Was weiß mein Handy über mich?
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Ist Ihnen das auch schon mal passiert? Sie reden mit Freunden über ein bestimmtes Produkt, und kurz darauf ploppt auf ihrem Smartphone eine Werbeanzeige dazu auf. Ob das Zufall ist und wie sie ihre Daten schützen können, darüber sprechen wir mit Datenschutzexperte Stefan Schiffner.
- Sendehinweis: Hier und heute | 20. Mai 2026, 16.15 - 18.00 Uhr | WDR
Was unsere Handys über uns wissen
Die Sorgen vor der vollständigen Überwachung durch das Smartphone seien mitunter sicherlich übertrieben, sagt Informatik-Professor Stefan Schiffner. Aber: „Aus der Luft gegriffen ist das auch nicht.“ Denn allein um telefonieren, surfen oder das Navi nutzen zu können, müsse das Handy schon relativ viel über uns wissen, „zum Beispiel, wer und wo ich bin“.
Hinzu kommt: „Oft erlauben wir Diensten freiwillig, alle möglichen Daten über uns zu sammeln – wonach wir suchen, welche Seiten wir anschauen und wo wir uns aufhalten“, sagt Schiffner. So wird man vor Benutzung einer App oder dem Besuch einer Website in der Regel gefragt, ob man „Cookies“ akzeptiert. Und hat man das einmal getan, „wird man darüber beim Surfen im Internet immer wiedererkannt – und die entsprechenden Daten gesammelt“.
Mithilfe der „Cookies“ werden persönliche Daten gespeichert.
Immer wieder erlauben wir auch Apps den Zugriff auf das „Mikrofon“ unserer Smartphones. Dass diese uns daraufhin „abhören“, sei zwar grundsätzlich technisch möglich, sagt Stefan Schiffner. Das dauerhafte Mithören aber ist laut Datenschutzgrundverordnung verboten. „Und es wäre auch schlichtweg zu aufwendig und zu teuer, diese Daten ständig für Werbezwecke auszuwerten.“ Das gelte auch für Sprachassistenten wie Siri oder Alexa.
Was weiß mein Handy über mich?
Hier und heute. 20.05.2026. 14:07 Min.. Verfügbar bis 20.05.2028. WDR.
Was die Anbieter mit den Daten machen
Warum kommt es trotzdem oft dazu, dass man mit jemandem über ein bestimmtes Produkt spricht und kurz darauf Werbung dafür angezeigt bekommt? Das liege vor allem am „Online-Profiling, an Statistiken über Menschen in ähnlichen Situationen sowie psychologischen Tricks der Werbeindustrie“, sagt Stefan Schiffner. Das sei ähnlich wie beim Jahrmarktswahrsager. Dieser sage im Grunde auch nur, „was man ihm schon erzählt hat“.
So lassen sich etwa mit Hilfe von Standortdaten und besuchten Webseiten komplexe Profile erstellen. „Und diese Daten können durchaus sehr persönlich sein“, sagt Schiffner. Insbesondere, wenn sie mit anderen Infos verknüpft werden – wie etwa Suchanfragen bei „Google“. Und wenn man währenddessen bei „Google“ angemeldet und eingeloggt ist, lässt sich das alles immer eindeutig dem Nutzer zuordnen.
So lasse sich anhand dieser Daten etwa erkennen, zu welcher sozialen Schicht und Einkommensgruppe jemand gehört und für welche Dinge er oder sie sich interessiert – um dann entsprechende Werbung zu schalten, sagt Schiffner. Das Risiko dabei sei zum Beispiel, dass man Dinge teurer angeboten bekommt als andere oder durch die Werbung überhaupt erst ein Kaufwunsch erzeugt wird. Und klar: Viele möchten einfach nicht, dass andere all diese Dinge über einen wissen.
Was Nutzerinnen und Nutzer tun können
Zunächst lässt sich nachschauen, welche Daten das Smartphone bereits über einen gesammelt hat. Die Standortdaten etwa findet man bei Android unter dem Punkt „Zeitachse“ im Profil der App „Google Maps“. Beim iPhone unter „Datenschutz“ und „Ortungsdienste“ in den Einstellungen. Wer nicht möchte, dass diese Daten gesammelt werden, kann die Standort-Erfassung deaktivieren. Und auch bereits gespeicherte Daten löschen.
Die Standort-Erfassung kann oft deaktiviert werden.
Welche Webseiten man besucht und welche Inhalte man angeklickt hat, findet man unter dem Punkt „Verlauf“ im Browser. Auch dort gibt es die Möglichkeit, diese Daten wieder zu löschen. Außerdem lässt sich in den Einstellungen unter dem Punkt „Sicherheit und Datenschutz“ das sogenannte App-Tracking ausschalten. Eine entsprechende Anleitung für Android und iPhone gibt es auf der Homepage der Verbraucherzentrale.
Grundsätzlich sollte man immer genau schauen, welche Rechte man einer App oder einem Website-Anbieter einräumt, rät Stefan Schiffner. Und sich bewusst machen: Kostenlose Apps funktionieren mitunter nur, wenn man dafür mit seinen Daten bezahlt. Wer das nicht möchte, hat häufig die Möglichkeit, eine kostenpflichtige Alternative zu wählen.