Whitney Houston: Höhen, Tiefen, drei Oktaven

Von Ingo Neumayer

Sie war eine der größten und erfolgreichsten Sängerinnen aller Zeiten. Doch neben Glanz und Glamour gab es auch viel Tragik im Leben von Whitney Houston. Vor 40 Jahren erschien ihre Single "The Greatest Love of All".

Whitney Houston

Whitney Houston stammt aus einer musikalischen Familie: Mutter Cissy Houston singt in den Begleitbands von Elvis und Jimi Hendrix, Cousine Dionne Warwick veröffentlicht seit den 60ern einen Hit nach dem anderen und Patentante Darlene Love mischt in Phil Spectors Girlgroup-Szene der 60er ordentlich mit. Kein Wunder, dass Whitney einen ähnlichen Weg einschlägt.

Whitney Houston mit Musikproduzent Clive Davis (1983)

Mit 14 macht sie ihre ersten Aufnahmen und modelt nebenbei auch noch erfolgreich. 1983 entscheidet sie sich dann fürs Showgeschäft und unterzeichnet mit gerade mal 19 Jahren ihren ersten Plattenvertrag. Verantwortlich dafür ist Clive Davis, der schon Janis Joplin entdeckt hatte und maßgeblich an den Karrieren von unter anderem Pink Floyd und Bruce Springsteen beteiligt war.

Whitney Houston in München (1985)

1985 erscheint ihr selbstbetiteltes Debüt und sorgt dafür, dass Houston ordentlich herumkommt. Für Konzerte, TV-Aufzeichungen und Promo-Auftritte fliegt sie um die Welt – und landet auch in München in der Nobel-Disco "P1". Ob der Präsentkorb im Hintergrund Teil der Deko ist oder ein Geschenk von Disco-Besitzer und Feinkost-Unternehmer Michael Käfer?

Whitney Houston (1985)

Ja, es sind die 80er, als Whitney Houston ihre Karriere startet. Das sieht man an ihrem Look und hört man auch an ihren frühen Hits wie "I Wanna Dance With Somebody" oder "How Will I Know". Die sind nämlich ziemlich dance-lastig und sorgen für volle Tanzflächen.

Whitney Houston während des Videodrehs zu "How Will I Know" (1985)

Doch auch getragene Balladen wie "Saving All My Love For You" und "Greatest Love Of All" hat Whitney Houston im Repertoire. Dass ihr Stimmumfang locker und sicher über drei Oktaven reicht, hilft ihr natürlich dabei. Wegen ihrer einzigartigen Mischung aus Pop, Soul und Gospel geben ihr die Medien bald den Spitznamen "The Voice" ("Die Stimme").

Whitney Houston bei der Grammy Verleihung (1988)

Große Gesten zum Schmachten, coole Pop-Songs zum Tanzen – kein Wunder also, dass Whitney Houston mit ihren originell betitelten ersten beiden Alben namens "Whitney Houston" und "Whitney" zum Superstar wird. Es regnet Goldene und Platin-Schallplatten, Bravo-Ottos und Grammys.

Eröffnung der Olympischen Spiele in Südkorea (1988)

Wie steigert man Erfolg? Indem man den Titelsong für eines der größten TV-Ereignisse des Jahres singt. 1988 schmettert Houston mit "One Moment In Time" die Hymne der Olympischen Spiele in Seoul und landet den nächsten Hit. Es gibt keinen Rückblick, in dem sie nicht zu sehen ist. Geschrieben wurde der Song übrigens von John Bettis und Albert Hammond.

Whitney Houston in der Wembley Arena (1988)

Anfang der 90er macht Houstons Karriere einen kleinen Knick. Ihr drittes Album verkauft sich weltweit "nur" zwölf Millionen Mal. Die Vorgängeralben schafften jeweils um die 30 Millionen. Doch mit einem Auftritt beim "Super Bowl" reißt sie das Ruder herum. Mit einer bewegenden Version der amerikanischen Nationalhymne trifft sie mitten ins Herz ihrer Landsleute.

Bobby Brown und Whitney Houston bei der Vanity Fair Oscar Party (2001)

1992 heiratet Houston den R'n'B-Sänger Bobby Brown. Ihr Sauberfrau-Image bekommt dadurch einen Kratzer. Denn Brown gilt als "Bad Boy", wurde mehrmals verhaftet, hat ein Alkohol- und Drogenproblem. Doch die beiden lassen sich nicht beirren. 1993 wird die gemeinsame Tochter Bobbi Kristina geboren.

Whitney Houston und Kevin Costner in "The Bodyguard" (1992)

1992 macht Houston nicht nur einen Ausflug vor den Altar, sondern auch vor die Filmkameras. In "Bodyguard" spielt sie an der Seite von Kevin Costner die Sängerin Rachel Marron. Ihre Schauspielleistung wird von Kritikern zwar zerrissen, aber das ist dem Publikum egal. Es strömt in Massen in die Kinos. Der Film spielt weltweit 411 Millionen Dollar ein.

Whitney Houston während eines Auftritts in der Wembley Arena (1988)

Nicht nur der Film, ebenso der Soundtrack ist ein Mega-Erfolg – darunter auch "I Will Always Love You". Der Song wurde 1973 von Dolly Parton geschrieben und war damals ein Hit in den Country-Charts. Selbst Elvis Presley wollte ihn covern. Dessen Manager verlangte allerdings, dass ihm Parton die Hälfte der Verlagsrechte überließe, doch Parton sagte Nein.

Whitney Houston bei den Billboard Music Awards (1993)

Eine wirtschaftlich äußerst kluge Entscheidung für Dolly Parton. Denn Whitney Houston stellt keine unverschämten Ansprüche, macht aber "I Will Always Love You" zum Megahit. Bis heute ist es die meistverkaufte Single einer Sängerin aller Zeiten. Und auch das Album bricht Rekorde. Der "Bodyguard"-Soundtrack verkauft sich weltweit unglaubliche 45 Millionen Mal.

Whitney Houston bei den NAACP Image Awards (1993)

In den 90ern versucht sich Whitney Houston weiter als Schauspielerin. Doch mit "Waiting To Exhale" und "Rendezvous mit einem Engel" kann sie lange nicht an den "Bodyguard"-Erfolg anknüpfen. 1998 erscheint ihr viertes Album "My Love Is Your Love", auf dem sie sehr modern klingt: Sie unterlegt ihre Stimme mit HipHop-Beats, Reggae-Rhythmen und Dance-Elementen.

(v.l.n..r) G. Hawn, H. Juhnke, W. Houston, U. Jürgens bei der Bambi Verleihung 1999

Diese Verbundenheit mit der "Straße" gefällt einem jüngeren Publikum, während Houston gleichzeitig jeden Empfang und jede Gala mit ihrer Präsenz zum Leuchten bringt. Strahlende Diva und moderne Pop-QueenWhitney Houston ist beides.

Whitney Houston bei den American Music Awards (2009)

Doch im neuen Jahrtausend sinkt Houstons Stern zusehends. Die Ehe mit Bobby Brown ist ein Auf und Ab, dazu kommen Drogen- und Alkoholprobleme. Sie macht Entziehungskuren, wird rückfällig, trennt sich von Brown und versöhnt sich wieder mit ihm. Bei ihren Auftritten ist sie mal derangiert und schlecht bei Stimme, mal strahlt sie wie zu ihren besten Zeiten.

Whitney Houston während eines Auftritts in Hannover (2010)

Letztendlich gerät sie in einen Sog, aus dem sie sich nicht mehr befreien kann. Am 11. Februar 2012 dann der Schock: Whitney Houston wird tot in der Badewanne eines Hotelzimmers in Beverly Hills gefunden. Die Ärzte diagnostizieren Kokainmissbrauch und Herzprobleme. "The Voice" wurde nur 48 Jahre alt.

Ein Hologramm von Whitney Houston in Madrid, Spanien (2020)

Auch 14 Jahre nach ihrem Tod hat die Welt Whitney Houston nicht vergessen. Im Gegenteil: Neben dem "Bodyguard"-Musical, das seit 2012 erfolgreich um die Welt tourt, kehrt die Sängerin in "An Evening with Whitney Houston" zwischen 2020 und 2022 auch als Hologramm noch einmal auf die Bühne zurück. Sie ist und bleibt eben "The Voice".

Whitney Houston stammt aus einer musikalischen Familie: Mutter Cissy Houston singt in den Begleitbands von Elvis und Jimi Hendrix, Cousine Dionne Warwick veröffentlicht seit den 60ern einen Hit nach dem anderen und Patentante Darlene Love mischt in Phil Spectors Girlgroup-Szene der 60er ordentlich mit. Kein Wunder, dass Whitney einen ähnlichen Weg einschlägt.

Mit 14 macht sie ihre ersten Aufnahmen und modelt nebenbei auch noch erfolgreich. 1983 entscheidet sie sich dann fürs Showgeschäft und unterzeichnet mit gerade mal 19 Jahren ihren ersten Plattenvertrag. Verantwortlich dafür ist Clive Davis, der schon Janis Joplin entdeckt hatte und maßgeblich an den Karrieren von unter anderem Pink Floyd und Bruce Springsteen beteiligt war.

1985 erscheint ihr selbstbetiteltes Debüt und sorgt dafür, dass Houston ordentlich herumkommt. Für Konzerte, TV-Aufzeichungen und Promo-Auftritte fliegt sie um die Welt – und landet auch in München in der Nobel-Disco "P1". Ob der Präsentkorb im Hintergrund Teil der Deko ist oder ein Geschenk von Disco-Besitzer und Feinkost-Unternehmer Michael Käfer?

Ja, es sind die 80er, als Whitney Houston ihre Karriere startet. Das sieht man an ihrem Look und hört man auch an ihren frühen Hits wie "I Wanna Dance With Somebody" oder "How Will I Know". Die sind nämlich ziemlich dance-lastig und sorgen für volle Tanzflächen.

Doch auch getragene Balladen wie "Saving All My Love For You" und "Greatest Love Of All" hat Whitney Houston im Repertoire. Dass ihr Stimmumfang locker und sicher über drei Oktaven reicht, hilft ihr natürlich dabei. Wegen ihrer einzigartigen Mischung aus Pop, Soul und Gospel geben ihr die Medien bald den Spitznamen "The Voice" ("Die Stimme").

Große Gesten zum Schmachten, coole Pop-Songs zum Tanzen – kein Wunder also, dass Whitney Houston mit ihren originell betitelten ersten beiden Alben namens "Whitney Houston" und "Whitney" zum Superstar wird. Es regnet Goldene und Platin-Schallplatten, Bravo-Ottos und Grammys.

Wie steigert man Erfolg? Indem man den Titelsong für eines der größten TV-Ereignisse des Jahres singt. 1988 schmettert Houston mit "One Moment In Time" die Hymne der Olympischen Spiele in Seoul und landet den nächsten Hit. Es gibt keinen Rückblick, in dem sie nicht zu sehen ist. Geschrieben wurde der Song übrigens von John Bettis und Albert Hammond.

Anfang der 90er macht Houstons Karriere einen kleinen Knick. Ihr drittes Album verkauft sich weltweit "nur" zwölf Millionen Mal. Die Vorgängeralben schafften jeweils um die 30 Millionen. Doch mit einem Auftritt beim "Super Bowl" reißt sie das Ruder herum. Mit einer bewegenden Version der amerikanischen Nationalhymne trifft sie mitten ins Herz ihrer Landsleute.

1992 heiratet Houston den R'n'B-Sänger Bobby Brown. Ihr Sauberfrau-Image bekommt dadurch einen Kratzer. Denn Brown gilt als "Bad Boy", wurde mehrmals verhaftet, hat ein Alkohol- und Drogenproblem. Doch die beiden lassen sich nicht beirren. 1993 wird die gemeinsame Tochter Bobbi Kristina geboren.

1992 macht Houston nicht nur einen Ausflug vor den Altar, sondern auch vor die Filmkameras. In "Bodyguard" spielt sie an der Seite von Kevin Costner die Sängerin Rachel Marron. Ihre Schauspielleistung wird von Kritikern zwar zerrissen, aber das ist dem Publikum egal. Es strömt in Massen in die Kinos. Der Film spielt weltweit 411 Millionen Dollar ein.

Nicht nur der Film, ebenso der Soundtrack ist ein Mega-Erfolg – darunter auch "I Will Always Love You". Der Song wurde 1973 von Dolly Parton geschrieben und war damals ein Hit in den Country-Charts. Selbst Elvis Presley wollte ihn covern. Dessen Manager verlangte allerdings, dass ihm Parton die Hälfte der Verlagsrechte überließe, doch Parton sagte Nein.

Eine wirtschaftlich äußerst kluge Entscheidung für Dolly Parton. Denn Whitney Houston stellt keine unverschämten Ansprüche, macht aber "I Will Always Love You" zum Megahit. Bis heute ist es die meistverkaufte Single einer Sängerin aller Zeiten. Und auch das Album bricht Rekorde. Der "Bodyguard"-Soundtrack verkauft sich weltweit unglaubliche 45 Millionen Mal.

In den 90ern versucht sich Whitney Houston weiter als Schauspielerin. Doch mit "Waiting To Exhale" und "Rendezvous mit einem Engel" kann sie lange nicht an den "Bodyguard"-Erfolg anknüpfen. 1998 erscheint ihr viertes Album "My Love Is Your Love", auf dem sie sehr modern klingt: Sie unterlegt ihre Stimme mit HipHop-Beats, Reggae-Rhythmen und Dance-Elementen.

Diese Verbundenheit mit der "Straße" gefällt einem jüngeren Publikum, während Houston gleichzeitig jeden Empfang und jede Gala mit ihrer Präsenz zum Leuchten bringt. Strahlende Diva und moderne Pop-QueenWhitney Houston ist beides.

Doch im neuen Jahrtausend sinkt Houstons Stern zusehends. Die Ehe mit Bobby Brown ist ein Auf und Ab, dazu kommen Drogen- und Alkoholprobleme. Sie macht Entziehungskuren, wird rückfällig, trennt sich von Brown und versöhnt sich wieder mit ihm. Bei ihren Auftritten ist sie mal derangiert und schlecht bei Stimme, mal strahlt sie wie zu ihren besten Zeiten.

Letztendlich gerät sie in einen Sog, aus dem sie sich nicht mehr befreien kann. Am 11. Februar 2012 dann der Schock: Whitney Houston wird tot in der Badewanne eines Hotelzimmers in Beverly Hills gefunden. Die Ärzte diagnostizieren Kokainmissbrauch und Herzprobleme. "The Voice" wurde nur 48 Jahre alt.

Auch 14 Jahre nach ihrem Tod hat die Welt Whitney Houston nicht vergessen. Im Gegenteil: Neben dem "Bodyguard"-Musical, das seit 2012 erfolgreich um die Welt tourt, kehrt die Sängerin in "An Evening with Whitney Houston" zwischen 2020 und 2022 auch als Hologramm noch einmal auf die Bühne zurück. Sie ist und bleibt eben "The Voice".

Stand: 17.03.2026, 13:55 Uhr