Eine ältere Frau tanzt mit einer jungen Frau im Club.

Austausch Erlebnisse mit Oma und Opa: Diese Projekte verbinden Generationen

Stand: 07.10.2025, 16:40 Von Amezz Ali Gamechanger

Von Amezz Ali

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Zeit mit älteren Menschen zu verbringen, öffnet neue Perspektiven und verbindet Generationen. Gerade in Zeiten, in denen Einsamkeit immer mehr Menschen betrifft, kann dieses Miteinander zum Schlüssel für mehr Zusammenhalt werden. Wir stellen dir deshalb einige Ideen und Projekte vor, die Jung und Alt auf besondere Art zusammenzubringen.

Warum nicht mal mit Oma Mario Kart zocken oder mit Opa in den Club gehen? Ob spielen oder tanzen: Unternehmungen mit älteren Menschen können für alle bereichernd sein. Und auch, wenn du keine Großeltern mehr hast, gibt es viele Initiativen, die Begegnungen zwischen Jung und Alt ermöglichen.

Solche Unternehmungen machen nicht nur richtig Spaß, sondern bringen auch frischen Wind in deinen Alltag. Denn Zeit mit Senior:innen zu verbringen, heißt nicht nur Geschichten von früher zu hören, sondern auch gemeinsam Neues auszuprobieren und voneinander zu lernen.

Feiern mit Senior:innen

Party machen, lauthals singen und die ganze Nacht tanzen. Eine durchzechte Nacht verbindest du sicher eher mit jungen Menschen, oder? Dass das nicht so sein muss, zeigt ein gemeinnütziges Projekt in Brüssel. Zweimal im Jahr organisieren sie eine Partynacht für Senior:innen. Die feiern dann in Clubs gemeinsam mit jungen Menschen. Und damit beim Feiern nichts schiefgeht, sind Pfleger:innen dabei, die aufpassen.

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Unternehmungen mit jungen Menschen können bei Senior:innen dafür sorgen, dass sie ein stärkeres Selbstbewusstsein bekommen und Ängste abbauen. Das geht aus einer Veröffentlichung aus dem Jahr 2021 hervor, für die mehrere Studien ausgewertet wurden (mehr dazu in den Quellen am Ende des Artikels). Im Club kommen außerdem die positiven Effekte der Musik und Bewegung dazu. Aber nicht nur die Senior:innen profitieren. Der Veranstalter verrät, dass auch die jungen Partygäste großen Spaß an der ungewohnten Begegnung haben.

Comfort Food: Essen wie bei Oma

Kennst du das? Oft reicht ein einziger Bissen vom Lieblingsessen bei den Großeltern, um sich zu fühlen wie früher in der Kindheit. Doch nicht immer wohnen die eigenen Großeltern in der Nähe oder sie leben vielleicht nicht mehr.

Dann verschwinden diese nostalgischen Geschmackserlebnisse oft in die hinterste Ecke unserer Erinnerung. Dass das nicht so sein muss, zeigen beispielsweise ein Restaurant in Köln sowie ein Kochclub in Hamburg. Dort kochen ausschließlich “Omas” (oder Opas) in wechselnden Einrichtungen und Cafés. Serviert werden sowohl traditionelle deutsche Gerichte als auch Spezialitäten aus anderen Kulturen. Wie früher bei Oma gibt es auf Wunsch kostenlosen Nachschlag.

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Ist es das Aroma, das mit Blumen verzierte Porzellan oder der Duft des Essens in der Luft, der uns daran erinnert, dass es gefühlt nirgends so gut schmeckt wie bei Oma? Das Phänomen, dass bestimmte Sinneserlebnisse in uns Erinnerungen an früher wecken, wird auch „Proust-Effekt“ genannt. Der Name stammt vom französischen Autor Marcel Proust. In einem seiner Romane verehrt der Erzähler ein Madeleine-Küchlein, was dafür sorgt, dass er plötzlich von Kindheitserinnerungen überflutet wird.

Zocken mit Oma und Opa

Dass Gaming längst nicht mehr nur etwas für junge Menschen ist, zeigt eine Initiative in Köln. Denn dort treffen sich Senior:innen und Jugendliche einmal pro Woche in verschiedenen Einrichtungen, um gemeinsam zu zocken. Für die Älteren bedeutet das, den Umgang mit digitaler Technik zu üben, während die Jüngeren in die Rolle von Expert:innen schlüpfen und ihr Wissen weitergeben können. Doch was hier beide Generationen verbindet, ist der Spaß an der Sache und der soziale Austausch.

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Inzwischen spielt mehr als die Hälfte der Menschen in Deutschland Videogames – und was viele nicht wissen: Rund 20 Prozent der über 65-Jährigen greifen ebenfalls gelegentlich zu digitalen Spielen. Die Interessen überschneiden sich also längst. Warum dann nicht gemeinsam zocken? Der Verband der deutschen Games-Branche sagt: 79 Prozent der Gamer:innen sind überzeugt, dass Videospiele eine Möglichkeit sein können, um Jung und Alt zusammenzubringen.

Einsamkeit

60 Prozent der Menschen in Deutschland kennen das Gefühl von Einsamkeit. Das zeigt eine Studie der Techniker Krankenkasse aus dem Jahr 2024. Besonders jüngere Menschen sind davon betroffen. Unter den 18- bis 39-Jährigen gibt sogar mehr als jede dritte Person an, dass sie das Gefühl von Einsamkeit belastet. Und langfristig kann sich das negativ auf die psychische und physische Gesundheit auswirken.

Auch auf gesellschaftlicher Ebene kann Einsamkeit Auswirkungen haben: Junge Menschen, die sich isoliert fühlen, sind oft unzufriedener mit der Demokratie, erklärt die Bertelsmann Stiftung. Das kann wiederum zu politischer Entfremdung und Radikalisierung führen und gefährlich für die Demokratie werden.

Großeltern zum Ausleihen

„Großeltern zum Ausleihen“ klingt im ersten Moment ungewöhnlich – doch genau das ist möglich. Mehrere Initiativen in Deutschland vermitteln Senior:innen kostenlos oder gegen eine geringe Gebühr an junge Familien mit Kindern, die z. B. keine eigenen Großeltern mehr haben. Die ehrenamtlichen Omas und Opas treffen sich regelmäßig mit “ihren” Enkelkindern, verbringen gemeinsame Zeit beim Spielen, Basteln oder auch bei den Hausaufgaben und werden Teil der Familie.

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Wie bereichernd das Zusammenkommen im Alltag zwischen der jungen und älteren Generation sein kann, zeigt auch ein Projekt in Hamburg. Gestartet ist das Projekt so, dass ein- bis zweimal pro Woche rund 20 Kinder die Senior:innen im Pflegeheim besuchten – oder die Älteren besuchten wiederum die Kinder. Gemeinsam haben sie gesungen, Geschichten gelesen und, wenn es die Gesundheit erlaubte, Zeit im Garten verbracht oder das Mittagessen vorbereitet. Für manche Kinder wurde der Vorlese-Opa dabei sogar zu einer Art Ersatz-Großvater.

Mittlerweile treffen sich die Bewohner:innen mit den Kindern noch einmal im Monat, um gemeinsam Gymnastik zu machen. Das hat laut Wohnheim personelle Gründe. Doch durch das Projekt sind hier neue Formen des Miteinanders enstanden, von denen beide Seite profitieren.

Mehr Erlebnisse teilen

Die Beispiele machen deutlich, wie vielfältig die Möglichkeiten sind, gemeinsame Zeit mit der älteren Generation zu verbringen – und wie sehr das unseren Alltag bereichern kann.

Jüngere Menschen profitieren dabei von der Entlastung und den wertvollen Erfahrungen, während Ältere stärker eingebunden werden und ihre Rolle in der jüngeren Gemeinschaft finden. So entsteht ein vielfältiges Miteinander, in dem alle voneinander lernen können: Ältere teilen ihre unersetzbaren Perspektiven, z. B. als Zeitzeug:innen vergangener Jahre, Jüngere wiederum öffnen Türen in gegenwärtige Lebensbereiche – etwa in die digitale Welt – und sorgen dafür, dass niemand zurückbleibt.

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