Grabgestaltung: Grablicht und Engelsfigur

Kosten im Trauerfall

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Mit welchen Kosten muss man für eine Bestattung rechnen? Welche unterschiedlichen Möglichkeiten gibt es? Alexander Helbach von der Verbraucherinitiative für Bestattungskultur „Aeternitas“ gibt Tipps und klärt auf.

Mit welchen Kosten man rechnen muss

Dass Angehörige von den Kosten einer Beerdigung überrascht sind – das komme immer wieder vor: „Die kommen dann mit der Rechnung zu uns und bitten uns, diese zu prüfen“, sagt Alexander Helbach von Aeternitas. „Und wir müssen dann in der Regel sagen: Das ist alles in Ordnung so, das ist das ganz normale Preisniveau.“

Denn vielen sei nicht bewusst, welche Kosten im Fall einer Bestattung auf sie zukommen: „Die gehen dann zum Bestatter, achten gar nicht genau darauf, was sie alles auswählen – von Grab mit Blumenschmuck über Karten bis zu Traueranzeigen – und sind dann am Ende überrascht, dass es so teuer wird“, sagt Helbach.

Denn: Mit welchen Kosten man für eine Bestattung rechnen muss, sei sehr unterschiedlich. So könne man eine sogenannte Discounter-Bestattung bereits für 1000 bis 2000 Euro bekommen. Bei einer einfachen Beerdigung mit Bestatter seien es etwa 3000 bis 4000 Euro. Und eine klassische Beerdigung mit Trauerfeier und Grabstein könne auch schnell 10 000 Euro und mehr kosten.

Außerdem variieren die Friedhofsgebühren je nach Kommune erheblich. Der Landesdurchschnitt für ein „Sargwahlgrab“ lag 2024 nach einer Auswertung vom Bund der Steuerzahler bei 3257 Euro, in Städten wie Bochum, Leverkusen und Krefeld allerdings kosteten die Gebühren dafür mehr als 4000 Euro.

Kosten im Trauerfall

Hier und heute 18.11.2025 08:58 Min. Verfügbar bis 18.11.2027 WDR

Welche Möglichkeiten es gibt

Welche Art der Bestattung die bessere sei, lasse sich pauschal gar nicht sagen: „Entscheidend ist, was man möchte“, sagt Alexander Helbach. So spreche auch grundsätzlich nichts gegen eine sogenannte Discounter-Beerdigung. Man sollte sich dabei allerdings im Klaren sein, was genau das bedeutet.Denn: Bei einer Discounter-Bestattung passiert nur das Nötigste. Der Verstorbene wird abgeholt, eingeäschert und die Urne irgendwo anonym bestattet – gegebenenfalls auch im Ausland. „Zwar kann man im Nachhinein erfragen, wo das geschehen ist“, sagt Helbach. „Aber vorfinden wird man dort in der Regel lediglich eine Wiese.“

Wer keinen bestimmten Ort zum Trauern brauche, für den könne das trotzdem eine Möglichkeit sein. Eine Alternative sei in diesem Fall aber auch eine Seebestattung in Nord- oder Ostsee. Auch die sei günstiger als die klassische Erdbestattung – und habe ebenfalls den Vorteil: Es ist keine Grabpflege nötig.

Wem hingegen ein Ort zum Trauern wichtig sei, der sollte sich für eine andere Variante entscheiden. Und auch da gebe es inzwischen eine ganze Reihe an Möglichkeiten – abseits der klassischen Erdbestattung mit Grabstein: Etwa Urnen-Rasengräber oder Urnen-Bestattungen unter Bäumen, jeweils mit einer kleinen Namensplakette.

Was man bei der Vorsorge beachten sollte

Das Wichtigste aber sei, sich überhaupt im Vorfeld Gedanken über die eigene Bestattung zu machen – auch, um die Angehörigen zu entlasten, sagt Helbach. Dabei könne schon ein einfacher Satz reichen. Wie zum Beispiel: „Ich möchte eine Feuerbestattung.“ Wer möchte, könne auch gleich seine komplette Beerdigung durchplanen – vom Grabstein-Spruch über die Gäste bis hin zur Musik.

Sinnvoll sein kann auch, finanziell für seine Bestattung vorzusorgen. „Auch da gibt es verschiedene Möglichkeiten“, sagt Helbach. So könne man etwa einen Vorsorge-Vertrag mit einem Bestatter abschließen – und die Beerdigung selbst vorab komplett bezahlen. Eine andere Möglichkeit sei, das Geld „Schritt für Schritt“ mit einer Sterbegeld-Versicherung anzusparen. Aus finanzieller Sicht sei diese wahrscheinlich nicht attraktiv, habe aber den Vorteil, dass man nicht alles auf einmal bezahlen muss.

Womöglich werden die Regeln für Bestattungen künftig aber auch in Nordrhein-Westfalen gelockert – und es wird weitere Möglichkeiten der Bestattung geben, vermutet Helbach. In anderen europäischen Ländern sowie seit Kurzem auch in Rheinland-Pfalz können Angehörige Urnen etwa im eigenen Garten vergraben oder im Haus aufbewahren. Er glaube, dass dies in Zukunft auch in NRW möglich sein wird. „Ich weiß nur nicht, wie lange das noch dauert.“