Hausnotruf

Hausnotrufsysteme –Worauf sollte man achten?

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Gesundheits-Expertin Felizitas Bellendorf erklärt, worauf man bei Hausnotrufsystemen und Anbietern achten sollte.

Wie sich die Anbieter voneinander unterscheiden

Die Basisfunktion ist bei allen Anbietern gleich: Es gibt eine Station mit einer Freisprechanlage und einem Notruf-Knopf, den die Nutzer wie eine Armbanduhr am Handgelenk oder eine Kette um den Hals tragen. Drücken sie den Knopf, können sie sofort mit jemandem in der verbundenen Notrufzentrale sprechen – der dann im Fall des Falles Hilfe organisiert.

Was ebenfalls bei allen Anbietern gleich ist: Sie bieten einen Rund-um-die-Uhr-Service. „Das müssen sie natürlich auch“, sagt Felizitas Bellendorf von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Schließlich ereigneten sich Stürze und Unfälle zu jeder Tages- und Nachtzeit.

Unterschiede gibt es, wie die Anbieter im Fall eines Notrufs reagieren. So haben die einen eine Notrufzentrale direkt vor Ort und schicken im Fall des Falles eigenes Personal raus. Andere arbeiten mitunter deutschlandweit und telefonieren im Notfall eine Liste mit zuvor festgelegten Rufnummern ab.

Vor allem beim Mobilfunk werden auch die Aufenthaltsorte der zu überwachenden Personen erfasst

Funktionen wie die GPS-Ortung können oft dazugebucht werden.

Unterschiede gibt es außerdem bei den Zusatzfunktionen. So können Nutzer je nach Anbieter bestimmte Dienstleistungen hinzubuchen. Zum Beispiel eine Sturzerkennung – die in diesem Fall automatisch einen Notruf absetzt. Oder es gibt die Möglichkeit, einen Haus- oder Wohnungsschlüssel zu hinterlegen, regelmäßige Kontrollen zu vereinbaren – wie etwa mit einer „Mir geht es gut“-Taste – oder ein mobiles Gerät mit GPS-Ortung zu nutzen, damit der Hausnotruf auch außerhalb der eigenen vier Wände funktioniert.

Mit welchen Kosten man rechnen muss

Ein Hausnotrufsystem kostet 25,50 Euro im Monat – neben einer einmaligen Anschlussgebühr von 10 bis 80 Euro. Dies allerdings nur im Basistarif. Dieser beinhaltet lediglich den Notruf-Service. Zusatzleistungen kosten extra und können die monatlichen Kosten noch einmal um rund 50 Euro erhöhen.

Das Beitragsbild des Dok5 Feature "Einsamkeit" zeigt eine ältere Frau auf dem Bett sitzend.

Bei einer bestehenden Sturzgefahr ist eine Kostenübernahme durch die Krankenkasse möglich.

Unter Umständen übernimmt die Pflegekasse die Kosten für den Anschluss und die monatlichen Gebühren des Basistarifs. „Entscheidend dafür ist, dass man zunächst einen Pflegegrad hat“, sagt Felizitas Bellendorf. Außerdem muss „eine gewisse Gefahr bestehen, dass der- oder diejenige hinfällt“. Und schließlich darf niemand anderes im Haushalt wohnen, der Hilfe holen könnte.

Wer die Kostenübernahme bei der Pflegekasse beantragen möchte, wendet sich am besten gleich an den Anbieter, rät Felizitas Bellendorf. Diese helfen in aller Regel bei der Beantragung.

Hausnotrufsysteme –Worauf sollte man achten?

Hier und heute 09.05.2025 10:52 Min. Verfügbar bis 09.05.2027 WDR

Was bei der Wahl des Anbieters beachten sollte

Wer sich für ein Hausnotruf-System entscheide, sollte zunächst einmal schauen: „Was gibt es für Anbieter in meiner Nähe, welche Zusatz-Leistungen bieten sie an – und zu welchem Preis?“, sagt Felizitas Bellendorf. Schließlich sei auch wichtig, dass „die Leute freundlich sind und alles gut erklären.“

Ob es sich bei dem Anbieter um einen der Wohlfahrtsverbände wie Caritas, Diakonie oder Rotes Kreuz oder einen auf Hausnotruf spezialisiertes Unternehmen handele, mache in Sachen Qualität in der Regel keinen Unterschied. Inzwischen gebe es auch Unternehmen, die einen Hausnotruf-Service per App und Smartwatch anbieten. Auch da spreche grundsätzlich nichts gegen.

Entscheidender sei, dass das Angebot zu den eigenen Bedürfnissen passt. Wohnt etwa eine oder im Idealfall mehrere Personen in unmittelbarer Nähe zum Betroffenen, ist ein Service sinnvoll, bei dem der Hausnotruf-Anbieter zunächst eine festgelegte Liste an Kontakt-Telefonnummern anruft. Andernfalls ist es besser, sich für einen Anbieter mit einer Notrufzentrale in der Nähe zu entscheiden – damit das Personal im Notfall möglichst schnell vor Ort ist.