Eine Schnecke frisst sich durch ein Salatblatt

Was tun gegen Schnecken im Beet?

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Schnecken können großen Schaden anrichten. Anja Klein hat Tipps, wie man die Tiere auf effektive und einfache Art aus den Beeten verbannt.

Zunächst gibt Anja Klein jedoch Entwarnung: Nicht alle Schneckenarten seien problematisch. „Weinbergschnecken und Tigerschnegel etwa sind harmlos oder sogar nützlich, weil sie andere Schnecken und deren Eier fressen. Schnecken übernehmen zudem wichtige Aufgaben im Ökosystem, etwa als ,Müllabfuhr‘ für abgestorbene Pflanzenteile und tote Tiere.“ Erst wenn sie in Massen auftreten, werden sie zum Problem.

Vor allem verschiedene Wegschneckenarten und Ackerschnecken richten den größten Schaden an. Die Spanische Wegschnecke gilt dabei als besonders anpassungsfähig und widerstandsfähig. Gerade im Gemüse- oder Hochbeet finden Schnecken ideale Bedingungen vor: Hier wachsen leckere Gemüsesorten dicht an dicht – für die kriechenden Bauchfüßler das reinste All-you-can-eat-Buffet. Mit ihrer winzigen, mit Zähnchen besetzten Raspelzunge probieren sie sich durch das Angebot.

Vorbeugung

Gesunde, kräftige Pflanzen sind weniger anfällig für Schneckenfraß. Wichtig sind ausreichende Nährstoffe, Wasser und passende Lichtverhältnisse. Zu eng gepflanztes Gemüse schwächt sich gegenseitig und wird schneller Opfer von Schnecken. Pflanzen können durch Bitterstoffe Schnecken abwehren und warnen sogar Nachbarpflanzen.

Was tun gegen Schnecken im Beet?

Hier und heute 19.05.2025 06:43 Min. Verfügbar bis 19.05.2027 WDR

So gelangen Schnecken ins Gemüse- oder Hochbeet

Oft gelangen Schnecken oder ihre Eier über Kompost ins Hochbeet. Besonders im Frühjahr können aus den Gelegen zahlreiche Jungschnecken schlüpfen. Bei starkem Befall helfen einzelne Maßnahmen wie Absammeln kaum noch.

Selbstgemachter Schneckenring

Ein effektiver Schutz ist ein Schneckenkragen. Er wird einfach um die Jungpflanze gesetzt, tief in die Erde gedrückt und hält Schnecken fern.

Aus einem größeren 1-Liter Joghurtbecher lässt er sich selbst basteln. Einfach den Boden herausschneiden und wie einen klassischen Schneckenkragen den Becher um die Pflanze setzen.

Er bietet allerdings keinen hundertprozentigen Schutz. Einige Schnecken können den Rand überwinden. Daher täglich kontrollieren, ob sich Schnecken im Ring befinden.

Spezielle Zäune an der Hochbeetwand sind wirksam, aber kostenintensiv.

Absammeln unter Verstecken – der Trick mit dem Brett

Schnecken sind nachtaktiv und ziehen sich tagsüber an dunkle, kühle Orte zurück. Deshalb suchen sie tagsüber gerne Unterschlupf unter Brettern, Steinen oder Tontöpfen. Wer solche Verstecke gezielt auslegt, kann die Schnecken morgens oder abends absammeln und so die Population im Beet reduzieren.  Ein Holzbrett zwischen den Gemüsereihen im Hochbeet bietet ihnen ein Versteck, unter dem sie leicht abgesammelt werden können. Da Schnecken auch die Zwischenräume zwischen Hochbeet-Wand und Schutzfolie nutzen, in selbstgebauten Hochbeeten am besten auf Folie verzichten. Aus dickem Holz gebaut, halten sie auch ohne Folie lange.

Was tun mit abgesammelten Schnecken?

Abgesammelte Schnecken sollten nicht einfach irgendwo ausgesetzt werden, da dies das ökologische Gleichgewicht stören kann. Eine tierschutzgerechte Entsorgung ist wichtig.

Bierfallen locken Schnecken zwar an, ziehen aber auch Tiere aus der Umgebung an und können Nützlinge gefährden. Im Hochbeet sind sie nur bedingt sinnvoll.

Kupferbänder können um Beete, Hochbeete oder Töpfe gelegt werden. Die Berührung mit Kupfer löst bei Schnecken eine unangenehme chemische Reaktion aus, sodass sie die Barriere meiden. Diese Methoden sind allerdings umstritten; Schnecken können sie oft überwinden.

Pflanzenwahl – schneckenunempfindliche Arten

Anja Klein empfiehlt, gezielt Pflanzen zu setzen, die von Schnecken gemieden werden. Dazu zählen beispielsweise rotblättrige Gemüsesorten wie roter Mangold oder bestimmte rote Salate. Auch einige Zierpflanzen wie Begonien oder Holunder werden von Schnecken weniger gefressen

Biologischer Pflanzenschutz: Nematoden der Art Phasmarhabditis hermaphrodita ins Gießwasser gegeben befallen gezielt schädliche Nacktschnecken. Die Schnecken hören nach der Infektion auf zu fressen und sterben ab. Diese Methode ist besonders effektiv bei feuchtem Boden und Temperaturen über 5 °C.

Biologisches Schneckenkorn nur als letzte Maßnahme wählen und nur Mittel auf Eisen-III-Phosphat-Basis. Es ist nützlingsschonend, im ökologischen Landbau zugelassen und belastet den Boden nicht. Schneckenkorn sollte nur im Notfall und sparsam eingesetzt werden, da es auch nützliche Schneckenarten tötet. Klassische Präparate sind schädlich