- Sendehinweis: Hier und heute | 10. Juni 2025, 16.15 - 18.00 Uhr | WDR
Ein Deo zu benutzen, ist für viele selbstverständlich. Doch ist es wirklich notwendig – für Mann oder Frau?
Deos gibt es in unterschiedlichen Formen.
Nicht unbedingt. Frischer Schweiß riecht zunächst neutral. Erst wenn Bakterien bestimmte Bestandteile des Schweißes zersetzen, entsteht der typische Körpergeruch – vor allem in warmen, feuchten Bereichen wie den Achselhöhlen. Ein Deo ist also kein Muss, kann aber aus hygienischen Gründen und im gesellschaftlichen Miteinander durchaus sinnvoll sein.
Tipps zum Deokauf
Hier und heute. 10.06.2025. 07:59 Min.. Verfügbar bis 10.06.2027. WDR.
Gibt es einen Unterschied zwischen Deos für Männer und Frauen?
Schitzen ist eine überlebenswichtige Funktion des Körpers.
In der Regel liegt der Unterschied vor allem im Duftprofil und im Marketing. Männer schwitzen nicht grundsätzlich anders, jedoch meist stärker und schneller – unter anderem aufgrund einer höheren Anzahl an Schweißdrüsen und größerer Muskelmasse. Ob Männer-Deos oder Antitranspirantien tatsächlich höhere Wirkstoffkonzentrationen enthalten, ist unklar, da Hersteller dazu keine genauen Angaben machen. Die Wirkmechanismen beider Varianten sind jedoch identisch.
Was sollte ein Deo eigentlich leisten?
Deos gibt es auch in der Form von Cremes.
Ein gutes Deo soll vor allem Gerüche verhindern, indem es das Wachstum geruchsbildender Bakterien hemmt. Ein angenehmer Duft ist optional, sorgt aber bei vielen für ein subjektives Frischegefühl. Antitranspiranten gehen noch einen Schritt weiter: Sie reduzieren die Schweißproduktion mithilfe von Aluminiumsalzen – und helfen so, Schweißflecken unter dem Shirt zu vermeiden.
Stiftung Warentest hat 15 Männer- Antitranspirantien getestet. Gibt es einen Unterschied zwischen Antitranspirantien und Deos?
Deos helfen vor allem gegen Körpergeruch, indem sie geruchsbildende Bakterien hemmen. Antitranspirantien hingegen reduzieren zusätzlich die Schweißproduktion – meist durch Aluminiumsalze.
Nur zwei der getesteten Antitranspirantien schnitten insgesamt mit „gut“ ab: das SEINZ Spray von dm und das Cien Men Spray von Lidl. Beide überzeugten mit zuverlässigem Schutz vor Schweißgeruch, guter Handhabung und dem Verzicht auf umweltschädliche Inhaltsstoffe – etwa Silikon D5.
Inhaltsstoffe im Check: Was ist dran an Silikon D5 und Aluminiumsalzen?
Silikon D5 sorgt zwar für ein angenehmes Hautgefühl, gilt aber als umweltschädlich: Es ist schlecht abbaubar, reichert sich in der Natur an und kann Wasserorganismen gefährden. Deshalb wird es in der EU ab 2027 in vielen Kosmetikprodukten verboten – nicht wegen Gesundheitsgefahren, sondern aus Umweltschutzgründen.
Aluminiumsalze, die in Antitranspirantien eingesetzt werden, standen lange im Verdacht, etwa Brustkrebs oder Alzheimer zu begünstigen. Doch laut aktuellen Bewertungen durch das BfR und das SCCS gibt es bei normaler Anwendung keine Hinweise auf gesundheitsschädliche Effekte. Vorsicht gilt nur bei verletzter oder frisch rasierter Haut.
Trotzdem verzichten viele bewusst auf Aluminiumsalze – aus Sorge oder der Umwelt zuliebe. Alternativen sind aluminiumfreie Deos oder DIY-Produkte. Wichtig: Diese verhindern Körpergeruch, aber nicht das Schwitzen, da sie keine Antitranspirantien sind.
Roller oder Spray – was passt besser zu wem?
Alkohole können eine empfindliche Haut schnell reizen.
Sprays gelten als besonders hygienisch und lassen sich schnell auftragen. Allerdings können sie Alkohol enthalten und beim Sprühen leicht eingeatmet werden.
Roller und Sticks sind meist sparsamer im Verbrauch und oft hautfreundlicher, da sie weniger reizende Inhaltsstoffe enthalten.
Am Ende ist es vor allem Geschmackssache. Bei starker Schweißbildung entscheidet weniger die Form, sondern eher die Formulierung des Produkts darüber, wie gut es wirkt.
Worauf sollte man beim Kauf achten? Deo oder Antitranspirant?
Wer nur Geruch vermeiden möchte, greift zu einem Deo. Bei starker Transpiration ist ein Antitranspirant die bessere Wahl.
Inhaltsstoffe bei sensibler Haut: Alkohol kann reizen – bei empfindlicher oder frisch rasierter Haut besser meiden. Auch Propylenglykol, ein häufiger Penetrationsverstärker, kann vereinzelt Hautirritationen auslösen.
Umweltaspekte berücksichtigen: Problematische Stoffe wie Silikon D5 gelten nicht als gesundheitsschädlich, sind aber schwer abbaubar und belasten die Umwelt.
Was verursacht eigentlich den unangenehmen Körpergeruch?
Ohne Sport verliert der Körper an einem Tag ungefähr einen halben Liter Schweiß.
Nicht der Schweiß selbst riecht unangenehm – er ist zunächst geruchlos. Erst wenn Hautbakterien Bestandteile des Schweißes zersetzen, entstehen übelriechende Verbindungen, vor allem Fettsäuren und Ammoniak. Besonders betroffen sind apokrine Schweißdrüsen, die sich in den Achselhöhlen und im Intimbereich befinden. Der Schweiß dort enthält mehr Nährstoffe für Bakterien.
Deshalb riecht emotionaler Schweiß, etwa bei Angst oder Stress, oft intensiver als Schweiß, der durch Hitze oder körperliche Anstrengung entsteht.
Warum schwitzen Menschen unterschiedlich stark?
Die Schweißmenge ist individuell verschieden und hängt von genetischer Veranlagung, hormonellen Veränderungen, dem Zustand der Schilddrüse, bestimmten Medikamenten, Übergewicht, Stress, Ernährung oder Erkrankungen wie Hyperhidrose ab. Auch Gewöhnung spielt eine Rolle: Wer regelmäßig Sport treibt oder in die Sauna geht, schwitzt schneller und stärker – verliert dabei aber weniger Salze, da der Körper effizienter arbeitet.
Was tun, wenn man so stark schwitzt, dass wirklich nichts mehr hilft?
Bei starkem, krankhaftem Schwitzen – einer sogenannten Hyperhidrose – gibt es medizinische Behandlungsmöglichkeiten. Häufig helfen bereits hochdosierte Aluminiumsalze (z. B. Odaban, Sweat Off). Reicht das nicht aus, kann eine Iontophorese mit schwachem Strom oder eine Botox-Behandlung die Schweißdrüsen zeitweise blockieren.
In schweren Fällen kommen Tabletten oder als letzte Option operative Eingriffe infrage – etwa das Absaugen von Schweißdrüsen oder eine Sympathektomie, bei der steuernde Nerven durchtrennt werden.