- Sendehinweis: Hier und heute | 5. Februar 2026, 16.15 - 18.00 Uhr | WDR
Was bei Bankschließfächern gilt
Bankschließfächer gelten trotz des Vorfalls in Gelsenkirchen als vergleichsweise sicher, sagt Rechtsanwältin Rita Reichard. Und das auch für größere Summen. Wichtig ist allerdings, dabei immer auch auf den ausreichenden Versicherungsschutz zu achten.
Denn: „Auch wenn das viele denken, der Inhalt von Schließfächern von Banken ist nicht automatisch versichert“, sagt Reichard. Bei vielen Banken ist zwar eine Schließfachversicherung im Mietpreis enthalten. Diese kann aber sehr unterschiedlich hoch sein – von etwa 2500 bis 50 000 Euro. Und es ist auch möglich, dass über den Mietvertrag gar kein Versicherungsschutz besteht.
Bei höheren Werten rät Rita Reichard, einen höheren Versicherungsschutz zu vereinbaren. „Das geht möglicherweise über die Hausratversicherung, eine zusätzliche Schließfach- oder Wertversicherung oder eine Erhöhung des bestehenden Versicherungsschutzes bei der Bank.“
Liegt der eingelagerte Wert über der vereinbarten Versicherungssumme, tragen die Kunden selbst das Risiko. Die Bank hingegen ist verpflichtet, „den Schließfachraum angemessen gegen unbefugten Zugriff zu sichern und nach dem anerkannten Stand der Technik zu schützen“. Tut sie das nicht, muss sie unter Umständen für den gesamten Inhalt des Schließfachs haften.
Bargeld und Wertsachen sicher aufbewahren
Hier und heute. 05.02.2026. 09:37 Min.. Verfügbar bis 05.02.2028. WDR.
Welche sicheren Alternativen es gibt
Bargeld und Wertsachen hingegen im eigenen Haus oder in der Wohnung aufzubewahren, bietet nur begrenzte Sicherheit, sagt Reichard. Das gilt vor allem, wenn dies ungesichert geschieht. Denn zum einen seien lose Verstecke leicht zu finden. Zum anderen ersetzt die Hausratversicherung ungesichertes Bargeld meist nur in geringer Höhe – abhängig vom Versicherer beispielsweise bis zu 1500 Euro.
Wer Wertsachen und Bargeld trotzdem zu Hause aufbewahren möchte, sollte dies zumindest in einem fest verankerten, zertifizierten Tresor tun, rät die Referentin für Versicherungsrecht der Verbraucherzentrale NRW. Dies kann nicht nur den Schutz erhöhen; in Absprache mit dem Versicherer lässt sich so auch eine höhere Summe versichern.
Grundsätzlich raten die Verbraucherzentralen: Je höher der Betrag, desto riskanter ist die Aufbewahrung zu Hause. Eine Alternative seien bankenunabhängige Anbieter von Schließfächern – welche sich in gewünschter Höhe gegen Aufpreis versichern lassen. Höhere Bargeld-Beträge hingegen seien besser auf Giro-, Tages- oder Festgeldkonten aufgehoben.
Auf Bankkonten sind höhere Geldbeträge besser geschützt.
Dort sind sie durch die gesetzliche Einlagensicherung bis 100 000 Euro pro Kunde und Bank geschützt. „Höhere Beträge können je nach Institut ebenfalls abgesichert sein“, sagt Reichard. „Alternativ können Sie höhere Beträge auf mehrere Banken verteilen.“ Und für langfristige Geldanlagen kämen auch Wertpapierdepots in Betracht. „Diese gelten als Sondervermögen und sind selbst bei einer Bankeninsolvenz geschützt.“
Was man grundsätzlich beachten sollte
Doch ganz gleich, wo man Wertgegenstände oder Bargeld lagert – achten sollte man immer auch auf die richtige Dokumentation, sagt Reichard. „Erstellen Sie immer eine Inventarliste und sammeln Sie Belege und Fotos über den Inhalt, um im schlimmsten Fall den Schaden gut nachweisen zu können.“
Gerade bei alten Wertgegenständen wie etwa geerbtem Schmuck gebe es allerdings häufig keine Rechnungen mehr. „Hier kommt es für den Versicherer auf die Glaubwürdigkeit und Verlässlichkeit der Verbraucherangaben an“, sagt Reichard. Hier kann es hilfreich sein, wenn Zeugen den Inhalt des Tresors oder Schließfaches bezeugen können.