Meta naočari "Orion"

Smart Glasses – der nächste große Trend?

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Man kann mit ihnen telefonieren, Sprachnachrichten verschicken oder Informationen vom Handy vor den Augen schweben lassen. Wie genau funktionieren Smart Glasses? Darüber sprechen wir mit Nico Jurran vom Computermagazin c't.

Smart Glasses – der nächste große Trend?

Hier und heute 19.09.2025 14:09 Min. Verfügbar bis 19.09.2027 WDR

Was sind Smart Glasses?

Smart Glasses sind Brillen, in die elektronische Komponenten wie Sensoren, Kameras, Mikrofone, Lautsprecher oder Displays eingebaut sind, erklärt Nico Jurran vom Computermagazin c't. Neu sei die Idee zwar nicht. So wurde 2012 erstmals die „Google Glass“ präsentiert. Mit der aber hätten die neuen Modelle nur noch wenig gemeinsam. „Damals war so eine Brille etwas für Nerds, weil sie einfach nach einer Computer-Brille aussah“, sagt Nico Jurran.

Ray-Ban Meta sunglasses

Smart Glasses sind auch als Sonnenbrillen erhältlich.

Die neuen Modelle hingegen hätten ein schickes Design, seien zum Teil Kooperationen mit bekannten Marken und hätten etwa lediglich einen etwas breiteren Bügel. Zudem seien sie auch als ganz normale Brille zu nutzen. Das kommt offenbar bei vielen gut an: Die „Ray-Ban Meta“ verkaufte sich seit ihrer Markteinführung weltweit bereits mehr als zwei Millionen Mal. Und das blieb nicht ohne Folgen: „Mittlerweile haben etliche Unternehmen smarte Brillen auf den Markt gebracht oder neue Modelle angekündigt.“

Was können die neuen Smart Glasses?

Doch auch bei den aktuellen Smart Glasses muss man unterscheiden. „Es gibt zwei Lager“, sagt Nico Jurran. Einmal die „reinen Audio-Brillen“. Diese haben zwar auch eine Kamera eingebaut, mit der man filmen und fotografieren kann. Und sie kann Objekte erkennen. Doch: „Alle Informationen kommen ausschließlich per Audio.“

Die andere Brillen-Gruppe hingegen setzt „voll auf visuelle Darstellung“, sagt Jurran. „Das kann über ein winziges Display im Rahmen sein, zu dem man schielt.“ Der Trend aber gehe klar in Richtung Miniprojektoren, die digitale Inhalte ins Blickfeld des Nutzers einblenden, so Jurran. „Texte schweben dann etwa vor dem Auge des Nutzers.“

Unterschiede gibt es auch beim Preis, so Jurran. Während die reinen „Audio-Brillen“ rund 500 Euro kosten, seien bei den Brillen mit Projektion künftig eher 1500 Euro angedacht.

Was hingegen alle neuen Smart Glasses gemeinsam haben: Sie alle funktionieren mit Künstlicher Intelligenz (KI). „Man hat also eine Art digitalen Assistenten auf der Nase, dem man alle möglichen Fragen stellen kann.“

Mark Zuckerberg präsentiert Ray-Ban Meta smart glasses

Über einen Sprachbefehl aktiviert sich die Brille und übersetzt in Echtzeit.

Außerdem können die Brillen dank KI mitunter in Echtzeit übersetzen. Zum Beispiel spricht jemand mit einem chinesisch – und zeitgleich erscheint vor dem Auge des Nutzers die deutsche Übersetzung.

Werden sich die Smart Glasses durchsetzen?

Die Entwicklung der Smart Glasses laufe derzeit rasant, sagt Nico Jurran. „Alle zwei bis drei Monate erscheint ein neues Gerät.“ Bevor man sich also eine solche smarte Brille kaufe, sollte man seiner Meinung nach noch ein wenig abwarten. Bislang zeigten die Smart Glasses etwa Projektionen nur in einer Farbe. Erste Prototypen wie die neue Brille von Rokid aber könnten schon auf das volle Farbspektrum zugreifen – was natürlich Funktionen wie die Navigation enorm verbessere. Die neuen Smart Glasses markierten also erst den Anfang einer Entwicklung, „die den Alltag vieler Menschen allerdings nachhaltig verändern könnte“.

Ob sich die smarten Brillen am Ende tatsächlich durchsetzen, hänge entscheidend davon ab, ob die Hersteller auch Nicht-Brillenträger als Kunden gewinnen können. Und dabei sei wichtig, dass nicht nur Wert auf die Technik gelegt werde. „Es muss immer noch eine Brille sein, die man gerne aufsetzt.“