Sascha Hilperts Film "Formen moderner Erschöpfung"
Westart . 15.11.2025. 05:06 Min.. UT. Verfügbar bis 15.11.2027. WDR. Von Jörg Laaks.
Sascha Hilperts Film "Formen moderner Erschöpfung"
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Goethe sprach von "Weibischem Zagen", später wurde Nervenschwäche diagnostiziert, heute beschreibt "Burn-out" den Zustand, wenn einen Menschen die alltäglichen Kräfte verlassen. Regisseur Sascha Hilpert macht in seinem neuen dokumentarischen Spielfilm ein Sanatorium zum Schauplatz für eine Archäologie der Erschöpfung.
Seit über hundert Jahren kommen Menschen an diesen Ort, die auf Heilung hoffen. Auch Nina und Henri, beide in der Lebensmitte, ausgebrannt und aus verschiedenen Milieus. Das Haus schneit ein und alles wird langsam und leise. Die Geister und Geschichten aus den langen Korridoren werden zum Begleiter ihrer Tage. Während die zwei sich die Leviten lesen und ihre Einsamkeit vergessen wollen, gräbt eine Historikerin im Hausarchiv nach Dokumenten aus der Frühzeit der Kuranstalt. Sie erforscht das Sanatorium als Knotenpunkt moderner Erschöpfungsgeschichte und spannt für eine Dissertation einen Bogen von der Neurasthenie zur "inneren Unruhe" der Gegenwart.
Autor des TV-Beitrags: Jörg Laaks