Ein Mann beim Blutspenden. Neben ihm sieht man Belohnungen in Form von Gutscheinen und Süßigkeiten und eine angedeutete Palme im Hintergrund

Blutspende Hier kriegst du für deine Blutspende eine Belohnung

Stand: 06.06.2025, 12:30 Von Anestis Jordanidis Gamechanger

Von Anestis Jordanidis

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Bluttransfusionen können Leben retten, aber es kommt immer wieder zu Engpässen bei den Blutspenden. In anderen Ländern zeigt sich, dass Menschen zur Spende motiviert werden können, wenn es sich für sie lohnt.

Rund 47 Prozent aller Menschen in Deutschland haben schon einmal Blut gespendet. Damit versorgen sie die Krankenhäuser, die täglich 15.000 Blutspenden für Operationen, Behandlungen von schweren Krankheiten und die Versorgung von Unfallopfern benötigen. Aber, besonders im Sommer kommt es oft zu Engpässen, weil Menschen im Urlaub sind oder wegen der Hitze nicht spenden. Dann kann es beispielsweise passieren, dass OPs verschoben werden müssen.

Zu wenig Blutspenden – Was können wir tun?

Daten des Paul-Ehrlich-Institutes zeigen, dass die Bereitschaft zur Blutspende nur langsam ansteigt. Vielleicht auch, weil es kaum Anreize dafür gibt?

Teilweise gibt es in Deutschland für die Blutspende eine Entschädigung. Für eine Vollblutspende können das um die 20 Euro sein, in vielen Blutspendezentren bekommst du mit Ausnahme von Snacks und Getränken aber auch keine Belohnung.

In anderen Ländern gibt es hingegen einen freien Tag oder sogar Steuererleichterungen. Hältst du das für eine gute Idee? Schreib uns deine Meinung in die Kommentare!

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Polen: Blutspender:innen sparen Steuern

Polen lockt Blutspender:innen mit Steuervergünstigungen. Es gibt dabei eine Grenze: Bis zu sechs Prozent des Einkommens können durch Blutspenden zusätzlich eingenommen werden

Die Belohnung für Blutspenden in Polen: Süßigkeiten

Wer angestellt ist, bekommt außerdem einen Nachweis für den Arbeitgeber. Auf diese Weise wird der Tag der Blutspende zu einem freien Tag. Seit 2023 ist es sogar möglich, auch den Tag nach der Blutspende zusätzlich frei zu nehmen. Doch damit nicht genug: Spender:innen bekommen obendrauf noch ein großes Süßigkeiten-Paket. Die Menge ist vom Gesundheitsministerium vorgegeben: 4.500 Kilokalorien Süßzeug als Entschädigung pro Blutspende. Das entspricht gut acht Tafeln Schokolade oder rund 1,3 Kilogramm Gummibärchen.

Tschechien: Sauna-Aufguss, Massagen und Zahnpasta für Spendende

In Tschechien gibt es im Gegenzug für eine Blutspende Entspannung: Spender:innen erhalten Gutscheine für Wellness-Angebote wie Schwimmen, Massagen oder die Sauna. Neben dem Wellnessangebot können Blutspendende in Tschechien auch eine Steuerermäßigung bis zu 3000 CZK in Anspruch nehmen.

Italien: Staatlich finanzierter Mini-Urlaub lockt zur Spende

In Italien gibt es für die Blutspende einen freien Tag, und der zeigt Wirkung: Eine Studie von Verhaltensökonom:innen zeigt, dass die Bereitschaft zur Spende dadurch steigt. Für die Untersuchung wurden Daten von mehr als 2.500 Blutspender:innen einer italienischen Stadt verglichen. Personen, die sich nach der Spende den restlichen Tag freinehmen durften, haben 30 Prozent öfter gespendet.

Die Besonderheit in Italien: Der freie Tag wird vom Staat bezahlt. Unternehmen haben also keinen finanziellen Nachteil, wenn ihr Personal Blut spendet.

Appell an die Solidarität statt Blutspende mit Belohnung

Könnten all diese Anreize vielleicht dazu führen, dass Menschen das System ausnutzen? Also zum Beispiel, indem sie bewusst Dinge verschweigen, die sie als Spender:in eigentlich disqualifizieren – nur um an die Belohnung zu kommen? In Österreich heißt es vom Roten Kreuz, dass die Blutspende ein Akt der Solidarität sei.

Andere Länder appellieren an das Gewissen der Bevölkerung. So zum Beispiel in Dänemark. Der Wunsch, anderen zu helfen, soll hier im Vordergrund stehen – nicht die Belohnung. Ähnlich geht es in Belgien und Frankreich zu, wo es für die Blutspende kein Geld gibt.

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Dankes-Benachrichtigung nach Blutspendetermin

"Deine Blutspende wurde eingesetzt“ – schon wenige Worte können helfen, Menschen zum Blutspenden zu motivieren. Unter anderem in Schweden bekommst du eine solche Dankes-SMS, sobald das von dir gespendete Blut zum Einsatz kommt und einem anderen Menschen geholfen hat. Anstelle von materieller Belohnung zielt dieser Ansatz auf die persönliche, intrinsische Ebene.

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Dass es funktioniert, zeigen aktuelle Studien, an denen unter anderem die Uni Hamburg beteiligt war. Die Feedback-Nachrichten können die Zahl der Spenden um zehn Prozent pro Jahr steigern und helfen auch, inaktive Spender:innen wieder zu motivieren. Weil die Nachverfolgung der Spenden ohnehin gesetzlich vorgeschrieben ist, ist der Aufwand für die Blutspendedienste nicht unnötig hoch.

Wer Blut spenden will, muss Voraussetzungen erfüllen

Ob mit oder ohne Anreiz: Neben der persönlichen Entscheidung zur Blutspende gibt es weitere Bedingungen, die Blutspender:innen erfüllen müssen. In Deutschland gilt ein Mindestalter von 18 Jahren. Wer dazu noch gesund ist, keiner Risikogruppe angehört und mehr als 50 Kilogramm wiegt, darf Blut spenden, seit 2023 ohne Altersobergrenze. Um Diskriminierung zu verhindern, findet die Risikobewertung von Blutspenden seit 2023 außerdem unabhängig von Geschlechtsidentität und sexueller Orientierung statt. Potentielle Spender:innen werden nicht mehr nach ihrer sexuellen Orientierung, sondern nach der Anzahl der Sexualpartner und der Sexualpraxis befragt.

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Kommentare zum Thema

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20 Kommentare

  • 20 Pinguineins 27.08.2025, 13:31 Uhr

    Mich würde es reizen, wenn ich zu meiner Blutspende die Testergebnisse (die sie sowieso machen müssen, ob's brauchbar ist, oder nicht?) zugesendet bekomme. Dann würde ich es freiwillig mind. einmal im Jahr machen, und entlaste dadurch meinen Hausarzt mit meinem Arztbesuch und meinen Portmonaie, weil ich das große Blutbild selber zahlen müsste. Durch den regelmäßigen Check, kann ich bei Auffälligkeiten frühzeitig etwas dagegen tun.

    • d.r. Bambus 14.01.2026, 13:43 Uhr

      Ein grandioser Vorschlag.....bitte an die Institutionen weiter geben - keine Zsatzkosten doch Gesundheitsprävention für Blutspendende

  • 19 Kommentierer 22.06.2025, 04:34 Uhr

    Ich helfe in meiner Praxis Menschen mit Angst vor Spritzen, die viele vom Spenden abhalten. Wie wäre es, wenn die Behandlungskosten übernommen werden?

  • 18 Karo 20.06.2025, 00:22 Uhr

    Wenn es schwierig ist, ausreichend Spender zu finden, sollten gute Ideen übernommen werden, um es attraktiver zu machen. Hauptsache ist doch, dass mehr gespendet wird. Vermutlich fragt man als Empfänger auch nicht nach, was der Antrieb hinter der Spende ist. Ich spende seit vielen Jahren und mache es nicht der Geschenke wegen. Und doch hinterlässt es ein Gefühl von fehlender Wertschätzung, wenn daran mehr und mehr gespart wird.

  • 17 Christine 19.06.2025, 23:37 Uhr

    Ich würde es sehr begrüßen, wenn es in Deutschland wieder mehr Belohnungen für die Blutspende geben würde. Es ist mittlerweile schon beschämend welche billigen Geschenke auf dem Tisch zum mitnehmen bereit liegen. Ich gehe eigentlich gerne zum spenden, fühle mich aber mittlerweile ausgenutzt. LG

  • 16 Anonym 19.06.2025, 06:53 Uhr

    Wenn Belohnungen motivierend wirken, könnte man Blutspende und Deutschlandticket zueinander bringen. Z.B. eine Vergünstigung für Blutspender?

  • 15 Verena 18.06.2025, 22:15 Uhr

    Ich fände ein aktuelles großes Blutbild und das Ergebnis der ohnehin gemachten Untersuchungen am gespendeten Blut einen Anreiz zum Spenden. So ein großes Blutbild ist sinnvoll für die eigene Gesundheitsvorsorge, besonders, wenn man das Ergebnis mit seinem Hausarzt bespricht. Und es ist sinnvoll, wenn die Blutspender auf ihre Gesundheit und Ernährung achten.

  • 14 Kati 14.06.2025, 12:43 Uhr

    Hallo zusammen, ich verstehe nicht so ganz warum sich ständig beschwert wird, dass zu wenig Blut gespendet wird, so wie heute in den Nachrichten, aber nichts dagegen getan wird. Ich muss ehrlich sagen, dass so eine Blutspende ja wirklich an den Kräften nagt (ich selbst konnte bislang kein Blut spenden aber in der Familie im Ausland wird gespendet). Man braucht einfach etwas Zeit um sich zu regeneriern und kann nicht am selben Tag körperlich schwere Arbeit vollbringen. Ich verstehe, dass das freiwillig ist und man jetzt keine Geschenke oder Gled bekommen muss (wie es teilweise in anderen Ländern gemacht wird), aber wenigstens den Tag von der Arbeit zusätzlich frei zu bekommen, damit der Körper zu sich kommen kann nachdem ein halber Liter Blut abgenommen wurde,ist wohl das mindeste. Ich verstehe nicht warum andere Länder das schaffen und Deutschland als doch so fortschrittliches Land so hinterher hängt. Ehrlich einzige Erklärung für mich, dass es doch nicht so notwendig ist. LG

  • 13 Anonym 13.06.2025, 12:58 Uhr

    Ich habe Jahrelang regelmäßig Blut gespendet. Ich wohne auf dem Land und das DRK kommt 4x im Jahr in meine Gemeinde. Seit einiger Zeit muss man zwingend mindestens 48 Stunden vorher einen festenTermin am Spendetag vereinbaren. Das passt nicht in meinen Arbeitstag, seitdem spende ich nicht mehr!

    • Kugelzwei 13.06.2025, 15:01 Uhr

      Vielen Dank für deinen kleinen Erfahrungsbericht! Schade, dass die neuen Änderungen nicht mit deinem Arbeitsalltag vereinbar sind. Liebe Grüße vom Kugelzwei-Team

  • 11 Tina aus NRW 12.09.2024, 17:47 Uhr

    das model mit der sms finde ich schön! und der verwaltungsaufwand wäre sicher geringer als wenn es geld oder freizeit geben würde, ich vermisse auch busse, die firmen und kleine standorte/städte anfahren um blutspenden einzusammeln, da ist noch luft nach oben…

  • 10 Ulrike 12.09.2024, 15:41 Uhr

    Klar, ein ganzer oder auch nur halber Tag frei wäre ein prima Anreiz! - Ich habe noch nie Blut gespendet, u.a. weil es schwer in den Alltag zu integrieren ist (wenn man 40 Std/Woche arbeitet).

    • kugelzwei 12.09.2024, 21:15 Uhr

      Mit dem freien Tag wäre es auf jeden Fall besser in den Alltag integrierbar. :)

  • 9 Sandra 05.05.2024, 15:27 Uhr

    Ich finde die Idee mit der SMS nett. Es würde mir Freude bereiten zu hören, dass mein Blut verwendet wurde.