Mietkaution

Nebenkostenabrechnung – zahlen Sie zu viel?

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Wohnen in NRW wird immer teurer – das belegt der NRW-Wohnkostenbericht 2025 von Haus & Grund Rheinland Westfalen. Warum daran auch überhöhte Wohnnebenkosten ihren Anteil haben, erläutert die Fachanwältin für Mietrecht Sonja Herzberg.


Was bei der aktuellen Nebenkostenabrechnung wichtig ist

Die Wohn-Nebenkosten sind in den vergangenen Jahren extrem gestiegen, bestätigt Rechtsanwältin Sonja Herzberg die Ergebnisse des NRW-Wohnkostenberichts 2025 von Haus & Grund. „Wir sprechen da inzwischen sogar von der zweiten Miete“, sagt Herzberg. Denn die Nebenkosten seien inzwischen häufig genauso hoch wie die Netto-Kalt-Miete.

Zu spüren bekommen das Mieterinnen und Mieter in vielen Fällen wohl auch bei der Nebenkostenabrechnung für 2025. Denn durch gestiegene Preise und Energiekosten müssen sich viele vermutlich auf eine Nachzahlung einstellen, sagt Herzberg. Gerade bei den zu erwartenden Heizkosten gebe es da allerdings große Unterschiede – je nach Gebäude und Heizverhalten.

Dass Mieter bei den Nebenkosten grundsätzlich zu viel bezahlen, das könne man ihrer Erfahrung nach so pauschal nicht sagen, meint Herzberg. Allerdings: Viele Nebenkostenabrechnungen seien in der Tat fehlerhaft. In aller Regel passierten Fehler aus Unwissenheit. Mitunter aber womöglich auch mit Vorsatz.

Wie ich erkennen kann, ob ich zu viel zahle?

Ein Holzstempel mit Aufdruck Nebenkosten steht auf einer Nebenkostenabrechnung für eine Mietwohnung mit Berechnung des persönlichen Verbrauchs und einer Nachzahlung. Symbolbild

Oft finden sich in der Nebenkostenabrechnungen Punkte, die dort nicht hingehören.

Die Nebenkostenabrechnung sollte man daher immer genau prüfen, rät Herzberg. So tauchten darin zum Beispiel immer wieder Dinge auf, die dort gar nicht hingehören – wie etwa Kosten für Reparaturen oder die Hausverwaltung. Als Faustregel gilt dabei, so Herzberg: „Kosten, die einmalig anfallen, dürfen grundsätzlich nicht über die Nebenkostenabrechnung an die Mieter weitergegeben werden.“

Streit oder Unstimmigkeiten gibt es laut Herzberg zudem häufig beim Punkt Grundsteuer – welche in aller Regel der größte Kostenfaktor in der Nebenkostenabrechnung ist. Die schlechte Nachricht für Mieter: Die Kosten dafür auf die Mieter umzulegen ist zulässig. Das gleiche gilt bei einer Beteiligung an der Gebäudeversicherung.

Ein weiterer klassischer Fehler: Warmwasser wird nicht nach dem tatsächlichen Verbrauch abgerechnet, sondern nach der Wohnfläche – was nicht zulässig ist. Und auch Punkte wie „Hausmeister“ und „Gartenpflege“ sollte man genau prüfen, rät Herzberg. Mitunter etwa werden diese Leistungen überhaupt nicht oder nur unzureichend erbracht.

Nebenkostenabrechnung – zahlen Sie zu viel?

Hier und heute 18.03.2026 13:53 Min. Verfügbar bis 18.03.2028 WDR

Was Mieterinnen und Mieter tun können

Werden Kosten für Leistungen aufgelistet, die gar nicht erbracht wurden, muss man dafür auch nicht zahlen, sagt Sonja Herzberg. In diesem Fall sollte man den Vermieter allerdings frühzeitig darüber informieren – noch bevor man die Abrechnung im Briefkasten hat, rät Herzberg.

Zudem sollte man die aktuelle mit der Vorjahresabrechnung vergleichen. Sind die Kosten für eine Leistung stark gestiegen oder diese nicht nachvollziehbar, können Mieter den Vermieter bitten, die entsprechenden Belege sehen zu dürfen, so Herzberg. Und damit das – insbesondere bei privaten Vermietern – nicht das gegenseitige Verhältnis belastet, gelte dabei: „Der Ton macht die Musik.“

Kommt es trotzdem zum Streit und beide können sich nicht einigen, dann bleibt Mietern in der Regel nur der Gang zum Mieterverein oder Rechtsanwalt. Dorthin kann er oder sie sich auch wenden, um die Nebenkostenabrechnung von einem Profi prüfen zu lassen. Die gute Nachricht: Dafür haben sie ein Jahr lang Zeit. Und, um bei der nächsten Nebenkostenabrechnung böse Überraschungen zu vermeiden, rät Herzberg: Möglichst frühzeitig die Vorauszahlungen anpassen.