Abfluss mit 100 € Geldscheinen

Unseriöse Online-Dienste erkennen und vermeiden

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Die Verbrauchzentrale warnt: Unseriöse Online-Dienste kassieren für Gratis-Leistungen – wie man Abzocke erkennt und sich schützt, erklärt Verbraucherschützer Markus Hagge.

Ob Nachsende-Auftrag, Schufa-Auskunft oder Urkunden vom Standesamt – viele offizielle Dokumente und Leistungen lassen sich inzwischen bequem online beantragen. Doch die Verbraucherzentrale warnt vor unseriösen Drittanbietern.

Deren Masche: Sie ahmen die offiziellen Antrags- oder Auskunftsangebote von Behörden, Unternehmen oder öffentlichen Stellen nach. Und verlangen dann Geld für Informationen oder Leistungen, die es bei den zuständigen Stellen direkt häufig günstiger oder sogar kostenlos gibt. Gerade wieder hat die Verbraucherzentrale Niedersachsen einen solchen Drittanbieter abgemahnt: Das Renten-Portal "rentnerauskunft.de".

Portal "rentnerauskunft.de"

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Für die Weiterleitung an die Deutsche Rentenversicherung fällt bereits eine Gebühr an.

Bei der Internetseite "rentnerauskunft.de" handele es sich um einen klassischen Drittanbieter, sagt Markus Hagge, Rechtsexperte der Verbraucherzentrale Niedersachsen. In diesem Fall werde eine Gebühr von 29,90 Euro erhoben für die reine Weiterleitung der Anfragen an die Deutsche Rentenversicherung – bei der man die entsprechenden Infos kostenfrei bekommt, sagt Hagge. "Ohne erkennbaren Mehrwert."

Hinzu kommt: "Die Seite sieht in ihrer Farbwahl und Gestaltung ganz bewusst aus wie die der Deutschen Rentenversicherung", sagt Hagge. "Sie legen es also darauf an, dass sich Verbraucherinnen und Verbraucher irren und denken, sie seien auf der offiziellen Seite der Deutschen Rentenversicherung."

Abgemahnt hatten die Verbraucherschützer die Betreiber der Seite aber aus einem anderen Grund: Die Seite verfügte nicht über den in solchen Fällen vorgeschriebenen Button mit der Aufschrift "Kostenpflichtig bestellen". Diesen gibt es inzwischen auf der Seite.

Warum es sich dabei um ein grundsätzliches Problem handelt

Bei "rentnerauskunft.de" handele es sich um keinen Einzelfall, sondern ein grundsätzliches Problem, sagt Hagge. So gebe es ähnliche Seiten für Nachsende-Aufträge der Post, den Rundfunkgebühren-Service, die Schufa oder Arbeitsagentur. Und immer zahle man dabei mehr als bei den offiziellen Anbietern.

Verschiedene Euroscheine liegen übereinander

Verbraucher zahlen oft mehr für die Vermittlung, statt für den eigentlichen Service.

Hinzu kommt: "Es werden immer mehr", sagt Markus Hagge. So richtig losgegangen sei das Ganze vor etwa zwei Jahren: "Seitdem beschäftigt uns das sehr intensiv." Denn auch die Beschwerden von Verbraucherinnen und Verbraucher über die Drittanbieter nehmen laut Hagge stetig zu.

Das Problem: Rechtlich gegen diese Anbieter vorzugehen, sei nicht immer einfach. Denn: "Wenn man sich alles genau durchliest, dann steht da, dass es sich nicht um den offiziellen Anbieter handelt und dass eine Servicegebühr berechnet wird.", meint Markus Hagge.

Unseriöse Online-Dienste erkennen und vermeiden

Hier und heute 21.04.2026 14:21 Min. Verfügbar bis 21.04.2028 WDR

Was Verbraucherinnen und Verbraucher tun können

"Am besten ist es natürlich, erst gar nicht auf die unseriösen Angebote hereinzufallen", sagt Markus Hagge. Ein häufiger Hinweis darauf, dass es sich nicht um eine offizielle Seite handelt, sei das Auftauchen der Seite in der Suchmaschine ganz oben unter "Gesponsertes Ergebnis". Denn: "Warum sollte eine offizielle Stelle Geld bezahlen, um oben bei den Suchergebnissen zu landen?"

Wer sich nicht sicher sei, könne sich zudem an die Verbraucherzentralen wenden und nachfragen, sagt Markus Hagge. Eine weitere Möglichkeit: "Beim echten Anbieter anrufen oder ihn auf andere Weise direkt kontaktieren und um die entsprechenden Infos bitten."

Doch auch wer bereits auf einen solchen Drittanbieter hereingefallen ist, kann noch etwas tun: "Wenden Sie sich schriftlich gegen diese Forderungen", sagt Hagge. Entsprechende Musterbriefe gibt es auf der Seite der Verbraucherzentrale Niedersachsen. Die gute Nachricht, so Hagge: "Die Chancen stehen gut, dass man so wieder aus dem Vertrag herauskommt und das Geld zurückbekommt – zumindest, wenn die Anbieter ihren Sitz in der EU haben."