- Sendehinweis: Hier und heute | 20. Juni 2025, 16.15 - 18.00 Uhr | WDR
Warum viele Kunden zu viel bezahlen
Viele Kunden zahlten für Leistungen, die sie gar nicht nutzen, sagt Sebastian Moritz aus der WDR-Wirtschaftsredaktion. Das gelte vor allem beim Datenvolumen – wie zuletzt auch eine Untersuchung des Vergleichsportals Verivox gezeigt hat. Demnach steckten 2024 in einem Tarif der großen Anbieter im Schnitt fast 45 Gigabyte. Der durchschnittliche Verbrauch aber liegt aktuell laut Zahlen vom Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM) lediglich bei rund neun Gigabyte.
Das Sparpotenzial ist also gerade beim Datenvolumen groß. Denn: Je mehr Volumen, desto teurer sind in aller Regel auch die Tarife. So gibt es laut Verivox Discounter-Tarife mit zehn Gigabyte Datenvolumen bereits ab rund fünf Euro im Monat. Und diese würden laut Zahlen des VATM für die meisten Nutzer ausreichen. Demnach machen auch die zuletzt viel beworbenen Unlimited-Tarife für die meisten keinen Sinn.
Doch Vorsicht: Bevor man einen neuen Vertrag abschließt, sollte man seinen eigenen Verbrauch kennen, rät Sebastian Moritz. Einsehen kann man den unter „Einstellungen“ in seinem Smartphone. Denn: Gerade wenn Kunden Datenvolumen nachbuchen müssen, weil das im Vertrag vereinbarte nicht ausreicht, ist das in der Regel verhältnismäßig teuer.
Sparen beim Handyvertrag
Hier und heute. 20.06.2025. 11:39 Min.. Verfügbar bis 20.06.2027. WDR.
Was man bei der Vertragswahl beachten sollte
Für viele Leute kann sich auch ein Prepaid-Tarif lohnen.
Der Vertrag sollte zu einem passen, sagt Sebastian Moritz. Davon hänge ab, ob ein fester Laufzeitvertrag oder ein Prepaid-Tarif sinnvoller ist. Letztere gelten mittlerweile ebenfalls als unkompliziert.
So ist bei Prepaid-Tarifen inzwischen die Aufladung online und sogar automatisch möglich – in regelmäßigen zeitlichen Abständen oder sobald das Guthaben einen bestimmten Betrag unterschreitet. „Da man im Voraus bezahlt, lassen sich zudem Kostenfallen leichter vermeiden“, sagt Sebastian Moritz.
Die Prepaid-Tarife haben aber auch Nachteile: Lange war bei diesen ein Festbetrag pro Monat fällig. Viele Anbieter aber haben inzwischen die Laufzeit auf vier Wochen geändert. Und das heißt: In einem Jahr müssen Kunden 13 Mal den Paketpreis zahlen – und nicht wie bislang zwölf mal.
Bei Laufzeitverträgen hingegen wird laut Verbraucherzentrale NRW häufig eine Kombination mit Smartphone oder Tablet angeboten. Bevor man einen solchen Vertrag abschließt, sollte man allerdings genau schauen, welche Kosten am Ende dabei zusammenkommen, rät Sebastian Moritz. So könne es gut sein, dass es am Ende günstiger sei, das Gerät separat zu kaufen.
Warum sich eine Kündigung lohnen kann
Sparen lässt sich zudem, indem man seinen Mobilfunk-Vertrag regelmäßig kündigt. Denn: „Gerade seit man Mobilfunk-Verträge nach Ablauf der Mindestlaufzeit monatlich kündigen kann, haben die Anbieter ein hohes Interesse an Neukunden“, sagt Sebastian Moritz. „Dann haben die Verträge nämlich wieder eine neue Mindestlaufzeit.“ Daher meldeten sich die Unternehmen in der Regel nach einer Kündigung bei ihren Kunden – und machten bessere Angebote.
Und die zu vergleichen ist inzwischen einfacher geworden. Denn die Anbieter sind verpflichtet, potenziellen Kunden vor Vertragsschluss eine klare und leicht lesbare Zusammenfassung der Vertragsbedingungen auszuhändigen. Auf einen Blick muss darauf unter anderem zu erkennen sein, wie viel der Tarif im Monat kostet, welche Leistungen er beinhaltet und wie lange der Vertrag läuft.
Viele Kunden würden allerdings nach wie vor vor einem Wechsel zurückschrecken – aus Angst, ihre Rufnummer wechseln zu müssen, sagt Sebastian Moritz. Diese Sorge aber sei in aller Regel unbegründet. Denn auch wenn man den Anbieter wechselt – seine Rufnummer kann man inzwischen in aller Regel behalten.