Eine Frau putzt mit einem Lappen und Reinigungsmittel den Backofen. Symbolbild Frühjahrsputz

Hygiene und Sauberkeit im Haushalt

Stand:

Hygiene im Haushalt schützt vor Keimen und Bakterien. Mikrobiologe Prof. Dr. Dirk Bockmühl erklärt, wie Sauberkeit im Alltag gelingt.

Keime sind überall im Haushalt, auch dort, wo es sauber aussieht: im Kaffeevollautomaten, im Spülschwamm oder auf Schneidebrettern. Viele lebensmittelbedingte Infektionen entstehen tatsächlich zu Hause. Entscheidend ist dabei nicht nur die Anzahl der Keime, sondern vor allem der Infektionsweg. Feuchtigkeit spielt eine zentrale Rolle – dort, wo sie vorhanden ist, fühlen sich Mikroorganismen besonders wohl.

In seinem Buch „Keime im Haushalt“  beschreibt Prof. Bockmühl den sogenannten „Keim-Knigge“:
1. Mikroorganismen entstehen nicht aus dem Nichts: Kennen Sie die Keimquelle!
2. Händewaschen ist die wichtigste Hygienemaßnahme, denn Infektionserreger nutzen unsere Hände als Transportmittel.
3. Vorsicht bei der Zubereitung problematischer Lebensmittel: Rohe, tierische Lebensmittel verlangen besondere Hygiene.
4. Wasser weg- Keime weg: Mikroorganismen brauchen Feuchtigkeit.
5.  Lassen Sie sich nicht verrückt machen! Mikroben umgeben uns- und nicht alle machen krank!

Hygiene und Sauberkeit im Haushalt

Hier und heute 06.01.2026 09:13 Min. Verfügbar bis 06.01.2028 WDR

Typische Keimquellen in der Küche

Das Bild zeigt eine Frau, die eine Glasscheibe mit einem Schwammtuch abwäscht.

Gerade Lappen und Schwämme sind aufgrund der Feuchtigkeit besonders anfällig für Bakterien.

Spüllappen und Schwämme sollten mindestens einmal pro Woche – oder bei Geruch – ausgetauscht oder bei über 60 Grad gewaschen werden. Kaffeemaschinen, vor allem Vollautomaten, gelten als kritisch und müssen nach Herstellerangaben gereinigt werden. Arbeitsflächen und Spülbecken lassen sich mit geeignetem Reiniger, sauberen Tüchern und schnellem Trocknen hygienisch sauber halten. Kühlschränke sollten regelmäßig gereinigt und alte Lebensmittel entsorgt werden.

Häufige Fehler in der Küchenhygiene entstehen beim Umgang mit rohen tierischen Lebensmitteln wie Geflügel oder Rohmilchprodukten. Auch gekaufte Lebensmittel können Keime tragen, etwa Geflügelfleisch oder Fertigsalate. Die Hände sind dabei der wichtigste Überträger, weshalb gründliches Händewaschen unverzichtbar ist.

Hygiene in anderen Wohnbereichen

WC und Bidet

Vor dem Spülen sollte darauf geachtet werden, dass der Deckel geschlossen ist.

In der Toilette sind Feuchtigkeit und Schimmel problematischer als die Klobrille selbst. Händewaschen und das Schließen des Deckels beim Spülen sind wichtig. Normale Reiniger reichen meist aus, Desinfektionsmittel nur in Ausnahmefällen. Türklinken oder Handy-Displays können Keime tragen, stellen aber in der Regel kein relevantes Infektionsrisiko dar.

Schuhe von draußen sind hygienisch meist unkritisch, außer bei krabbelnden Säuglingen. Bettwäsche sollte regelmäßig gewechselt und ausreichend heiß gewaschen werden. Insgesamt gilt: Putzen reicht in den meisten Fällen aus – Desinfektion ist nur in besonderen Situationen sinnvoll.