Schaufenster mit Black Friday-Schild

Singles Day, Black Friday & Co: Schnäppchen oder Mythos?

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Die vorweihnachtliche Rabattsaison nimmt ihren Anfang mit dem „Singles Day“, gefolgt vom „Black Friday“ und „Cyber-Monday“. Doch halten die Angebote, was sie versprechen? Das klären wir mit WDR-Wirtschaftsredakteur Jörg Marksteiner.

Warum die Rabattschlacht immer früher beginnt

Symbolbild: Mensch trägt Papiertüte mit Weihnachtsmotiv

Der Black Friday wird oft für günstige Weihnachtseinkäufe genutzt.

Dass die vorweihnachtliche Rabattschlacht rund um den Black Friday jedes Jahr früher anfängt – das sei nicht nur ein Gefühl, sagt Jörg Marksteiner aus der WDR-Wirtschaftsredaktion. Preisstudien belegten, dass die Händler ihre Schnäppchen-Aktionen tatsächlich immer weiter vorziehen. So gehe es damit inzwischen mitunter bereits Ende Oktober los.
Inzwischen gebe es auch kaum noch Händler, die nicht mitmachen, sagt Marksteiner. Denn: Oft handele es sich bei den Kunden um vorgezogene Weihnachtseinkäufe oder verschobene Anschaffungen. Und keine zusätzlichen Einkäufe. Für die Händler bedeute das: „Sind sie an Black Friday nicht dabei, fehlt ihnen später Umsatz.“

Dass es immer früher losgeht, heißt aber auch: Die Tage selbst – wie Black Friday, Cyber Monday oder Singles Day – bieten gar keine Schnäppchen-Garantie, wie Analysen der Preisvergleichsplattform „Idealo“ gezeigt haben. Demnach sind jedes Jahr rund 65 Prozent der Artikel an Black Friday zwar tatsächlich billiger als im Vormonat Oktober. Aber: Über die Hälfte der 10 000 untersuchten Produkte sind bereits an einem anderen Tag im November am günstigsten.

Singles Day, Black Friday & Co: Schnäppchen oder Mythos?

Hier und heute 10.11.2025 05:29 Min. Verfügbar bis 10.11.2027 WDR

Wie groß die Ersparnis tatsächlich ist

Eine Taste mit einem Einkaufswagen.

Meistens sind die Ersparnisse viel geringer als gedacht.

So kommen Auswertungen mehrerer Preisvergleichsportale seit Jahren zum gleichen Ergebnis: „Zwar sind rund um Black Friday tatsächlich viele Artikel billiger als im Monat zuvor“, sagt Jörg Marksteiner. Aber: „Die Ersparnis ist meistens viel kleiner als erwartet.“

In Untersuchungen von „Idealo“ etwa hat nur jedes zehnte Produkt eine Ersparnis von 20 Prozent oder mehr, sagt Marksteiner. Und der Durchschnittsrabatt aller untersuchten Produkte – der liege lediglich bei etwa sechs Prozent.

Außerdem schwanke der Rabatt je nach Kategorie. Als Faustregel dabei gilt: Bei neuen Smartphones und Tablets ist die Ersparnis meist kleiner, in den Vorjahren waren es um die zwei bis vier Prozent. Mehr drin ist oft bei Fernsehern, Lautsprechern, Kosmetik und Mode mit bis zu 16 Prozent. Aber: „Bei sehr teuren Artikeln können sich auch wenige Prozente lohnen“, sagt Marksteiner. Schließlich könnte das in diesem Fall schnell einige Hundert Euro ausmachen.

Wie ich wirkliche Schnäppchen erkenne

Von der Werbung der Händler hingegen sollte man sich nicht verleiten lassen, rät Marksteiner. Die würden ja mitunter minus 30, 40 oder 50 Prozent versprechen. Das wecke in uns dann die Angst, womöglich ein tolles Angebot zu verpassen. Das aber sei oft im Grunde nur ein Trick, sagt Marksteiner. „Ganz wichtig ist es für Verbraucher, zu schauen, anhand welchen Wertes die Ersparnis berechnet wurde.“

Menschen mit Taschen in der Fußgängerzone vor Geschäften

Die Preisverlaufskurven offenbaren die wirklichen Schnäppchen.

Oftmals haben Händler hier die UVP als Vergleichswert herangezogen, sagt Marksteiner. Dieser aber entspreche gar nicht mehr der aktuellen Marktlage. Denn: „Die UVP, die Herstellerempfehlung ist ein theoretischer Preis, der sowieso selten verlangt wird“, sagt Marksteiner. „Wichtiger ist: Was hat der Artikel tatsächlich zuletzt im Handel gekostet und wieviel billiger ist er jetzt?“

Und das können Kunden leicht herausfinden: „Praktisch alle Vergleichsportale bieten dafür kostenlos Preisverlaufskurven, wo sich der reale Marktpreis der vergangenen Monate einfach nachschauen lässt.“ So können Verbraucher schnell und einfach selbst herausfinden, ob es sich beim jeweiligen Angebot lediglich um ein leeres Werbeversprechen – oder tatsächlich um ein Schnäppchen handelt.