Konsum : So macht Kaufen glücklich: Tipps für weniger Fehlkäufe
Stand: 18.11.2025, 14:30 Von Antonius Tix Glücksfunken
Von Antonius Tix
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Kommentieren [3]Vermeintliche Schnäppchen bei Rabatt-Aktionen wie Black Friday oder Cyber Monday können unser Kaufverhalten stark beeinflussen. Wir haben eine Wirtschaftspychologin gefragt: Lohnen sich die Rabatte wirklich? Und wann macht kaufen auch langfristig glücklich?
Von der Schnäppchenjagd in den Kaufrausch – günstig Einkaufen setzt Glückshormone frei. Das fühlt sich so gut an, dass wir manchmal glatt vergessen, ob wir das gekaufte Produkt wirklich brauchen. Wie behalten wir beim Black Friday Shopping also einen klaren Kopf? Diese einfachen Tipps helfen dir, Fehlkäufe zu vermeiden!
Black Friday & Co: Wie Rabatte unser Kaufverhalten beeinflussen
"50 Prozent Rabatt nur heute!" Rund um den Black Friday im November sehen wir solche Angebote überall. Sie sollen uns vermitteln, dass wir eine einmalige Chance haben, Geld zu sparen. Hinzu kommt, dass scheinbar alle zu dieser Zeit ihre Weihnachtseinkäufe erledigen. Das kann ein Gefühl des Gruppenzwangs in uns auslösen. Wer will schon derjenige sein, der den einmaligen Deal verpasst hat?
Vorsicht! Viele dieser Deals sind gar nicht so einmalig. Rabatte am Black Friday werden meist der Preisempfehlung des Herstellers gegenübergestellt. Diesen Preis verlangt aber kaum ein Händler. Angebliche Rabatte von 50 Prozent bedeuten also oft nur eine Ersparnis von 10 oder 20 Prozent gegenüber dem sonst üblichen Preis.
Um solche Fake Rabatte zu durchschauen, lohnt es sich, die Preisentwicklung eines Produkts über einen längeren Zeitraum zu beobachten. Einige Vergleichsportale bieten genau das an. Da kannst du außerdem einen Preisalarm einstellen, um benachrichtigt zu werden, wenn ein Produkt wirklich besonders günstig angeboten wird.
Neben Fake Rabatten gibt es auch Fake Shops. Sie sind auf den ersten Blick schwer zu erkennen und können dich in die Irre führen. Auf Websites solltest du immer überprüfen, ob es ein Impressum mit seriösen Kontaktdaten gibt. Die Verbraucherzentrale bietet außerdem online den "Fakeshop-Finder" an, in dem du die URL eines Onlineshops überprüfen kannst.
Macht kaufen glücklich?
Einkaufen setzt Glückhormone wie Dopamin in uns frei, insbesondere wenn wir dabei meinen, einen guten Deal zu machen. Obwohl wir Geld ausgeben, fühlt es sich an, als bekämen wir etwas geschenkt. Dieses Gefühl hält allerdings selten lange an und es kann geradezu süchtig machen, sagt Wirtschaftspsychologin Anna Schneider von der Hochschule Trier.
Die Vorfreude auf diese eine neue Sache ist oft größer als die Freude, wenn es einmal da ist. Deshalb: "Bevor wir auf "Bestellen" klicken, hilft es sich zu fragen "Brauche ich das wirklich?" und dabei an den konkreten Nutzen im Alltag zu denken," sagt Anna Schneider. "Am besten schläfst du auch noch eine Nacht drüber." Dann ist der Kopf klarer und es ist einfacher zu erkennen, ob ein Kauf wirklich sinnvoll ist.
"NeuroPricing": Das machen Kaufanreize in unserem Gehirn
Laut der Forschung rund um das sogenannte "NeuroPricing" lenken eine gute Präsentation oder hohe Rabatte vom Preis ab. Kai-Markus Müller ist Professor für Consumer Behavior und untersucht Kaufanreize mithilfe neurowissenschaftlicher Methoden. Müller sagt in einem aktuellen Beitrag des MDR, dass Schnäppchen automatisch mit positiven Emotionen verknüpft sind und die Konsument:innen daher gar nicht mehr nachrechnen.
Teilen und Schenken macht glücklich
Manchmal kaufen wir, weil wir uns schlecht fühlen. Wir wollen uns durch ein neues Produkt besser fühlen oder denken, wir brauchen es, um zu einer bestimmten Gruppe dazuzugehören. Solche Gefühle und Motive sind laut Anna Schneider vollkommen natürlich. Deshalb irgendwelche Produkte zu kaufen, sei aber selten die Lösung.
Stattdessen empfiehlt die Psychologin Käufe, die mit unseren persönlichen Leidenschaften verbunden sind. Zubehör für ein Hobby, zum Beispiel: neue Sportschuhe oder das Häkelgarn, von dem die eine Freundin so geschwärmt hat. Solche Dinge können längerfristiges Glück in uns auslösen. So kann Kaufen glücklich machen.
Umso besser ist es, wenn wir das Gekaufte mit einem sozialen Erlebnis verbinden: Eine gemeinsame Runde laufen oder ein entspannter Häkelabend mit der besten Freundin. Auch Schenken ist eine gute Idee. Das erfüllt uns meist langanhaltender, als uns selbst etwas zu kaufen.
Auch eine Kaufentscheidung: Verzichten kann befreiend wirken
Um Fehlkäufe zu vermeiden, kann es helfen, Produkte erst mal in einer Wunschliste zu sammeln. Wenn uns eins der Produkte davon auch Wochen später noch gefällt, ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass es uns auch wirklich glücklich machen wird.
Merken wir stattdessen, dass wir gar nicht mehr wissen, warum wir dieses Produkt mal so interessant fanden, kann es richtig befreiend sein, es davon zu streichen. Eine sogenannte F*ck-it-Liste funktioniert genauso: Statt aufzuschreiben, was du noch alles brauchst, um glücklich zu sein, schreibst du auf, was du dafür alles nicht (mehr) brauchst.
Umwelt schonen und tauschen anstatt zu kaufen
Laut einer internationalen Umfrage der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC werden am Black Friday vor allem elektronische Geräte und Kleidung gekauft – beides Produkte, die in der Herstellung sehr ressourcenintensiv sind und sich eigentlich auch gut aus zweiter Hand kaufen lassen.
Wie wär’s also, du nimmst den Black Friday zum Anlass für eine gemütliche Tauschparty mit deinen Friends? Das ist günstiger als jeder Rabatt und so werden deine Schränke auch nicht noch voller.
Lohnt sich der Black Friday? (zdf.de)
Günstiger Deal oder Fake-Angebot? (ndr.de)
Quellen:
Interview mit Wirtschaftspsychologin Anna Schneider (hochschule-trier.de)
Warum Schnäppchen wie Drogen wirken (dw.com)
Studie: Black Friday 2023: Krise kann Kauflaune kaum schmälern (pwc.de)
Mit Shopping-Eifer in den Fehlkauf? (tagesschau.de)
3 Kommentare
Kommentar 3: Pia schreibt am 03.11.2025, 10:16 Uhr :
Mann muss nicht immer alles haben was andere auch haben
Kommentar 2: sprunki.net schreibt am 29.03.2025, 07:36 Uhr :
Dieser Kommentar wurde gesperrt, weil er gegen unsere Netiquette verstößt. (die Redaktion)
Kommentar 1: スプランキー、 schreibt am 29.03.2025, 07:31 Uhr :
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