Oleander

Mediterrane Pflanzen für Balkon und Terrasse

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Gartenexperte Markus Phlippen zeigt, wie man die Sehnsucht nach dem Süden wunderbar mit mediterranen Kübelpflanzen stillen kann.

Der Granatapfel (Punica granatum) ist ein absoluter Traum für den Kübel – er bringt mediterranes Flair auf die Terrasse und ist überraschend robust. Den botanischen Namen “Punica” dürften viele schon mal gehört haben. Granatäpfel sind von Natur aus eher buschig. Um sie in Form zu halten und die Blüte anzuregen, ist der Schnitt entscheidend: Der richtige Zeitpunkt ist zum Winterende/Frühlingsbeginn. Es ist wichtig, nur die zu langen Triebe einzukürzen, aber keinesfalls alles gleichmäßig zurückzuschneiden, weil man sonst zu viele Blütenansätze entfernt.
Der Granatapfel braucht viel Wärme und Sonne, damit aus den wunderschönen roten Blüten auch reife Früchte werden. Ein paar Blüten bekommt man beim richtigen Schnitt fast immer. Mit viel Glück, sogar kleine Früchte.

Granatäpfel auf einem Holztisch

Mit viel Glück erntet man auch hierzulande kleine Granatäpfel.

Wichtig: Während der Wachstums- und Blütezeit im Sommer regelmäßig gießen. Die Erde sollte nie komplett austrocknen, da die Pflanze sonst Knospen oder Früchte abwirft. Staunässe ist der absolute Feind! Dünger von April bis August alle ein bis zwei Wochen mit einem hochwertigen flüssigen Kübelpflanzendünger. Am besten direkt beim Gießen düngen.

Oleander

Oleander ist eine der beliebtesten mediterranen Kübelpflanzen. Heimisch ist er im Mittelmeerraum. Ausgewachsen kann er bis zu vier Meter hoch werden. Es gibt ihn inzwischen in mehr als 400 Sorten und vielen Farben: von hellrosa bis rot. Damit Oleander richtig blüht, braucht er einen warmen, sonnigen Standort, aber auch regelmäßig Wasser. Vor starkem Regen sollten Sie ihn allerdings schützen, da sonst die Erde zu sauer wird und die Blüten durchnässt werden. 

Oleander wächst am besten in einem mineralischen, kalkhaltigen Substrat mit hohem Ton- oder Lehmanteil. Kalkhaltiges Leitungswasser ist daher Trumpf. Ist das Gießwasser angewärmt, fördert das die Blütenbildung. Gießen Sie am besten nicht von oben, sondern immer am Boden gießen, da Nässe von oben die Blüten beschädigt und die Entstehung von Oleanderkrebs fördern kann. Für eine langanhaltende Blüte sollten Sie Ihre Pflanze regelmäßig düngen.

Oleander ist nur bis zu minus fünf Grad winterhart und sollte deshalb im Winter drinnen stehen – am besten ist ein kühler Standort, wo er keinen Frost abbekommt – ein Gewächshaus, ein kalter Wintergarten oder Keller. In milderen Regionen kann der Oleander auch mit einem Vlies gut geschützt überwintern.

Mediterrane Pflanzen für Balkon und Terrasse

Hier und heute 15.06.2026 07:53 Min. Verfügbar bis 15.06.2028 WDR

Ein noch besserer Tipp

Kübelpflanzenerde mit zwei Händen Rhododendronerde mischen. Nerium Oleander – so der vollständige botanische Name einer Schönheit, die bereits in der Antike die römischen Villen verzierte. Diese beliebte Pflanze ist kaum zu toppen, wenn es um mediterranes Feeling bei großer Hitze geht. Der Oleander verzeiht es leicht, wenn mal das Gießen vergessen wurde. Man kann ihn mit einer großen Kanne Wasser schnell wieder zum Leben erwecken. Hier macht es sich bezahlt, dass die Pflanzen in der Natur daran gewöhnt sind, in ausgetrockneten Flussbetten zu wachsen und sowohl große Trockenheit als auch Überschwemmungen ertragen können.

Übrigens: Oleander ist sehr giftig. Kein Teil der Pflanze darf verzehrt werden, da sie das Herzglykosid Oleandrin enthält, dessen Verzehr zu schweren Herzrhythmusstörungen führt. Angeblich: Napoleonische Soldaten vergifteten sich aus Versehen, weil sie Oleanderholz als Grillspieße verwendet hatten!

Besondere Zitronen

Amalfi-Zitronen in einem Korb

Amalfi-Zitronen haben ein besonderes Aroma.

Zitronen dagegen sind wohltuend auf vielerlei Art und lassen sich vielseitig im Haushalt einsetzen. Anders als Orangen, die man nur im Winter ernten kann, kann man Zitronen mehrfach ernten. Die Amalfi-Zitrone, auch Vier-Jahreszeiten-Zitrone genannt, blüht und fruchtet unabhängig von den Jahreszeiten immer wieder. Die Buddhas-Hand-Zitrone (Citrus medica var. sarcodactylis) hat ganz besonders eigenartig geformte Früchte, die wie eine Hand mit Fingern aussehen. Sie hat ein wunderbares Aroma und die "Finger" lassen sich hervorragend kandieren, zu Marmelade verarbeiten oder als Zitronat verwenden.

Sizilianische Zitrone

Die sizilianische Zitrone oder Carrubaro-Zitrone ist eine der beliebtesten Zitronensorten Italiens und charakteristisch für ihre sizilianische Heimat. Typisch für die Carrubaro sind ihr tiefgrünes, dunkles Laub und ihr dunkelroter Neuaustrieb, violette Blüten und auch die zunächst roten kleinen Früchte. Übrigens findet man immer mal wieder auch so besondere Zitronen wie Buddhas Hand sogar im Discounter. Wenn man dort fündig wird - zuschlagen! Die Ware kann durchaus sehr gut sein. Auch dort gilt: Einfach mal kurz aus dem Topf nehmen und die Wurzeln überprüfen. Haben sie schöne weiße Wurzelspitzen? Ist der Topf gut durchwurzelt, aber noch nicht rundgewachsen und überständig? Normale Blumenerde ist für Zitronen nicht so geeignet. Sie ist nicht luftig genug und hält die Struktur nicht. Daher ist es ratsam, normale Blumenerde mit einem Drittel Lavasteinchen/Blähton oder Granit zu vermischen.

Bei Kübelpflanzen Staunässe vermeiden

Tongranulat

Als Drainage eignet sich Tongranulat, Kies oder Bimskies.

Staunässe ist ein großes Problem für Kübelpflanzen. Bei Staunässe werden die Poren in der Erde geflutet und die Wurzeln nicht mehr mit Sauerstoff versorgt – das führt zum Absterben der Pflanze.
Der Blumentopf muss deshalb auf jeden Fall ein Loch im Boden zum Ablaufen des Wassers haben. Eine gute Drainageschicht sorgt dafür, dass das Ablaufloch nicht mit Erde verstopft. Für die Drainageschicht eignen sich Kies, Tongranulat oder Bimskies. Sand ist eher ungeeignet, weil er nicht ausreichend große Hohlräume bildet, durch die das Wasser ablaufen kann. Die Drainageschicht sollten Sie mind. zwei cm dick auffüllen, darauf können Sie noch ein Vlies legen.  Es muss allerdings wasser- und luftdurchlässig sein. Das Vlies dient als Filter und schützt die Drainageschicht vor der Erde. Darauf füllt man dann die Pflanzerde.

Wahl des Blumenkübels

Blumenkübel

Der Blumenkübel sollte mindestens einen Durchmesser von 50cm haben.

Bei der Wahl des Kübels darauf achten, dass er mindestens einen Durchmesser von 50 cm hat. Beim Material und bei der Farbe des Kübel gerne mal etwas wagen, nicht unbedingt den grauen schmucklosen Topf wählen. Nicht nur die Optik, sondern auch das Gewicht spielt eine Rolle: Je größer das Pflanzvolumen, desto mehr wiegt die Erde, aber auch das Gefäß selbst. Um den Topf auch bepflanzt noch gut bewegen zu können, können Sie ihn dauerhaft auf ein Rollbrett stellen.