- Sendehinweis: Hier und heute | 10. März 2026, 16.15 - 18.00 Uhr | WDR
Bitter zählt zu den fünf Geschmacksrichtungen – neben süß, salzig, sauer und umami (herzhaft). Bitterstoffe aktivieren mehr als 200 Rezeptoren in Mund und Darm, im Magen sowie in den Atemwegen. Es wird von vielen Menschen als unangenehm wahrgenommen und man nimmt es besonders intensiv wahr. Im Mund warnen Bitter-Rezeptoren vor möglichen Giften und lösen den typischen bitteren Geschmack aus. Dafür sind die Geschmacksrezeptoren hinten auf der Zunge verantwortlich. Sie agieren als körpereigenes Warnsystem. Gleichzeitig senden sie Signale ans Gehirn, was Ekel oder Vorsicht auslösen kann – ein uralter Schutzmechanismus vor möglichen Giften, die auch häufig bitter schmecken. Als Reaktion schüttet der Körper Hormone aus, Muskeln ziehen sich zusammen oder entspannen sich, Immunzellen werden aktiviert.
So gesund sind Bitterstoffe
Hier und heute. 10.03.2026. 08:17 Min.. Verfügbar bis 10.03.2028. WDR.
Magen und Darm
Auch im Verdauungstrakt sitzen besonders viele Bitter-Rezeptoren, vor allem im Dünndarm. Bitterstoffe docken an den Darmzellen an, die dann GLP-1 produzieren – ein körpereigenes Hormon, das im Gehirn ein Sättigungsgefühl auslöst.
Bitterstoffe können die Magenentleerung verlangsamen, der Speisebrei bleibt dann länger im Magen, was die Sättigung unterstützt und Blutzuckerspitzen abflacht.
Atemwege und Immunsystem
Bitter-Rezeptoren finden sich auch in den Bronchien und in Immunzellen. In Labor- und Tiermodellen führen bestimmte bittere Stoffe zu einer Erweiterung der Bronchien und können so Atembeschwerden lindern.
Die Grapefruit ist ein klassischer Bitterstofflieferant.
Ein Mangel an Bitterstoffen kann dagegen zu Müdigkeit und Antriebslosigkeit führen. Weitere Symptome sind ein schlechtes Hautbild sowie Haarausfall, Allergien, Neurodermitis und Verdauungsprobleme.
Klassische Quellen für Bitterstoffe sind z. B. Chicorée, Rucola, Grapefruit, Hopfen, Kaffee, Kakao (70% Schokolade z. B.) und viele Pflanzenpolyphenole.