Ein Straßenschild mit der Aufschrift "Immermannstraße". Darunter das Wort auf Japanisch.

Das japanische Leben in Düsseldorf spielt sich rund um die Immermannstraße ab

Little Tokyo in Düsseldorf Alles über das japanische Viertel am Rhein

Stand:

In Düsseldorf gibt es das einzige Japanviertel Deutschlands. Von der japanischen Küche bis zur ostasiatischen Kultur und Traditionen gibt es im Herzen des Rheinlands viel zu entdecken.

Von
Erik Acker
Erik Acker

Düsseldorf ist für vieles bekannt: seine Mode, die Rheinuferpromenade und den Karneval. Doch eine Besonderheit hebt die Stadt hervor - das japanische Viertel rund um die Immermannstraße in der Nähe des Hauptbahnhofs. In "Little Tokyo", wie es liebevoll genannt wird, wurde nicht nur der erste japanische Buchladen Deutschlands eröffnet. Der Stadtteil ist ein Magnet für Fans der japanischen Kultur und ein wichtiges Zentrum für die japanische Gemeinschaft in Deutschland. Was macht diesen Stadtteil so besonders?

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Japanische Kultur in Düsseldorf 

Etwa 8400 Japanerinnen und Japaner leben nach Angaben der Stadt in Düsseldorf. Damit bildet die Stadt am Rhein bundesweit die größte japanische Gemeinschaft. In Düsseldorf befindet sich das einzige Japanviertel Deutschlands, es gibt eine japanische Schule und mehrere japanische Kindergärten.

Doch wie kam so viel Japan nach Düsseldorf? Nach dem Zweiten Weltkrieg kamen viele Japaner ins Rheinland, um im Bergbau oder der Landwirtschaft zu arbeiten. Seit den 1950er-Jahren siedelten sich auch japanische Unternehmen in der Stadt an. Besonders die Nähe zu wichtigen Wirtschaftsregionen wie dem Ruhrgebiet und die gute Infrastruktur machten Düsseldorf für japanische Firmen attraktiv.

Immer mehr Mitarbeiter und ihre Familien bauten sich in Düsseldorf ein Zuhause auf. Nach und nach entstanden Geschäfte, Restaurants und kulturelle Einrichtungen, die den Bedürfnissen der Gemeinschaft entsprachen und bis heute Einblicke in die japanische Kultur bieten.

Die Vielfältigkeit von Little Tokyo

00:22 Min. Verfügbar bis 23.05.2027

Das Japanviertel rund um die Immermannstraße wird liebevoll "Little Tokyo" genannt. Hier wurde nicht nur der erste japanische Buchladen Deutschlands eröffnet. Der Stadtteil ist ein Magnet für Fans der japanischen Kultur und ein wichtiges Zentrum für die japanische Gemeinschaft in Deutschland. Der japanische Einfluss spiegelt sich nicht nur in der Architektur und den Geschäften wider, sondern auch in der Alltagskultur des Viertels.

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Little Tokyo: Ein einzigartiger Ort in Deutschland

Wer heute durch Little Tokyo schlendert, wird schnell feststellen, dass die japanische Küche hier eine zentrale Rolle spielt. Von Sushi und Ramen bis hin zu Takoyaki, das ist ein kleiner, runder Snack mit Tintenfisch - die Auswahl an Restaurants ist riesig.

Besonders beliebt ist das "Naniwa" an der Oststraße, das seit Jahrzehnten als eine der besten Adressen für authentische Ramen gilt. Das sind japanische Nudelsuppen, die meistens mit Huhn, Schwein oder Gemüse gekocht werden. Auch das Restaurant "Takumi" an der Immermannstraße bietet diese Mischung aus Fast- und Slow-Food schon seit vielen Jahren an.

Inhaber Ryusuke Kaizaki erklärt, was die Zutaten im Takumi so besonders macht

00:33 Min. Verfügbar bis 23.05.2027

Wer etwas Süßes zum Nachtisch möchte, kann in einem der japanischen Cafés, wie dem "Kumo" oder "Tenten Coffee" an der Oststraße, einen Matcha-Latte oder Dorayaki, eine Art Pfannkuchen mit süßer Bohnencreme, probieren. Dass sich an Wochenenden oder zur Rush-Hour auch mal Schlangen vor den verschiedenen Lokalen bilden, ist nichts Ungewöhnliches.

Einkaufen wie in Japan

Wer nach einer Möglichkeit zum Shoppen sucht, kommt in Little Tokyo auch auf seine Kosten. Im "Shochiku" oder im "Tains", zwei asiatischen Supermärkten, gibt es alles, wonach Japan- und Asien-Begeisterte suchen: von frisch zubereiteten Gerichten über Reiskocher bis hin zu traditionellen Gewürzen und Geschirr.

Manga- und Anime-Fans finden in Geschäften wie "Takagi" oder "Manga-Mafia Store" eine große Auswahl an Comics, Büchern und Figuren. Liebhaber der japanischen oder asiatischen Kunst und Kultur finden hier in der Regel genau das, wonach sie suchen.

Little Tokyo im Wandel

Das Viertel hat sich in den vergangenen Jahren etwas gewandelt. Was einst hauptsächlich auf die Bedürfnisse der japanischen Community zugeschnitten war, ist heute ein beliebtes Ziel für ein breiteres Publikum geworden. Das wachsende Interesse an japanischer Kultur, Küche und Popkultur zieht nicht nur Einheimische, sondern auch Touristinnen und Touristen an.

Neue Restaurants und Geschäfte sind hinzugekommen, die sich zunehmend an Nicht-Japaner richten. Läden wie "DaBamDaBoo" bieten nicht nur Waren aus Japan, sondern auch Importe aus dem ganzen asiatischen Raum an. Auch koreanische Geschäfte oder vietnamesische Restaurants ergänzen das Stadtbild rund um die Immermannstraße. Doch vorherrschend ist nach wie vor das japanische Angebot.

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Japanische Gärten und Tempel mitten im Rheinland

Über Little Tokyo hinaus bietet Düsseldorf noch mehr japanische Kultur, die es zu entdecken lohnt. Im Norden der Stadt befindet sich in einer Ecke des Nordparks ein japanischer Garten, auch der "Garten der Besinnung" genannt. Der Landschaftsarchitekt Iwaki Ishiguro und sein Sohn Shojiro legten ihn in den 1970er-Jahren an. Zwischen den Schwarzkiefern mit ihren wolkenförmigen Kronen ragen kunstvoll gearbeitete Steinlaternen hervor. Besonders im Frühjahr, wenn die zahlreichen Kirschbäume blühen, entsteht ein ganz besonderes Japan-Flair.

Ruhe und Kraft tanken im EKŌ-Haus

00:25 Min. Verfügbar bis 23.05.2027

Einblicke in die japanische Kultur und den Buddhismus bekommen Interessierte zudem im EKŌ-Haus im Stadtteil Niederkassel. Dort stehen unter anderem ein Tempel, in dem buddhistische Andachten stattfinden sowie ein im japanischen Stil gebautes Haus, in dem jeden Monat Teezeremonien durchgeführt werden. Alles umgeben von einer japanischen Gartenanlage, die kostenlos zugänglich ist.

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Japan-Tag: Ein Highlight für die Stadt

Zwei Cosplayer zum Videospiel League of Legends stehen am Rheinufer

Das Cosplay-Treffen ist ein fester Bestandteil des Japan-Tags

Ein besonderer Anlass, um die japanische Kultur in Düsseldorf kennenzulernen, ist der seit mehr als 20 Jahren stattfindende Japan-Tag. 2024 kamen laut Veranstalter rund 630.000 Besucher. Letztes Jahr wurde diese Zahl aufgrund des wechselhaften Wetters nicht erreicht.

Es gibt rund um die Altstadt zudem Vorführungen von Kampfkünsten, traditionelle Taiko-Trommeln und auch kulinarisch hat der Tag einiges zu bieten. Viele verschiedene japanische Köstlichkeiten werden an Ständen angeboten. Das Highlight ist für viele das Feuerwerk am Abend. Der nächste Japan-Tag findet am 23.05.2026 statt.

Unsere Quellen:

  • Stadt Düsseldorf
  • Düsseldorf Tourismus
  • D.Live
  • EKŌ-Haus

Sendung: WDR.de, XX, 17.04.2026, 17:11 Uhr.

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