mit giftigen Stoffen und verschiedenste Szenarien der Brandbekämpfung können auf dem Gelände geübt werden. Außerdem gibt es einen vergitterten Parcours für Atemschutzübungen.

Zwei blonde Frauen stehen im Gerätehaus einer Feuerwache und sprechen miteinander

Adriana Schröder (links) mit ihrer Zwillingsschwester Alina im Feuerwehrhaus

In voller, 18 Kilo schwerer Montur geht es da durch: mit feuerfester Kleidung, Sicherheitsschuhen, Sauerstoffflasche und Atemschutzmaske. Der Sauerstoff reicht bei Belastung für 20 Minuten. Wer es in der Zeit nicht schafft, wem der Kreislauf versagt oder wer Panik bekommt, darf keine Einsätze mit Atemschutz machen.

Zusammenhalt und Vertrauen als Basis

Besonders wichtig für die Arbeit bei der Freiwilligen Feuerwehr ist neben Fitness und Stressresistenz aber auch der Teamgeist. Und der wird deutlich, wenn man Adriana Schröder nach dem Training ins Gerätehaus folgt. Bei Currywurst vom Feuerwehr-Imbisswagen und einer kalten Cola wird hier zusammen gelacht. Die Anspannung aus Atemschutzparcours und Löschübung ist verschwunden. Bis zum nächsten Einsatz.

Sendung: ARD Mediathek, Aßmann mittendrin: Feuerwehr, 13.03.2026, 07.52 Uhr.