- Sendehinweis: Hier und heute | 19. Januar 2026, 16.15 - 18.00 Uhr | WDR
Übertriebenes Sicherheitsdenken sei der Grund, warum viele Menschen beim Sparen auf Girokonto oder Sparbuch setzten, sagt Finanztip-Chefredakteur Saidi Sulilatu. Aber: „Ihr Geld verliert so mit der Zeit durch die Inflation massiv an Wert.“ Eine schlechte Idee sei es allerdings auch, die Verantwortung für seine Finanzen an jemand anderen abzutreten. Der- oder diejenige werde im Interesse des Auftraggebers handeln – „Das ist die Versicherung oder der Finanzdienstleister.“
Der häufigste Fehler: Teure und intransparente Finanzprodukte
Geld in Versicherungen und Fonds mit zu hohen Kosten und Provisionen zu stecken, sei der häufigste Fehler, den Menschen in Deutschland in Sachen Finanzen machten, so Sahidi Sulilatu. Der Finanzvertrieb mache sich die Zukunftsangst der Menschen zunutze und verkaufe ihnen meist viel zu teure und intransparente Anlageprodukte.
Geld in teure Versicherungen und Fonds zu stecken ist der häufigste Finanzfehler in Deutschland.
In vielen Fällen handele es sich dabei um Rentenversicherungen. „Die haben dann ganz kreative Namen wie ,Flex invest', ,Zukunft Plus' oder ,Rentenplan‘“, sagt Saidi Sulilatu. Seien aber in aller Regel „zu teuer, zu kompliziert und nicht durchdacht“. Solche Verträge sollte man nicht abschließen, rät der Experte. Habe man dies gerade getan, ergebe in aller Regel eine Kündigung Sinn. Läuft die private Rentenversicherung bereits länger als vier Jahre, sollte man sich die letzten Jahresabrechnungen genau anschauen und die Kosten mit dem Ertrag vergleichen. Unter Umständen wäre es dann sinnvoll, den Vertrag weiterzuführen oder ihn beitragsfrei zu stellen. Dann bleibt das angesparte Kapital bestehen, ohne, dass man weiterhin Geld einzahlen muss. Außerdem hat das Kabinett gerade eine Reform der Riester-Rente beschlossen. Kunden haben demnach die Möglichkeit, ab Januar 2027 in attraktivere Altersvorsorge-Modelle zu wechseln.
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Hier und heute. 19.01.2026. 16:47 Min.. Verfügbar bis 19.01.2028. WDR.
Wie man seine Finanzen selbst regelt
Jeder kann seine Finanzen günstig und ganz einfach selbst ordnen, dabei jederzeit abgesichert sein und nachhaltig Vermögen aufbauen, sagt Saidi Sulilatu. Dafür brauche man lediglich „vier Töpfe“: Ein Girokonto, eine Kreditkarte, ein Tagesgeldkonto und ein ETF-Depot.
Auf dem Girokonto laufen alle Zahlungsströme zusammen: „Geld geht ein, Fixkosten, Alltagskosten und Sparraten gehen in Richtung der anderen Töpfe ab“, sagt Sulilatu. Als Richtwert sollten etwa fünf Prozent der Einkünfte für einen Notgroschen aufs Tagesgeld-Konto gehen und 15 Prozent ins ETF-Depot, um damit „unkompliziert Vermögen aufzubauen“.
Am besten legt man das Geld direkt zu Monatsbeginn beiseite.
Es gebe Menschen, die keine Möglichkeit hätten, etwas zur Seite zu legen. Die meisten machten jedoch den Fehler, dass sie schauten, ob am Ende des Monats etwas übrig sei, was sie sparen könnten. Aber: „Man muss das Sparen an den Anfang stellen und gleich nach dem Gehaltseingang per Dauerauftrag Geld an die anderen Töpfe überweisen“, sagt Sulilatu. „Dann klappt es auch mit dem Sparen.“