Eine Frau liegt im Bett und schläft entspannt

Schlafstörungen nehmen zu – Tipps für gesunden Schlaf

Stand:

Schlafforscher Dr. Christoph Schöbel ordnet die Zunahme von Schlafstörungen ein, erklärt, wann schlechter Schlaf behandlungsbedürftig ist – und gibt alltagstaugliche Tipps für erholsame Nächte.

Die Zahl der Menschen mit psychisch bedingten Schlafstörungen ist in den vergangenen zehn Jahr extrem gestiegen, lässt die Umfrage der Kaufmännischen Krankenkasse (KKH) vermuten. Leiden also immer mehr von uns unter behandlungsbedürftigen Schlafstörungen? „Nicht unbedingt“, sagt Schlafforscher Dr. Christoph Schöbel. Denn Umfragen zum Schlaf seien immer „ein bisschen mit Vorsicht zu genießen“. Schließlich handele sich dabei um die Angaben der Befragten selbst, sagt Dr. Christoph Schöbel. „Und mal schlecht schlafen, das tut schließlich jeder von uns.“

Leistungsgesellschaft verursacht Anspannung

Müde und zerschlagen nach schlafloser Nacht

Schlechter Schlaf führt häufig auch zu schlechterer Lebensqualität tagsüber.

Was hinzu komme: In unserer heutigen Leistungsgesellschaft seien wir alle ständig angespannt – was viele nicht gut schlafen lasse. Von einer klinischen Schlafstörung hingegen spreche man immer dann, wenn man bei der Mehrzahl der Tage pro Woche schlecht ein- oder durchschläft, sagt Schöbel. Der schlechte Schlaf hat Auswirkungen auf das Befinden tagsüber. Und: Wenn dies über einen Zeitraum von mehr als drei Monaten anhält, sagt Schöbel. Eine solche Schlafstörung sollte man ärztlich abklären lassen.

Tipps für guten Schlaf

Häufig handele es sich allerdings um Schlafprobleme, die jeder selbst in den Griff bekommen könne, sagt Schöbel. Zunächst sei dabei wichtig, ein regelmäßiges „Einschlaffenster“ zu haben. Also: Immer zu einer ähnlichen Zeit abends ins Bett zu gehen und morgens aufzustehen.
Entscheidend sei dabei, dass diese Zeiten zum eigenen Schlaftyp passen. Sogenannte Lerchen etwa sollten früher ins Bett gehen als die „späten Eulen“. Die meisten von uns seien allerdings „Tauben“, sagt Dr. Schöbel. Und ihre optimalen Einschlaf- und Aufsteh-Zeiten liegen „in der Mitte“. Darüber hinaus gebe es eine ganze Reihe von Dingen, die das Ein- und Durchschlafen erleichtern. Zunächst sollte es im Schlafzimmer möglichst dunkel, ruhig, kühl und gemütlich sein, sagt der Experte. Zudem rät er zu regelmäßigen abendlichen Routinen. Dabei sei es wichtig, herunterzufahren: „Guter Schlaf funktioniert nur über Entspannung“, sagt Dr. Schöbel. Helfen könne dabei, vor dem Einschlafen ein Buch zu lesen oder ein heißes Bad zu nehmen. Und: „Ein solches Ritual zu wiederholen“, sagt der Schlafmediziner. Denn: „Unser Körper liebt Regelmäßigkeit.“

Schlafstörungen nehmen zu – Tipps für gesunden Schlaf

Hier und heute 24.10.2025 14:44 Min. Verfügbar bis 24.10.2027 WDR

Was Betroffene tun können

Das Bild zeigt eine Frau im Bett am Handy.

Handynutzung vor dem zu Bett gehen kann das Einschlafen erschweren.

Wer Probleme mit dem Schlaf hat, sollte am Abend möglichstauf fettiges, schweres Essen verzichten sowie vor dem Schlafen auf Handy und Sport. Auch Alkohol führe dazu, dass man schlechter schläft. „Zwar wirkt ein Glas Wein oder Bier in der Tat erst einmal entspannend und man schläft womöglich besser ein“, sagt Schöbel. „Das erkauft man sich aber damit, dass man schlechter durchschläft.“

Wenn man nachts wachliegt und die Gedanken kreisen, können verschiedene Entspannungs-Verfahren helfen – wie etwa Atemtechniken, Muskel-Entspannungs-Übungen, Meditationen oder auch einen Podcast zu hören. „Da ist im Grunde alles erlaubt“, sagt Schöbel. Hilft das alles allerdings nicht, lautet sein Tipp: „Raus aus dem Bett und es später wieder versuchen.“ Denn mit der Zeit werde die Anspannung ansonsten immer größer – und man schlafe erst recht nicht ein.
Eine gute Nachricht zum Schluss: Bei der Zeitumstellung auf Winterzeit nehmen Schlafstörungen tendenziell eher ab, sagt Schöbel. Und so sei das Ganze auch eine Chance. Denn: „Viele von uns gehen über die Woche später ins Bett als sie eigentlich sollten“, sagt Schöbel. Und wer trotz Uhren-Umstellung weiterhin zur gleichen Zeit ins Bett gehe, könne so das Schlafdefizit ein Stück weit wieder ausgleichen