Verschiedene Erkältungsmittel liegen in Hannover auf einem Tisch

Erkältung, Grippe und hartnäckiger Husten – was steckt dahinter?

Stand:

Hartnäckiger Husten nach einem Infekt? Allgemeinmediziner Stefan Spieren erklärt, wann er gefährlich wird und was wirklich hilft.

Grippaler Infekt oder echte Grippe?

Rund 200 verschiedene Virusarten können einen grippalen Infekt auslösen. Erwachsene erkranken durchschnittlich zwei- bis dreimal pro Jahr, Kinder sogar bis zu 13-mal. Gefährlich sind diese Infekte in der Regel nicht.
Anders verhält es sich bei der echten Grippe (Influenza), die durch das Influenzavirus verursacht wird und schwer verlaufen kann. Grippaler Infekt und Grippe sollten daher nicht verwechselt werden.

Wenn der Husten bleibt

Junge Frau leidet an Husten

Bei Husten nicht voreilig Antiobiotika oder weitere Medikamente einnehmen.

Von einem postinfektiösen Husten spricht man, wenn dieser auch drei Wochen nach einem Atemwegsinfekt noch anhält. Laut einer kanadischen Studie betrifft das 11 bis 25 Prozent der Erkrankten. Meist klingt der Husten spätestens nach acht Wochen von selbst ab.
Forschende der Universität Toronto raten daher, Patientinnen und Patienten entsprechend aufzuklären und nicht vorschnell Antibiotika oder andere Medikamente zu verordnen. Erst wenn der Husten länger als acht Wochen anhält, sollten weitere Behandlungsschritte geprüft werden.

Erkältung, Grippe und hartnäckiger Husten – was steckt dahinter?

Hier und heute 23.02.2026 07:18 Min. Verfügbar bis 23.02.2028 WDR

Warum Husten sinnvoll sein kann

Während und kurz nach einer Infektion erfüllt der Hustenreiz wichtige Funktionen im Heilungsprozess. Er hilft beispielsweise dabei, Bronchialschleim aus der Lunge zu transportieren.
Viele Ärztinnen und Ärzte empfehlen bei postinfektiösem Husten einfache Hausmittel. Ein Schluck Wasser oder Tee kann den Hustenreiz beruhigen. Auch Inhalationen mit pflanzlichen Zusätzen wie Salbei oder Efeu können unterstützend wirken.

Viren oder Bakterien?

Das Bild zeigt eine Frau, die ein Taschentuch benutzt.

Viren sind in den meisten Fällen der Auslöser für Atemwegserkrankungen.

Erkältungen werden in 90 bis 95 Prozent der Fälle durch Viren verursacht, etwa durch Rhino-, Corona-, Adeno- oder RSV-Viren. Sie befallen die Schleimhäute der oberen Atemwege – also Nase, Rachen und Bronchien. Das Immunsystem reagiert mit einer Entzündung, wodurch typische Symptome wie Schnupfen, Halsschmerzen, Husten, leichtes Fieber und Müdigkeit entstehen.
Antibiotika helfen hier nicht, da sie nur gegen Bakterien wirken.

Bakterien sind bei einer klassischen Erkältung seltener die direkte Ursache. Allerdings kann sich nach einem viralen Infekt eine zusätzliche bakterielle Infektion entwickeln, weil die Schleimhäute gereizt sind und die Abwehr geschwächt ist. Möglich sind dann etwa eine bakterielle Nasennebenhöhlenentzündung, eine Mittelohrentzündung oder – seltener – eine bakterielle Bronchitis. Auch Erkrankungen wie eine Streptokokken-Angina oder eine bakterielle Lungenentzündung können ähnliche Symptome verursachen.

Hinweise auf eine bakterielle Beteiligung

Ein langsamer Beginn mit Schnupfen, Husten und mildem Krankheitsgefühl spricht eher für einen viralen Infekt. Hohes Fieber, starke einseitige Schmerzen, eitriger Auswurf oder eine deutliche Verschlechterung nach anfänglicher Besserung können dagegen Hinweise auf eine bakterielle Infektion sein.