Ein futuristisch gestaltetes Einkaufszentrum mit vielen Pflanzen. Eine Person trinkt einen Kaffee an der Brüstung, im Erdgeschoss bietet ein Händler seine Waren auf einem Teppich an.

Shopping 4 Beispiele, wie das Einkaufszentrum der Zukunft aussehen könnte

Stand: 15.08.2025, 12:00 Von Vincent Kretschmer Gamechanger

Von Vincent Kretschmer

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In Zeiten von Online-Bestellung und unsicherer Wirtschaftslage sind manche Einkaufszentren von Leerstand bedroht. Aber es gibt Möglichkeiten, ihnen doch wieder Leben zu schenken.

Shopping-Center als Treffpunkt statt reiner Einkaufsmeile

Der Boom der Shopping-Center ist vorbei. Während die Anzahl in Deutschland seit den 60er-Jahren jährlich gestiegen ist, geht sie seit 2023 erstmals zurück. Expert:innen meinen, dass der Markt gesättigt ist. Die gut 500 Einkaufszentren stehen vor Herausforderungen wie der Konkurrenz durch Online-Handel. Die unklare Wirtschaftslage sorgt außerdem für knappere Budgets bei der Kundschaft.

Aber das muss nicht das Ende der Shopping Malls sein, vielmehr kann es der Ausgangspunkt einer Neuausrichtung werden: Weg von einer reinen Ansammlung klassischer Ladengeschäfte hin zu einem sozialen Treffpunkt, der zum einen Teil des alltäglichen Lebens sein, zum anderen ein besonderes Freizeitangebot bieten könnte. Ein Ort, wo Menschen nicht nur für den kurzen Einkauf hingehen, sondern wo sie auch gerne verweilen.

1. Der Mall-Freizeitpark

“Retailtainment” nennt sich das, also eine Mischung aus Einzelhandel und Spaß. Hier werden, wie in einem Einkaufszentrum in der Nähe von Darmstadt, z.B. Fahrgeschäfte ins Einkaufszentrum gebaut. Sowohl Kinder als auch Erwachsene können sich dann beim Zip-Lining, beim Klettern oder auf dem Free-Fall-Tower vergnügen. Dadurch wird potenzielle Kundschaft angelockt und die Halle mit Leben gefüllt.

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In einer Mall in Québec geht man sogar noch weiter und hat einen kompletten Freizeitpark in ein Shopping-Center gebaut. Neben den mehr als 200 Läden gibt es hier 15 Fahrgeschäfte – von einer Achterbahn, die durch die Halle rauscht, über ein Riesenrad bis hin zu verschiedenen Kirmes-Schaukeln. Um mitfahren zu dürfen, brauchst du ein Armband, das pro Tag so viel kostet wie der Eintritt in einen vergleichbaren Freizeitpark.

2. Einkaufszentrum als Rückzugsort

Die “Stille Stunde” ist ein Konzept, das in Deutschland immer größere Verbreitung findet. Ziel ist es, auf die Bedürfnisse neurodivergenter Menschen einzugehen, für die der reizüberflutete Alltag eine Herausforderung darstellt, und um Aufmerksamkeit dafür zu schaffen. Dazu wird in teilnehmenden Geschäften das Licht gedimmt und Geräusche wie Musik vermieden. Die Aktion beschränkt sich meistens auf eine Stunde wöchentlich.

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Aber wie wäre es, so eine “Stille Stunde” auf ein komplettes Einkaufszentrum auszuweiten? Ein Einkaufszentrum in der Nähe des britischen Birminghams hat dies eingeführt. Jeden Samstagmorgen von 09:00 bis 10:00 wird hier ein ruhiger Einkauf ermöglicht. In einem anderen in der Nähe von Newcastle gibt es das sogar zweimal wöchentlich. Natürlich können dann auch nicht neurodivergente Menschen die entspanntere Einkaufsatmosphäre genießen.

Malls können auch an einem heißen Sommertag Zuflucht vor der Hitze liefern, da sie meist klimatisiert sind. In manchen kannst du sogar Waldbaden gehen, also die entspannende Wirkung von Bäumen und Sträuchern erleben. So hat z. B. das Einkaufszentrum im chinesischen Chongqing eine Grünfläche von 6.000 Quadratmetern. Der Flughafen von Singapur beherbergt neben einer Mall auch einen Indoor-Wald mit 900 Bäumen und 60.000 Büschen.

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3. Einkaufszentrum trifft auf Flohmarkt

Das klassische Einkaufszentrum hat mit Leerstand zu kämpfen. Und sobald die ersten Läden gehen, folgen oft andere, da leerstehende Malls weniger einladend wirken. Um dem entgegenzuwirken, könnten die leeren Ladenlokale auch anders genutzt werden. So wurde in St. Ingbert ein ehemaliger Kleidungsladen als Flohmarktfläche benutzt. Die Stadt Saarbrücken unterstützt das, weil sie damit die Innenstadt wiederbeleben möchte. Ähnlich könnte das auch in Malls funktionieren.

Es gibt auch Läden, die Regale vermieten. So musst du dich nicht selbst um den Verkauf kümmern. Und sogar die Online-Händler zieht es zurück in die Läden der realen Welt. So betreibt eine Online-Plattform für Second-Hand-Artikel seit diesem Jahr Pop-up-Stores. Hier kannst du für begrenzte Zeit besonders hochwertige Klamotten kaufen, die auf der App angeboten wurden.

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4. Einkaufszentrum als Wohnraum

Eine weitere Möglichkeit, eine Mall mit Leben zu füllen, ist es, dort Wohnraum zu erschließen. In den USA ist das schon ein etablierter Prozess, hier haben schon Dutzende Malls Apartments bauen lassen. Und auch in Deutschland gibt es das schon: Ein Einkaufszentrum in Leipzig beherbergt auf dem Dach 31 Wohnungen, die einen Ausblick über die Stadt bieten. Die Bewohner:innen haben es also nicht weit zum Einkaufen.

Neben Wohnraum fehlt es auch in vielen Städten an Kinderbetreuung. In Aschaffenburg wurde ein ehemaliges Karstadtlager auf dem Dach eines Shopping-Centers in einen Kindergarten umgebaut, der Platz für 99 Kinder bietet. Darüber hinaus kann man auch Menschen mit anderen Anlaufstellen des alltäglichen Bedarfs anziehen, z. B. mit Arztpraxen, Fitnessstudios oder Bürgercentern. Oder es wird ein kulturelles Angebot geboten über Kunstausstellungsräume oder Theaterbühnen.

Einkaufszentren sehen sich einer großen Herausforderung gegenüber. Dass sie sich wandeln müssen von der einfachen Ansammlung an Geschäften, scheint angesichts der Online-Konkurrenz offensichtlich. Das könnte gelingen, wenn hier ein Angebot entsteht, das über den einfachen Konsum hinausgeht, und Menschen ein Raum geboten wird, in dem sie zusammenkommen können.

Mehr zum Thema:

Wie Shopping-Center neue Wege gehen (mdr.de)

Leerstand im Einzelhandel: Wenn Einkaufszentren zum Freizeitpark werden (Tagesschau.de)

Gegen Leerstand: Neue Konzepte für Shopping-Center (br24.de)

Quellen:

EHI Shopping-Center-Report 2025 (Leseprobe) (shopping-center-report.de/)

Méga Parc in Québec (mega-parc.com)

Netflix Haus in den USA (netflix.com)

Stille Stunde im Touchwood, Birmingham (touchwoodsolihull.co.uk)

Stille Stunde im Metro Center, Newcastle (themetrocentre.co.uk)

Forest Valley im Jewel Changi Airport, Singapur (jewelchangiairport.com)

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