Ausflug nach Haus Bürgel: zwischen Römern, Rheinauen und Kaltblütern
WDR. 03:17 Min.. Verfügbar bis 03.06.2028.
Wenn die Sonne scheint, muss Louisa Jansky nicht lange überlegen, wohin sie mit ihren beiden Töchtern fährt. Statt auf den nächsten Spielplatz geht es am Wochenende meist zum Haus Bürgel.
"Spielplätze werden irgendwann langweilig. Hier entdecken die Kinder immer etwas Neues." Louisa Jansky
Kaltblutzucht rettet das klassische Arbeitspferd
Lotta und Josefine sind verrückt nach Pferden. Auch deshalb kommen sie hier voll auf ihre Kosten. Auf den grünen Weiden um das alte Römerkastell gibt es nämlich ganz besondere Exemplare: Die Kaltblutzucht Reuter sorgt hier nämlich dafür, dass das Jahrhunderte alte Rheinisch-Deutsche Kaltblut nicht ausstirbt.
"Das Kaltblut ist ein klassisches Arbeitspferd. Nach dem Aufkommen der Traktoren hat man die in der Landwirtschaft nicht mehr gebraucht. Deswegen sind sie vom Aussterben bedroht", erklärt die Pferdezüchterin Katrin Reuter.
Aktuell leben knapp 30 Exemplare auf den Weiden um Haus Bürgel.
Katrin Reuter züchtet die Kaltblüter
Reise in die Vergangenheit
Schon nach wenigen Minuten wird klar: Haus Bürgel ist mehr als ein Museum. Zwischen den historischen Gebäuden grasen mächtige Kaltblüter, auf den Wegen des weitläufigen Geländes begegnen sich Spaziergänger, Radfahrer und Familien. Denn Haus Bürgel liegt eingebettet in die Urdenbacher Kämpe, eines der bedeutendsten Naturschutzgebiete am Niederrhein.
Genau hier verlief vor fast 2.000 Jahren die Grenze des Römischen Reiches. Nur wenige Schritte entfernt von den Pferdeweiden beginnt eine Reise in die Vergangenheit.
Weitläufiges Gelände rund um Haus Bürgel
Der Rhein als Grenzfluss
Bei einer Führung mit Sascha Röhrig, einem sogenannten Limes-Cicerone, wird diese Geschichte lebendig. Der Experte für den Niedergermanischen Limes führt Besucher durch die Überreste des ehemaligen römischen Kastells, auf dessen Fundamenten Haus Bürgel errichtet wurde. Er erklärt, wie die Römer hier einst den Rhein als Grenzfluss sicherten.
Aber auch ohne Führung, kann man im Museum vieles über die spannende Historie des Rheinlandes lernen.
Auf den Spuren der Römer
Heute ist vom damaligen Römerkastell auf den ersten Blick wenig zu erkennen. Doch wer genauer hinsieht, entdeckt Spuren einer Zeit, als die Römer hier lebten. Der Niedergermanische Limes, seit 2021 UNESCO-Welterbe, erzählt von Handel, Kultur und dem Leben an der Grenze zwischen römischer Welt und germanischen Stämmen.
Römische Schilde
Genau diese Mischung macht den Reiz von Haus Bürgel aus. Während Kinder Pferde beobachten oder über die Wiesen laufen, können Erwachsene in die Geschichte der Region eintauchen. Naturerlebnis, Familienausflug und Geschichtsstunde liegen hier nur wenige Meter voneinander entfernt.
Erlebnisse für die ganze Familie
Als die Familie ihren Rundgang beendet, zieht es die Mädchen noch einmal zu den Kaltblütern. Die Römer sind für einen Moment vergessen. Die Pferde hingegen bleiben in Erinnerung. Vielleicht ist genau das das Besondere an Haus Bürgel: Jeder Besucher nimmt etwas anderes mit nach Hause - eine Begegnung mit Tieren, einen Spaziergang durch die Rheinauen oder einen Blick in fast zwei Jahrtausende Geschichte.
Haus Bürgel ist samstags, sonntags und feiertags zwischen 10 und 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt ins Museum kostet für Erwachsene vier Euro. Für Kinder und Jugendliche ist der Eintritt frei.
Unsere Quellen:
- Reporter vor Ort
- Haus Bürgel
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit aus Düsseldorf, 03.06.2026, 19:30 Uhr
