Faszination Eisenbahn: Mit Volldampf durchs Brohltal

WDR 04:02 Min. Verfügbar bis 11.03.2028

Brohl Eisenbahn fahren wie vor 100 Jahren mit der Dampflok

Stand:

In Brohl kann man Bahnfahren wie vor 100 Jahren. Mit einer alten Dampflok und Waggons in denen die Zeit scheinbar still steht. 

Von
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Marc-André Schröter

Das Wichtigste in Kürze

  • Dampf- und Dieselloks ziehen nostalgische Wagons von Brohl bis Engeln.
  • Ehrenamtliche Eisenbahner betreiben die Touristen-Attraktion jedes Jahr ab Mai.
  • Die Brohltalbahn feiert mit vielen Aktionen ihr 125-jähriges Jubiläum.

Brohtalbahn: Fahrgäste sitzen und stehen im offenen Wagon hinter der Dampflok.

Ganz nah am Rhein und kurz hinter der Landesgrenze von Rheinland-Pfalz liegt in Brohl der kleine Bahnhof der Brohltalbahn. Auch nach 125 Jahren dampft eine schwere, schwarze Lok am Anfang des Zuges, der die Besucher in wenigen Minuten rund zehn Kilometer bis nach Oberzissen bringen wird. Jedes Jahr im Mai startet die Saison des sogenannten "Vulkan-Express".

Eisenbahn transportierte Vulkangestein an den Rhein

Was heute eine Touristen-Attraktion ist, war früher die Lebensader der Region. Am 14. Januar 1901 fuhr die Schmalspurbahn das erste Mal. Damals brachte sie vulkanische Mineralien wie Tuffstein, Basalt und Trass an den Rhein, die im Brohltal abgebaut wurden. Da der Transport ab den 1960er-Jahren immer mehr auf Lkw umgestellt wurde, verlor die Strecke an Bedeutung.

Ab dem Jahr 1977 wurde die Bahn in großen Teilen auf Touristen-Fahrten umgestellt. Das lief gut an, aber in den 1990er-Jahren stand die Bahn immer wieder vor dem Aus. Dank der "Interessengemeinschaft Brohltal Schmalspureisenbahn" und dem Landkreis Ahrweiler konnte eine endgültige Stilllegung verhindert werden. 

Es stinkt zwar, aber es ist sehr schön, mit der alten Dampflok zu fahren! Anke Heinrichs, Fahrgast

Brohltalbahn: Nostalgie zieht Fahrgäste an 

Zum 125-jährigen Jubiläum ist die Brohltalbahn ein beliebtes Ausflugsziel. Bis zu 80.000 Fahrgäste fahren jedes Jahr mit der Brohltalbahn. Gerade wenn einmal im Monat die alte Dampflok fährt, sind die Waggons voll.

Viele Gäste fahren ein Stück mit und wandern wieder zurück, so wie Rosemarie Haak aus Heinsberg. "Es ist Nostalgie pur". Andere Fahrgäste fahren von Engeln oder Oberzissen direkt wieder zurück. 

Bahnfahrt wie eine Zeitreise durchs Brohltal

In den Waggons scheint die Zeit stillzustehen. Mit viel Liebe zum Detail sind alte Holzbänke, Gepäckablagen aus Stahlrohren oder ein nostalgischer Speisewagen gut erhalten.

Alter Wagon mit Holzbänken und Gepäckablage.

Die Fahrgäste bekommen das Gefühl, auf einer Zeitreise zu sein. "Das ist ganz toll, da kommen viele schöne Erinnerungen hoch. So ist man früher gereist", erinnert sich Dieter Nettekoven, der die rund eine Stunde Anfahrt aus Alfter bei Bonn immer wieder machen würde. 

Ehrenamtliche Leidenschaft für die Brohltalbahn

In der über 100 Jahre alten Dampflok stehen heute Marcel Haase und Martin Bickenbach. Sie sind zwei von vielen ehrenamtlichen Eisenbahnern, die die Bahnstrecke am Leben erhalten.

Zwei Männer in Uniform stehen im Führerhaus einer alten Dampflokomotive.

"Früher habe ich mit meinem Vater mit der Modelleisenbahn gespielt, heute hier vorne mitfahren zu können, ist schon ein Kindheitstraum, der in Erfüllung geht", sagt der 25-jährige Marcel Haase, der am Ende des Jahres sein Medizin-Studium abschließen wird. 

Brohltalbahn: Fahrplan, Kosten und Ausblick 

Neben dem Wochenende fährt die Bahn mit Dieselloks immer Dienstags und Donnerstags auf dem Fahrplan. Für eine Fahrt bezahlt man 12 bis 15 Euro. Am ersten Juni-Wochenende feiern sie das 125-jährige Jubiläum mit einem Oldtimer-Festival.

Ein Geschenk hat der Verein jetzt schon erhalten: Das Mobilitätsministerium von Rheinland-Pfalz hat sieben Millionen Euro für die Sanierung der Strecke bereits zugesagt. 

Unsere Quellen:

  • WDR-Reporter im Interview mit Marcel Haase und Dieter Nettekoven
  • Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität (Rheinland-Pfalz) 
  • Brohltal-Schmalspureisenbahn Betriebs-GmbH
  • SWR 

Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Bonn, 08.05.2026, 19:30 Uhr
Erstveröffentlichung des Artikels am 10.05.2026

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