Simon Rieken, weiß, kurze blonde Haare hat einen Arm um Albert Sagno, schwarz, Brille, die schwarzen Haare zurückgebunden, gelegt, im Hintergrund ist das Brandenburger Tor in Berlin zu sehen

So geht Integration: Malermeister unterstützt Azubi aus Guinea

Füreinander

Stand:

Albert Sagno kam aus Guinea nach NRW und fand mehr als nur einen Ausbildungsplatz in einem Malerbetrieb in Velen: Er fand einen Chef, der für seinen Azubi auch mal quer durch Deutschland fährt.

Von Mirjam Ratmann (Text) und Dennis Burk (Multimedia)

Albert Sagno taucht die Malerrolle in den Farbeimer, lässt die Farbe kurz abtropfen und legt dann los: Mit gleichmäßigen Bewegungen streicht er die Rolle über die Wand, auf und ab, auf und ab. Währenddessen steht sein Chef, der Malermeister Simon Rieken, neben ihm auf einer hölzernen Leiter und streicht mit einer Malerrolle über die Wandränder zur Decke.

Integration dank Ausbildung

Der 21-jährige Sagno ist seit 2024 Auszubildender in Riekens Malerbetrieb in Velen. Sagno sagt: "Simon hat alles gemacht für mich. Dafür kann ich mich nur bedanken."

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In NRW leben laut Statistischem Landesamt rund 3,2 Millionen Menschen, die keine deutsche Staatsbürgerschaft besitzen. Sagno ist einer von ihnen. Der Malermeister besorgte Sagno auch eine eigene Wohnung, sodass er aus der Flüchtlingsunterkunft ausziehen konnte. Als Sagno einen neuen Pass brauchte, begleitete Rieken seinen Azubi nach Berlin zur Botschaft von Guinea. Anschließend gingen sie Döner essen.

Immer mehr ausländische Bewerber auf Azubi-Stellen

Für Rieken ist die Unterstützung selbstverständlich: "Bei jemandem wie Albert, der schnell lernt, arbeitswillig ist und Bock hat zu arbeiten, investiert man die Zeit gerne". Denn wie überall in Deutschland fehlen auch in NRW zunehmend junge Menschen, die eine Ausbildung machen. Allein 2024 waren laut Bundesagentur für Arbeit 12.393 Stellen unbesetzt.

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Dabei nimmt die Zahl der ausländischen Bewerber stetig zu. Auch das zeigen die Zahlen der Bundesagentur: Aktuell haben fast ein Viertel aller Bewerberinnen oder Bewerber auf einen Ausbildungsplatz in NRW, fast 24.000 junge Menschen, eine ausländische Staatsangehörigkeit. Die Hälfte davon sind Asylbewerber - so wie Sagno.

Gerade zeigt Rieken dem 21-Jährigen eine Tapete, die an der Wand angebracht werden soll. Er spricht langsam und deutlich. Denn Sagno hat noch Schwierigkeiten mit Deutsch. Doch auch da findet er bei Rieken Unterstützung: Der Chef gibt seinem Azubi regelmäßig Nachhilfe, denn gute Mitarbeiter möchte er langfristig an den Familienbetrieb binden.

Über dieses Thema haben wir auch am 30.04.2025 im WDR Fernsehen berichtet: Lokalzeit Münsterland, 19.30 Uhr.