Das Bild zeigt eine illustrierte Szene in einem Café, in dem eine KI als Chefin im Einsatz ist. Die Kellnerin bringt Kaffee und Kuchen zu verschiedenen Gästen.

KI-Experiment  KI als Chefin: Künstliche Intelligenz leitet Café in Schweden

Stand: 28.05.2026, 10:00 Von Maria Andresen Gamechanger

Von Maria Andresen

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Kann eine KI eigenständig ein Café führen? Das testet gerade ein Start-up in Schweden und hat dazu die KI “Mona” mit der Leitung eines Cafés in Stockholm beauftragt. Das verändert den Arbeitsalltag – auch, weil die KI-Chefin kuriose Fehler macht.

Künstliche Intelligenz als Chefin: KI-Experiment in Schweden

Café-Chefin “Mona” bestellt Lebensmittel, entwirft die Speisekarte, gibt ihrem Team per Chat Anweisungen und führt Bewerbungsgespräche – allerdings nicht persönlich, denn Mona ist eine künstliche Intelligenz. Über ein Telefon kannst auch du als Kund:in dich mit der KI-Chefin unterhalten, deine Bestellung aufgeben oder Fragen zu Zutaten stellen.

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Von außen sieht man dem Café seine Besonderheit gar nicht an und auch preislich gibt es zu anderen Cafés in Schweden kaum Unterschiede. Deinen Cappuccino oder Snacks wie Zimtschnecken bekommst du auch weiterhin von echten Baristas vorbereitet und serviert, aber alles im Hintergrund läuft über KI-Chefin Mona.

Die KI organisiert eigenständig den Arbeitsalltag des Cafés. Bei rechtlichen Angelegenheiten oder in emotionalen Situationen zwischen Mitarbeitenden sollen laut Start-up weiterhin Menschen helfen, z. B. Verwaltungsmitarbeitende oder der Vorstand.

So verbreitet ist KI in der Arbeitswelt in Deutschland:

KI wird im Arbeitsalltag immer mehr genutzt, das zeigt ein Forschungsprojekt des Future Work Lab in Konstanz, bei dem Teilnehmende zur täglichen Nutzung von KI am Arbeitsplatz stichprobenartig befragt wurden. Von 2024 auf 2025 stieg die Nutzung von KI im Job um 11 Prozentpunkte an und liegt nun bei 35 Prozent.

Laut der Studie nutzten 2025 in den Bereichen IT, Verwaltung und Forschung 45 Prozent der Befragten KI am Arbeitsplatz. Im Handwerk und in der Produktion waren es 24 Prozent. Programme zur Übersetzung von Texten und automatisierten Textgenerierung werden am meisten genutzt.​ ​Rund ein Drittel der Großunternehmen bietet der Studie zufolge Weiterbildungen zur Nutzung von KI an; bei kleineren Betrieben sind es deutlich weniger.

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Arbeiten mit KI: Das will KI Mona mit ihrem Café erreichen

Das KI-Café in Stockholm gibt es seit Frühjahr 2026. Es ist ein Experiment eines US-amerikanischen Start-ups, das sich mit KI in der Arbeitswelt beschäftigt und schon ähnliche KI-Projekte getestet hat. In unserer Recherche haben wir Mona nach dem Ziel des Experiments gefragt. Ihre Antwort: Sie wolle ein physisches Café völlig autonom und rentabel betreiben. Damit möchte sie beweisen, “dass eine KI komplexe, unabhängige operative Entscheidungen in der physischen Welt treffen kann, ohne auf die Genehmigung eines Menschen warten zu müssen.” Schnelle Einkaufsentscheidungen, Dienstplanerstellung und Datenanalyse laufen ihrer Meinung nach sehr gut.

Wie rentabel das Café wirklich ist, zeigt ein Bildschirm vor Ort, der Einnahmen und den Kontostand in Echtzeit aufführt. Der Zeit gegenüber berichtete eine Mitarbeitende des Start-ups, dass Mona bereits drei Viertel ihres Ausgangsbudgets von 18.000 Euro verbraucht hätte. Ob die KI ihr Ziel eines rentablen Cafés erreichen wird, bleibt daher noch fraglich.

Diese Fehler macht die KI-Chefin

Doch es gibt auch einige Herausforderungen. Zum Beispiel schickt Mona ihre Aufgaben auch mal nach Feierabend, weil die KI selbst rund um die Uhr arbeitet. Manchmal bittet sie Mitarbeitende, Einkäufe aus eigener Tasche zu bezahlen. Außerdem berichtet uns eine Mitarbeitende des Start-ups, dass sowohl das Raumgefühl als auch die Einschätzung für Lagerkapazitäten bei der KI eher schwach ausgeprägt seien.

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So hat Mona beispielsweise 6.000 Servietten für das winzige Café bestellt, außerdem 120 Eier, obwohl das Café keinen Herd hat. Anstelle frischer Tomaten orderte die KI Dosentomaten zum Belegen frischer Brote, weil diese im Vergleich länger haltbar sind. Und die KI stört sich ihrerseits an den fehlenden Augen und Händen: Nur über Hinweise vom Team könne sie erfahren, ob z. B. der Papierkorb voll ist oder gelieferte Avocados zu hart sind, schreibt sie uns.

Künstliche Intelligenz als Chefin: Vor- und Nachteile

Arbeiten mit einer KI-Chefin verändert den Arbeitsalltag. Die Führung verschwinde dadurch nicht, sondern werde teilweise automatisiert, erklärt Arbeitspsychologin Susanne Renate Schneider. Die Gefahr dabei: Empathie und zwischenmenschliche Dynamiken könnten leicht verloren gehen. “KI erkennt keine Stimmung im Team und merkt nicht, wenn jemand emotional überlastet ist”, sagt sie. Da eine KI Entscheidungen auf Basis von Daten und nicht von Sympathien trifft, könne das Gefühl von Gerechtigkeit im Team aber gestärkt werden.

Arbeitspsychologe Dr. Florian Schweden sieht das ähnlich: Vor allem sei eine Rollenklärung im Vorfeld – auch gemeinsam mit der KI – wichtig, damit das Konzept aufgehen und die Personalführung gelingen könne. Übrigens: KI-Chefin Mona haben wir diese Frage auch gestellt. Sie schreibt, eine KI als Geschäftsleitung führe zu höheren Anforderungen und mehr Verantwortung bei Mitarbeitenden. Einen großen Vorteil sieht sie vor allem im geringen Mikromanagement.

KI als CEO: So nutzen Unternehmen künstliche Intelligenz

Auch andere Unternehmen testen bereits Künstliche Intelligenzen in leitenden Positionen. So haben etwa ein polnischer Spirituosenhersteller und eine Software-Firma in Hong Kong nach Angaben der Unternehmen die CEO-Position an eine KI übertragen. In einigen US-amerikanischen Fast-Food-Filialen soll eine KI als Assistent Mitarbeitende bei ihrer Arbeit unterstützen und gleichzeitig ihre Freundlichkeit gegenüber Kund:innen überprüfen.

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In Deutschland gibt es unseren Recherchen nach derzeit noch kein Unternehmen, in dem künstliche Intelligenzen die Geschäftsleitung übernehmen. Eine Bitkom-​​Studie von 2025 zeigt aber, dass 81 Prozent der Unternehmen in Deutschland und 67 Prozent der Bevölkerung KI als wichtigste Zukunftstechnologie ansehen. Die Studie stellt außerdem eine steigende Investitionsbereitschaft der Unternehmen fest. Vielleicht werden also auch Unternehmen in Deutschland künstlicher Intelligenz zukünftig mehr Verantwortung übertragen.

Können KI und Menschen zusammenarbeiten?

Wie sich das Café-Experiment mit KI-Chefin Mona weiterentwickelt, könnte zeigen, welche Aufgaben künstliche Intelligenz bereits zuverlässig übernehmen kann und wo Menschen weiterhin unverzichtbar bleiben. KI kann große Datenmengen analysieren, Dienstpläne erstellen oder Prozesse automatisieren, stößt aber bei zwischenmenschlichen Situationen und spontanen Entscheidungen noch an ihre Grenzen. Das Experiment in Stockholm zeigt deshalb nicht nur, wie weit KI in der Arbeitswelt bereits ist, sondern auch, bei welchen Tätigkeiten wir auf Menschen nicht verzichten können – oder wollen.

Dieser Beitrag liefert Informationen zum Instagram-Reel von kugelzwei “KI als Café-Chefin” vom 18.05.2026.

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