Eine Tasse Tee mit Brennnessel

Kräuter und Tees gegen Erkältungsbeschwerden

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Schnupfen, Husten, Kopfweh – die Erkältungszeit ist da. Zum Glück hält die Natur viele sanfte Helfer bereit! Heilpraktikerin Sabine Walter zeigt, wie einfache Hausmittel und wohltuende Kräutertees uns dabei unterstützen, wieder ins Gleichgewicht zu kommen.

Kräutertee mit Mädesüß und Lindenblüten und Zistrose

Zutaten

  • 2 Teile Lindenblüten
  • 1 Teil Mädesüßblüten

oder

  • 1-2 Teil Lindenblüten
  • 1 Teil Zistrosenkraut
  • 1 Teil Mädesüßblüten

Zubereitung

Alle Zutaten mischen. 2 TL der Mischung mit 200-250 ml abgekochten und auf mindestens 80 Grad heruntergekühlten Wasser übergießen. Ca. 7-9 Minuten abgedeckt ziehen lassen.
Drei bis vier Tassen täglich nach Bedarf trinken- mit Honig süßen. Lassen Kopf- und Gliederschmerzen allmählich nach, das Mädesüß langsam reduzieren, bis der Tee nur noch aus Lindenblüten (und Zistrose) besteht.

Winter- und Sommer-Linde: Die Linde beruhigt, befeuchtet Schleimhäute und lindert Reizungen. Ihre ätherischen Öle wirken hustenlösend, krampflösend und leicht antiviral. Sie unterstützt bei Erkältungssymptomen und wirkt wohltuend wärmend. Nicht bei Allergien gegen Linde oder Malvengewächse verwenden.

Zistrose: Zistrosenblätter enthalten viele Polyphenole, die antiviral, antibakteriell und antioxidativ wirken. Sie können das Eindringen von Erregern in Zellen hemmen und Entzündungen lindern. Nicht empfohlen für Kinder unter 12 Jahren, Schwangere und Stillende.

Mädesüß: Mädesüß enthält natürliche Salicylate, die schmerzstillend, entzündungshemmend und leicht fiebersenkend wirken – ähnlich wie Weidenrinde. Vorsicht bei Salicylatallergie, Magenproblemen oder blutverdünnenden Medikamenten; nicht für Kinder, Schwangere oder Stillende geeignet.

Brennnessel-Hagebuttentee

Brennessel auf einem Feld

Brennnessel und Hagebutte können helfen, Erkältungen vorzubeugen.

Man muss noch nicht erkältet sein, um die wohltuende Wirkung von Brennnessel und Hagebutte nutzen zu können. Beide Pflanzen helfen, Erkältungen vorzubeugen und das Immunsystem zu stärken.

Zutaten

  • Brennnessel-Blätter, Hagebutten

Zubereitung

Von den Brennnesselpflanzen immer nur die obersten Blattspitzen nutzen. Wer sich nicht traut, kann Handschuhe anziehen. Blätter zerkleinern und in den Teefilter geben. 2-3 Hagebutten halbieren, die Kerne samt Brennhärchen entfernen und mit in den Teefilter geben. Alles mit 80 Grad heißem Wasser übergießen und zugedeckt 5-8 Minuten zugedeckt ziehen lassen.
Die piksenden Brennnessel-Härchen werden durch Überbrühen mit heißem Wasser komplett wirkungslos. Von dem Tee können 2 bis 3 Tassen am Tag/zwei-drei Wochen getrunken werden.

Brennnessel: Reich an Vitamin C, A, K, B-Vitaminen, Eisen und Mineralstoffen. Sie fördert Stoffwechsel, Immunsystem und Entwässerung – eine echte Vitalpflanze. Brennnesseltee hilft, Wassereinlagerungen auszuschwemmen. Nicht anwenden bei Ödemen durch Herz- oder Nierenschwäche.

Brennnesselsamen: Die nährstoffreichen Samen stärken bei Erschöpfung und steigern Vitalität und Energie. Ideal im Müsli oder Salat – mit feinem Nussaroma. Getrocknet lassen sie sich gut bevorraten.

Hagebutte: Vitamin-C-reiche Früchte mit Mineralstoffen, Pektinen und Carotinoiden. Sie stärken das Immunsystem, regen den Stoffwechsel an und wirken belebend – besonders wohltuend bei Erkältungen.

Kräuter und Tees gegen Erkältungsbeschwerden

Hier und heute 05.11.2025 12:49 Min. Verfügbar bis 05.11.2027 WDR

Kräutergurgelwasser - bei Halsschmerzen, nachlassender Stimme oder zur Vorbeugung

Zutaten

Diese Kräuter kann man verwenden:

  • Salbeiblätter
  • Brombeerblätter
  • Zistrosenblätter
  • Gundermannblätter

Entsprechendes Kraut waschen und kleinzupfen oder kleinschneiden. Ein sauberes Glas bis zur Hälfte mit dem Kraut befüllen. Mit klarem Schnaps (ca. 38 %) oder naturtrübem Apfelessig (5 % Säure) bis zum Rand auffüllen. Luftdicht verschließen und etikettieren (Inhalt und Datum). Hell - aber ohne direkte Sonneneinstrahlung mindestens 14 Tage ziehen lassen; nach Möglichkeit täglich das Glas schwenken, damit sich alles gut verteilt. Durch einen Teefilter abseihen … fertig!

Verwendung

Nach dem Gurgeln alles ausspucken. Ein Mundwasser aus z.B. Salbeiblättern, Gundermannblättern, Brombeerblättern und Zistrosenblätter in etwa 38% Alkohol oder Essig wirkt adstringierend, entzündungshemmend und antimikrobiell. Hierdurch können Schleimhautreizungen gelindert und pathogene Keime im Mundraum reduziert werden. Die alkoholische bzw. essigsaure Basis fördert die Extraktion und Stabilisierung der wirksamen Pflanzeninhaltsstoffe und unterstützt deren desinfizierende Wirkung.

Salbei: Wirkt entzündungshemmend, adstringierend, antibakteriell und antiviral – bewährt bei Hals- und Rachenbeschwerden. Enthält Thujon, 1,8-Cineol und Rosmarinsäure. Hochdosiert oder langfristig nicht für Schwangere, Stillende, Kinder oder Epileptiker geeignet.

Brombeerblätter: Reich an Gerbstoffen und Flavonoiden. Wirken entzündungshemmend und leicht adstringierend – traditionell als Gurgeltee bei Hals- und Schleimhautentzündungen genutzt.

Gundermann: Altbekannte Heilpflanze mit ätherischen Ölen und Bitterstoffen. Wirkt antibakteriell, entzündungshemmend, schleimlösend und nervenstärkend – erleichtert das Abhusten und belebt die Sinne.

Spitzwegerich-Honig - auch bei trockenem Reizhusten

Zutaten

  • Spitzwegerichblätter (so viel, dass das Glas bis etwa zur Hälfte gefüllt ist)
  • Honig
  • 1 Einmach- oder Marmeladenglas
  • 1 Glas-Filter

Zubereitung

Spitzwegerich sammeln

Spitzwegerich wirkt antibakteriell, entzündungshemmend und reizlindernd.

Abwechselnd geschnittenen Spitzwegerich und Honig in ein Marmeladenglas schichten. Die erste und letzte Schicht ist Honig. Mindestens drei Monate an einem dunklen, kühlen Ort ziehen lassen und dann abseihen. Mit Datum versehen, luftdicht, dunkel und kühl lagern. Je nachdem, wie sauber gearbeitet wurde, hält er sich drei Wochen bis 3 Jahre.  Einen Teelöffel bis einen halben Esslöffel nach Bedarf nehmen – so lange wie es geht im Mund behalten.

Spitzwegerich: Bewährte Heilpflanze bei Husten, Entzündungen und Wunden. Enthält Aucubin, Schleimstoffe, Kieselsäure, Gerbstoffe und Vitamin C. Wirkt antibakteriell, entzündungshemmend, reizlindernd, wundheilend und schützend auf Haut und Schleimhäute; kann leicht blutdrucksenkend wirken.

Honig: Natürlicher Alleskönner mit über 180 Inhaltsstoffen, reich an Vitaminen, Mineralien und Enzymen. Wirkt erwärmend, reizlindernd, entzündungshemmend, antioxidativ und antibakteriell – zugleich beruhigend, nervenstärkend und wohltuend für Atemwege und Verdauung.

Weitere Kraftspender aus der Natur

Wilde Malve: Die zarte Malve beruhigt gereizte Schleimhäute und lindert Hustenreiz. Ihre Schleimstoffe wirken reizlindernd, entzündungshemmend und sanft kühlend – ideal bei Hals- und Rachenbeschwerden.

Großblütige Königskerze: Reich an Schleimstoffen, Saponinen und Flavonoiden. Wirkt reizlindernd, schleimlösend und entzündungshemmend bei Husten und Atemwegsreizungen. Hinweis: Blüten immer im Teefilter ziehen lassen, da feine Härchen Schleimhäute reizen können.

Gänseblümchen: Mildes Heilkraut mit Saponinen, Schleimstoffen und Vitamin C. Wirkt schleimlösend, entzündungshemmend und reizlindernd bei leichten Erkältungen. Nicht bei Allergie gegen Korbblütler anwenden.

Kamille: Bewährtes Heilkraut mit entzündungshemmender, beruhigender und regenerierender Wirkung. Befreit Atemwege, lindert Schleimhautentzündungen und entspannt als Tee. Bei trockenen Schleimhäuten mit Vorsicht anwenden.

Schlüsselblume: Wirkt schleimlösend, auswurffördernd und reizlindernd durch Schleimstoffe, Saponine und ätherische Öle. Geschützte Wildpflanze – nicht in der Natur sammeln! Nicht bei Allergie gegen Primula-Arten verwenden.

Pfefferminze: Erfrischend und belebend. Wirkt entzündungshemmend, keimhemmend und abschwellend auf die Schleimhäute. Unterstützt die Atemwege und lindert Halsschmerzen. Abends besser meiden, da leicht anregend.

Thymian: Kraftvolles Heilkraut mit stark antibakteriellen und schleimlösenden Eigenschaften. Fördert das Abhusten, beruhigt gereizte Atemwege und stärkt bei Erkältung. Wirkt leicht anregend – daher nicht direkt vor dem Schlafengehen trinken.