- Sendehinweis: Hier und heute | 26. Mai 2025, 16.15 - 18.00 Uhr | WDR
Ausgeizen und Sortenunterschiede
Die "rote Murmel" gehört zu den Wildtomaten und muss nicht ausgegeizt werden.
Tomaten, das beliebteste Gemüse auf Balkon und im Garten, brauchen jetzt besondere Pflege. Sobald sich Blüten und erste Früchte zeigen, wird das Ausgeizen wichtig: Dabei entfernt man die sogenannten Geiztriebe, die in den Blattachseln wachsen und der Pflanze unnötig Kraft und Nährstoffe entziehen. So konzentriert sich die Energie auf weniger, aber größere Früchte – statt auf übermäßiges Laub.
Ausgeizen ist allerdings nicht bei allen Sorten nötig: Balkontomaten wachsen von Natur aus kompakt und stabil. Wildtomaten dürfen sich ausbreiten, um möglichst viele kleine Früchte zu bilden – ihre Einzel-Früchte bleiben allerdings deutlich kleiner als die der Zuchtsorten.
Tomaten und Gerätepflege
Hier und heute. 26.05.2025. 06:26 Min.. Verfügbar bis 26.05.2027. WDR.
Bestäubung, Gießen und Düngen
Hummeln sind als Bestäuber besonders wichtig für Nachtschattengewächse.
Ein kleiner Trick für besseren Ertrag: Tomaten gelegentlich leicht schütteln – so helfen Sie der Pflanze bei der Selbstbestäubung, die draußen meist der Wind übernimmt. Im Gewächshaus ist das besonders wichtig. Noch effektiver: Bestäubung durch Hummeln – sie fliegen zuverlässig jede Blüte an und steigern den Ertrag deutlich.
Beim Gießen gilt: Immer an der Wurzel, nie über die Blätter – das beugt Pilzkrankheiten vor. Tomaten vertragen kurze Trockenphasen gut, reagieren aber empfindlich auf dauerhafte Nässe, wie sie in feuchten Sommern vorkommt.
Spezieller Tomatendünger ist sinnvoll: Er enthält besonders viel Phosphor (für Blüten und Früchte) und Kalium (für Zellstabilität und Fruchtfestigkeit).
Regenschutz
Als Regenschutz kann auch ein Tomatenhaus verwendet werden.
Bei Regenwetter brauchen Tomaten unbedingt Regenschutz, um Kraut- und Braunfäule vorzubeugen. Sehr praktisch ist dann ein Tomatenhut mit Stab und kleinem Folienzelt. In der Mitte steht der Stab mit einem Regenhut, an den sich wahlweise ein kleines Folienzelt anhängen lässt. Sollte es wieder sonnig sein, dann unbedingt die Folie lüften, damit die Pflanzen darunter nicht zu heiß werden. Ein gewisser Wind- und Hagelschutz ist damit auch gegeben.
Tipps zur Gerätepflege
Geiztriebe lassen sich gut mit den Fingern entfernen, kranke oder abgestorbene Pflanzenteile schneidet man besser mit der Gartenschere ab.
Wichtig ist auch die Pflege der Gartenwerkzeuge: Viele Geräte werden nur saisonal genutzt und landen danach ungesäubert in der Kiste – das rächt sich später. Besonders bei lehmigem Boden empfiehlt es sich, Spaten oder Grabegabel nach der Arbeit gründlich mit einem Lappen zu reinigen. So verhindert man, dass sich hartnäckige Erdkrusten festsetzen.
Eine gute pflege der Gartenschere zahlt sich in der Langlebigkeit aus.
Bei Gartenscheren zahlt sich Qualität aus: Hochwertige Modelle halten viele Jahre und sind auf Dauer nachhaltiger und günstiger. Nach jedem Einsatz bleiben Pflanzensäfte an der Klinge zurück – sie oxidieren, verkleben die Schneide und greifen das Metall an.
Die Lösung: Reinigen, ölen, schützen. Einfach mit einem milden Reinigungsmittel säubern und anschließend mit biologisch abbaubarem Sprühöl pflegen. So bleibt die Schere scharf und rostfrei.
Zum Schluss noch ein praktischer Tipp
Die kleine Kerbe an der Klinge vieler hochwertiger Gartenscheren ist zum Drahtschneiden gedacht. Kaum jemand weiß das!