- Sendehinweis: Hier und heute | 26. September 2025, 16.15 - 18.00 Uhr | WDR
Laut Matthias Böse gibt es im Wesentlichen zwei Probleme: „Zum einen ist meist nur ein kleines Täschchen im Flugpreis enthalten“. Wie groß das sein darf, sei aber je nach Fluggesellschaft unterschiedlich. Größeres Handgepäck kostet in aller Regel extra und muss zusätzlich gebucht werden. Und auch da gibt es bei zulässiger Größe und Maximal-Gewicht je nach Airline Unterschiede.
Je nach Airline gelten unterschiedliche Bestimmungen fürs Handgepäck.
Das habe mitunter absurde Folgen: „Ich kann dann zum Beispiel meinen Koffer bei der einen Fluglinie als kostenloses Handgepäck mitnehmen, bei der anderen ist er dafür zu groß“, sagt Böse. Bei der einen Airline zählt der Koffer noch als reguläres Handgepäck, bei der anderen muss er aufgegeben werden. Oder bei einigen Airlines sei eine zusätzliche Laptop-Tasche erlaubt, bei anderen nicht.
Weiteres Problem: Häufig fällt erst am Gate auf, dass das Handgepäck zu groß oder zu schwer ist. Denn wer nur mit Handgepäck reist, macht meist lediglich einen Online-Check-in und bei der Sicherheitskontrolle werden Größe und Gewicht des Gepäcks nicht kontrolliert. Dann kann es teuer werden. Häufig werden Nachzahlungen von 60 bis 80 Euro fällig.
Ärger mit (Hand)-Gepäck vermeiden
Hier und heute. 26.09.2025. 14:53 Min.. Verfügbar bis 26.09.2027. WDR.
Was Flugreisende tun können
Wird Passagieren in diesem Fall am Gate das Handgepäck abgenommen und kostenpflichtig aufgegeben, müssen sie das grundsätzlich hinnehmen – und auch die entsprechenden Gebühren zahlen, sagt Matthias Böse. Wer das nicht möchte, kann das Gepäckstück nicht mitnehmen oder darf nicht an Bord gehen.
Sollte sich am Gate allerdings herausstellen, dass der Koffer oder die Tasche lediglich ein wenig zu schwer ist, hat er einen Tipp: „Beim Duty-Free-Shop eine dieser Papp-Taschen kaufen und umpacken“, sagt Böse. Denn die dürfe man immer zusätzlich mitnehmen – und das Gewicht spielt keine Rolle. Außerdem sei es in einem solchen Fall immer besser, mit einer weichen Tasche zu reisen als mit einem harten Koffer. Denn diese lässt sich unter Umständen auf die zulässige Größe zusammendrücken.
Im Duty-free werden Waren ohne Zusatzkosten wie Zoll oder Umsatzsteuer angeboten.
Zudem komme es immer wieder vor, dass Passagiere am Gate gebeten werden, ihr Handgepäck aus Platzgründen im Flugzeug abzugeben – auch wenn es nicht zu groß oder zu schwer ist. Auch das müssen sie grundsätzlich akzeptieren. Es gebe allerdings einen Trick, wie man das vermeiden kann: „Gepäck ist immer bis zu einem Wert von 1500 Euro abgesichert“, sagt Böse. „Wenn man sagt, dass der Gepäckinhalt diesen Wert übersteigt, müsste das Personal das deklarieren und darauf hat niemand Lust.“
Wie sich Ärger mit dem Handgepäck vermeiden lässt
Wer derzeit Ärger mit dem Handgepäck vermeiden möchte, müsse sich leider immer im Vorfeld ganz genau informieren, welche Regeln bei der entsprechenden Airline gelten, sagt Matthias Böse. Die Infos dazu finde man allerdings relativ leicht auf den Homepages der Fluggesellschaften.
Die Rechtslage könnte sich allerdings künftig ändern: Der Bundesverband der Verbraucherzentralen streitet gemeinsam mit anderen europäischen Verbraucherschützern für mehr Transparenz bei den Handgepäck-Gebühren. Zudem dürfe Handgepäck nach einem EuGH-Urteil nicht extra kosten.
Wann ein Urteil gesprochen wird, steht noch nicht fest. Aber: „Man muss jetzt schauen, was bei dem Verfahren rauskommt“, sagt Matthias Böse. „Möglicherweise kann man sich dann das Geld im Nachhinein zurückholen – und zwar drei Jahre rückwirkend.“ Daher lautet sein Rat: Entsprechende Belege und Kreditkarten-Abrechnungen unbedingt aufbewahren.