- Sendehinweis: Hier und heute | 11. März 2026, 16.15 - 18.00 Uhr | WDR
Hinter WhatsApp, PayPal und Google stecken US-Unternehmen. Europäische Unternehmen und Verbraucher sind dadurch zunehmend abhängig von den USA und der Monopolstellung der großen US-Techkonzerne. Doch wir Nutzer können das beeinflussen, sagt WDR-Digitalexperte Jörg Schieb. In welchem Umfang man unabhängig sein wolle, müsse natürlich jeder für sich entscheiden. Auch er nutze zum Beispiel unter anderem WhatsApp. Allerdings: An möglichen Alternativen mangele es nicht.
Alternativen zu WhatsApp, Paypal und Co
Hier und heute. 11.03.2026. 14:11 Min.. Verfügbar bis 11.03.2028. WDR.
Alternativen zu WhatsApp und Co
Mit Wero hat eine Gruppe europäischer Banken eine Alternative zu Paypal auf den Markt gebracht.
Statt WhatsApp könne man zum Beispiel den Threema-Messenger aus der Schweiz nutzen, sagt Jörg Schieb. Dieser ist zwar mit rund fünf Euro kostenpflichtig, aber nur einmalig. Weitere Möglichkeit: Signal. Dieser Messenger stammt zwar auch aus den USA, dahinter steckt jedoch eine gemeinnützige Stiftung. Auch für Paypal, Google Pay oder Apple Pay gibt es inzwischen eine europäische Alternative: Wero. Geld an andere Nutzer zu versenden, ist damit bereits problemlos möglich. Viele Unternehmen bieten Wero hingegen noch nicht an. Einige haben aber bereits angekündigt, dies im Laufe des Jahres 2026 zu tun.
Gute E-Mail-Alternativen seien mailbox.org und Posteo. Auch diese seien zwar kostenpflichtig. Die Basis-Versionen gibt es jedoch schon für einen Euro im Monat. Weiterer Vorteil: Sie sind werbefrei. Posteo sowie der Anbieter Nextcloud bieten zudem alternative Cloud-Speicher-Dienste an. Eine gute europäische Suchmaschine sei DuckDuckGo. Und anstatt Google-Chrome könne man Firefox nutzen.
Was Verbraucher beachten sollten
Wie genau man zu den einzelnen Anwendungen wechseln kann – dabei hilft einem entweder ein Chatbot. Und auch da gibt es inzwischen eine gute europäische Alternative zu ChatGPT, sagt Schieb: Das französische Mistral. Zudem gibt es entsprechende Anleitungen auf „Digital Independence Day“:
So ein Wechsel sei natürlich mit etwas Aufwand verbunden, so unser Experte. Viele Menschen scheuten sich etwa den Messenger zu wechseln, weil schließlich auch die meisten anderen bei WhatsApp sind. Allerdings: Seit Oktober ist das dahinter stehende Unternehmen Meta durch den Digital Markets Act eigentlich schon verpflichtet, auch anderen Messenger-Diensten die Kommunikation mit WhatsApp zu ermöglichen. Man arbeite aber derzeit noch an einer entsprechenden Schnittstelle. Das Ganze habe natürlich einen Systemeffekt: „Man macht das, was da ist, was man kennt und wo auch alle anderen sind“, sagt Jörg Schieb. Und dabei gelte: Je mehr Leute umsteigen, desto attraktiver würden auch die Alternativen.