Architekturwettbewerb in Köln

Heinrich-Böll-Haus soll Museum werden

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Ein Architekturwettbewerb an der TH Köln entwirft die Zukunft des Heinrich-Böll-Hauses in Langenbroich. Studierende zeigen, wie Bölls authentisch erhaltene Wohnung behutsam zum Museum werden kann, ohne die Seele des Ortes zu zerstören.

Im kleinen Ort Kreuzau-Langenbroich in der Nordeifel steht das Heinrich-Böll-Haus, ein alter denkmalgeschützter Bruchsteinhof aus dem 17. Jahrhundert. Hier lebte und arbeitete der Literaturnobelpreisträger Heinrich Böll mit seiner Familie.

Die Wohnung ist fast unverändert: Bücher, Möbel, Schreibutensilien, sogar Kleidung sind noch da. Für Professor Daniel Lohmann von der TH Köln ist das Haus ein wichtiger Erinnerungsort an Böll und seine Frau.

Wie öffnet man einen so privaten Ort?

Architekturstudierende sollen Lösungen finden, wie man Bölls Wohnung für Besucher öffnet, ohne den stillen Charakter zu zerstören. Der preisgekrönte Entwurf des Architekturstudenten Julian Linz macht aus dem Bruchsteinhof ein Museum: behutsam, ohne die Seele des Ortes zu zerstören. Eine zu laute oder eine zu öffentliche Architektursprache wäre nach Ansicht von Lohmann, dem Initiator des Wettbewerbs, unpassend gewesen.

"Und unser erster Preis, Julian Linz, hat einfach eine etwas ländlich orientierte, eine bescheidene Architektursprache gewählt - mit so einer Art Häuschencharakter, mit einem Satteldach und einer Holzfassade." Professor Daniel Lohmann, Technische Hochschule Köln

Bölls Stimme im Dunkeln

Heinrich Böll bei der Verleihung des Literaturnobelpreises im Jahr 1972. | Bildquelle: WDR/dpa

Kern des Entwurfs ist eine "Zeitschleuse" im früheren Fahrradschuppen. Besucher betreten zuerst einen dunklen Raum. Sie hören Bölls Stimme und das Klackern einer Schreibmaschine. So wechseln sie aus ihrer Gegenwart in Bölls Zeit.

Dann öffnet sich das Haus: die alte Küche als Empfang, ein neuer Anbau mit Satteldach und Holzfassade, als Versammlungs- und Ausstellungsraum. Eine sichtbare Fuge trennt Alt und Neu, beide Zeiten bleiben erkennbar. Diese Art der Architektursprache überzeugte schließlich die Jury.

Finanzierung unklar

Ob seine Idee tatsächlich realisiert wird, ist noch offen. Die Stadt Düren als Eigentümerin signalisiert Interesse, konkrete Finanzmittel fehlen jedoch. Julian Linz hofft, den Prozess weiter begleiten zu können. Alle sechs Wettbewerbsentwürfe sind derzeit im Rathaus Düren zu sehen.

Böll-Haus in Langenbroich soll Museum werden

Westart | WDR 23.06.2026 04:35 Min. Verfügbar bis 23.06.2027 WDR Online

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Unserer Quellen:


  • WDR-Gespräch mit Julian Linz und TH Professor Daniel Lohmann

Sendung: WDR 3, Westart, 23.06.2026, 12:10 Uhr