Ein Mann fässt sich vor Schmerzen Bauch und Brust.

Sodbrennen: Woher es kommt und was wirklich hilft

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Genüsse wie Braten, Glühwein und Süßes können schnell zu Sodbrennen führen – und das betrifft jeden Vierten. Wie man Beschwerden erkennt, vorbeugt und wann ein Arztbesuch wichtig ist, erklärt Allgemein- und Ernährungsmediziner Dr. Thomas Kurscheid.

Braten, Klöße, Kuchen oder Glühwein gehören für viele zur Adventszeit dazu – sind aber eine Herausforderung für den Magen. Alkohol sowie fettige, saure oder sehr süße Speisen können Sodbrennen begünstigen. Völlegefühl, Schmerzen, Aufstoßen oder sogar Reizhusten können die Folge sein. Etwa 25 Prozent der Erwachsenen in Deutschland leiden regelmäßig unter Sodbrennen. Tritt es häufiger auf, sollte eine Untersuchung von Magen und Speiseröhre erfolgen.

Was genau bei Sodbrennen passiert

Das Bild zeigt den Hals einer Frau.

Der brennende Schmerz im Hals ist ein klassisches Symptom von Sodbrennen.

Normalerweise schließt der Übergang zwischen Speiseröhre und Magen zuverlässig. Bei Sodbrennen öffnet oder lockert sich dieser Verschluss jedoch ungewollt, sodass Magensaft nach oben steigt. Typisch ist ein brennender Schmerz, der bis hinter das Brustbein, in den Hals oder Rachen ziehen kann. Auch Aufstoßen, Druck im Magen, Husten oder Heiserkeit sind mögliche Symptome. Schmerzen im Brustkorb sollten immer ärztlich abgeklärt werden.

Mögliche Folgen und Risiken

Gelegentliches Sodbrennen ist meist harmlos. Häufige Beschwerden können jedoch auf eine Refluxkrankheit hindeuten. Durch die ständige Reizung kann sich die Schleimhaut der Speiseröhre entzünden, und in seltenen Fällen entwickeln sich Geschwüre oder Gewebeveränderungen wie das Barrett-Syndrom – eine mögliche Vorstufe von Speiseröhrenkrebs. Begünstigt wird Reflux vor allem durch üppige, fettige oder süße Mahlzeiten, Alkohol, koffeinhaltige Getränke sowie eine langsame Magenentleerung.

Was Sie selbst gegen Sodbrennen tun können

Viele Beschwerden lassen sich durch eine angepasste Ernährung und Lebensweise lindern. Empfehlenswert sind eiweißreiche Lebensmittel wie fettarme Milchprodukte, helles Fleisch, Hülsenfrüchte oder Nüsse. Zuckerreiche Fertigprodukte, Fast Food und sehr fette Speisen sollten eher gemieden werden. Bittertropfen können Heißhunger auf Süßes reduzieren.

Mandeln

Hausmittel wie Mandeln können den Schmerz lindern.

Auch Hausmittel sind hilfreich: Viel trinken – etwa ungesüßte Tees oder stilles Wasser – verdünnt die Magensäure und spült sie aus der Speiseröhre. Mandeln können akutes Brennen lindern. Sinnvoll sind außerdem vier bis fünf kleinere Mahlzeiten pro Tag, Spaziergänge nach dem Essen sowie ein Abstand von mindestens vier Stunden vor dem Schlafengehen. Eine leicht erhöhte Oberkörperposition in der Nacht hilft ebenfalls.

Sodbrennen: Woher es kommt und was wirklich hilft

Hier und heute 19.11.2025 13:43 Min. Verfügbar bis 19.11.2027 WDR

Wann ärztlicher Rat wichtig ist

Rauchen, Stress, Übergewicht oder enge Kleidung können Sodbrennen verstärken. Die Reduktion dieser Faktoren kann Beschwerden deutlich verbessern. Zwar helfen auch rezeptfreie Medikamente, doch die langfristige Behandlung sollte immer auf Ursachenbekämpfung setzen. Bei häufigem oder starkem Sodbrennen ist eine ärztliche Abklärung dringend zu empfehlen.