Weihnachtliche Lichterkette

Gemütliches Licht für zu Hause

Stand:

Licht schafft Atmosphäre und bestimmt unsere Stimmung. Wie wir Gemütlichkeit und Wärme in graue Tage bringen, klären wir mit Lichtplaner Tristan Lukassen.

Warmes Licht sorgt dafür, dass wir uns wohlfühlen, sagt Lichtplaner Tristan Lukassen. „Das geht im Grunde zurück auf die Zeit, in der wir alle abends am Lagerfeuer gesessen haben.“ Kaltes, ungemütliches Kunstlicht hingegen schlage uns auf die Stimmung – und womöglich langfristig sogar auf die Gesundheit.

Lagerfeuer

Angenehmes Licht kann die Stimmung eines Lagerfeuers simulieren.

Grundsätzlich gilt daher: Je wärmer das Licht, desto besser, sagt Tristan Lukassen. Heißt konkret: Um gemütliche Lichtstimmung zu erzeugen, sollte der Kelvinwert der Leuchten so niedrig wie möglich sein. Denn dieser steht für die Lichtfarbe. „Sehr gemütliches Licht“ etwa haben Leuchten mit einem Kelvinwert von 1800 – welche der Lagerfeuer- und Kerzenatomsphäre am nächsten kämen.

Der Farbwiedergabewert hingegen spiele für den Privatbereich seiner Meinung nach keine große Rolle. Er halte das eher für einen „Marketing-Gag“. Was hingegen wichtig sei: Das Licht sollte möglichst indirekt sein. Bedeutet: Die Leuchte strahlt nicht direkt in den Raum, sondern an eine Wand, an die Decke oder auf den Boden – und wird von dort zurück in den Raum reflektiert.

Gemütliche Lichtstimmung erzeugen

Eine Frau greift nach oben an eine Deckenlampe

Wenn möglich eine zentrale Deckenlampe vermeiden.

Die eine Lösung für alle gibt es nicht, sagt Tristan Lukassen. Man könne aber grundsätzliche Dinge beachten. Ein klassischer Fehler sei: „Es gibt eine zentrale Deckenlampe, die gleichmäßig den ganzen Raum ausleuchtet“, sagt Tristan Lukassen. So aber entstehe keine Atmosphäre. Dafür brauche es sogenannte Lichtinseln aus einem Kontrast von Licht und Schatten, um Akzente zu setzen. Je mehr einzelne, kleinere Lichtquellen, desto besser. Doch auch schon mit drei oder vier passenden Lampen in der richtigen Anordnung „kann man unfassbar viel rausholen“, sagt Lukassen.

Zum Beispiel in einem kleinen, klassisch eingerichteten Wohnzimmer: Mit einer Stehleuchte am Sofa und nur einer weiteren Lichtquelle am Fernseher könne man bereits eine sehr schöne Stimmung erzeugen. „So wird es gemütlich und trotzdem hell genug.“

Aber klar: Es gebe zahllose weitere Möglichkeiten – wie etwa Schienensysteme mit kleinen Spots, Leuchten in Sideboards, kleine Schreibtischleuchten, Rundum- oder Pendelleuchten. Letztere könne man etwa auch dann anbringen, wenn es keine entsprechenden Anschlüsse gibt – mit Hilfe von Kabelsystemen für die Steckdose.

Gemütliches Licht für zu Hause

Hier und heute 14.11.2025 07:05 Min. Verfügbar bis 14.11.2027 WDR

Warum nicht nur gemütliches Licht wichtig ist

Was man bei der Lichtplanung aber nicht vergessen dürfe: „In Innenräumen wollen wir es ja nicht immer nur gemütlich haben“, sagt Lukassen. So brauche man mitunter auch helleres Licht – etwa zum Essen, Lesen oder Arbeiten. „Wir sollten daher das Licht für abends und tagsüber separat betrachten.“ Dafür brauche es aber nicht zwangsläufig neue Lampen oder gar ein neues Licht-Konzept.
Dimmbare-LED-Birne mit Farbverstell-Funktion können die Lösung sein. Solche mit der Aufschrift „Dim to warm“ seien ideal, sagt Lukassen. Damit könne man abends wohlig, warmes Licht erzeugen – und tagsüber helleres, kälteres zum Arbeiten oder Saubermachen.

Möglich sei das im Grunde mit jeder Lampe. Denn auch wenn diese keine Dimm-Funktion habe, lasse sich das problemlos nachrüsten: „Nachträgliche Dimmer gibt es schon ab 50 Euro.“