Eine Nahaufnahme von Olivia Brandt. Sie lächelt.

Spenden für die Ukraine: Warum diese Aschebergerin nicht aufhört zu helfen

Füreinander

Stand:

Olivia Brandt ist in Russland geboren, ihr Mann stammt aus der Ukraine. Als die russischen Truppen vor mehr als drei Jahren die Ukraine überfallen, kann Olivia nicht einfach nur zusehen. Sie beginnt, Spendentransporte zu organisieren. Bis heute. Wir haben sie in Ascheberg im Münsterland besucht.

Von Lena Breuer

"Die Feuchttücher kommen mit den kleinen Teddybären hier in diese Kiste", ruft Olivia Brandt, schulterlange, braune Locken, blaues Jeanshemd. Die 44-Jährige steht auf ihrer Terrasse vor mehreren offenen Umzugskartons und packt eine große Kiste. "Und lasst uns die Kisten nicht so voll packen, damit die noch getragen werden können." Es eilt, in etwas weniger als einer Stunde werden diese Spenden hier abgeholt und dann Richtung Ukraine transportiert.

So finden die Spender zu Olivia Brandt

00:20 Min. Verfügbar bis 03.06.2027

Brandt koordiniert und organisiert das alles. Hier bei ihr zu Hause ist das zentrale Spendenlager. Auf ihrer Terrasse stapeln sich die Kartons mit Doseneintöpfen, Plastikkrücken und Koffer. Ein Rollator, in Folie gewickelt, steht am Rand, davor liegt eine Kettensäge. "Manchmal ist es wirklich sehr voll hier. Die Menschen in Ascheberg und Umgebung kennen mich mittlerweile, die wissen, wo sie ihre Spenden abladen können", sagt Brandt und lacht dabei.

Hilfe für die Ukraine, die ankommt

Seit mehr als drei Jahren greift Russland die Ukraine an, mehr als 10.000 Zivilisten wurden bislang getötet. Den Menschen in den Frontgebieten fehlt es häufig an allem, da die russische Armee verstärkt die Infrastruktur angreift. Zu Beginn des Krieges im März 2022 war die Hilfsbereitschaft groß, jetzt haben die Spenden nachgelassen, weiß Brandt. "Wir wissen, was die Menschen brauchen und dass sie es auch immer noch brauchen. Wir hören nicht auf", sagt die 44-Jährige mit Nachdruck. "Und da wir hauptsächlich mit Privatpersonen zusammenarbeiten, wissen wir auch ganz genau, wie und wo die Hilfe ankommt."

Durch ihr Team ist Olivia Brandt motiviert, weiterzumachen

00:31 Min. Verfügbar bis 03.06.2027

Ein Foto auf Brandts Handy zeigt eine ältere Frau mit Kopftuch und bunten Krücken in der Hand, ein anderes zeigt Kinder mit verpacktem Schwarzbrot in der Hand vor einer zerschossenen Wand. "Volles Korn" steht auf der Packung. "Das haben wir vor ein paar Monaten verschickt. Die Menschen freuen sich so", erklärt Brandt.

Die Heilerziehungspflegerin ist gebürtige Russin, ihr Mann Ukrainer. Gemeinsam haben sie drei Kinder. "Als Putin angegriffen hat, da konnte ich meinem Mann nicht in die Augen sehen. Mir tut das so weh", erzählt Brandt, während sie eine weitere Kiste packt. "Mir ist wichtig, dass alle Menschen wissen: Nicht alle Russen finden diesen Krieg gut. Ich will helfen!"

Auf einem Parkplatz vor einem Haus parkt ein weißer Transporter.

Selbst der Transporter für die Ukraine wurde Familie Brandt gespendet

Vor dem Einfamilienhaus in Ascheberg hat mittlerweile ein weißer Transporter gehalten - auch das Auto ist spendenfinanziert. Routiniert beladen Brandt und ihre Helfenden den Wagen, bis er voll ist. Die Spenden werden sofort Richtung Osten gebracht, über Kiew, bis an die Front. Die Terrasse ist jetzt fast leer - doch das bleibt nie lange so. Denn die nächsten Spenden kommen bestimmt.

Über dieses Thema haben wir auch am 26.04.2025 im WDR Fernsehen berichtet: Lokalzeit am Samstag, 19.30 Uhr.