Münzen und Geldscheine fallen aus einem Sparschwein

Finanzcheck zum Jahresende 

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Das Jahresende ist ein guter Zeitpunkt für einen persönlichen Finanzcheck. Worauf Sie dabei schauen sollten, klären wir mit Finanzexpertin Simin Heuser. 

Symbolbild mit Kontauszug auf dem ein Stift liegt

Kontoauszüge helfen dabei, die Verteilung der Ausgaben im Blick zu behalten.

Jetzt ist der optimale Zeitpunkt, seine Finanzen auf Vordermann zu bringen, sagt Simin Heuser. Ihr erster Tipp: „Einmal schauen, wie mein Geld überhaupt verteilt ist.“ Schauen Sie hierfür Ihre Kontoauszüge des Jahres durch oder scrollen Sie durchs Online-Banking. Dabei aufschreiben, was reingekommen ist und wofür Sie Ihr Geld ausgegeben haben. 

Hände halten eine Kaffeetasse.

Wer an den schönen kleinen Dingen spart, geißelt sich nur.

Man brauche aber nicht jede einzelne Supermarkt-Rechnung aufzulisten. Vielmehr gehe es um die großen Ausgaben – wie Versicherungen, Urlaub oder Anschaffungen wie eine neue Waschmaschine oder Couch, sagt Finanzexpertin Simin Heuser. Denn: „Da liegen die größten Sparpotenziale.“  
So lasse sich gut erkennen, ob und wie man im kommenden Jahr Geld sparen kann – etwa, indem man einen günstigeren Urlaub macht, die alte Küche vielleicht doch noch ein weiteres Jahr nutzt oder sich von überflüssigen Versicherungen trennt. Im Alltag auf kleine Dinge wie den Coffee-to-go zu verzichten hingegen bringe in der Regel aus finanzieller Sicht nicht viel, sagt Heuser. „Da geißelt man sich nur.“  

Interessant sei sicher auch zu sehen, wie viel man im vergangenen Jahr für Weihnachtsgeschenke ausgegeben hat, sagt Simin Heuser. Denn auch da sei das Sparpotenzial in der Regel groß. 
Tipp: Setzen Sie sich für Geschenke und Deko ein klares Budget!  

Wie man sinnvoll mit seinem Geld umgeht  

Eine Reihe Kontokarten, die nebeneinander liegen.

Das Geld besser auf ein Fest- oder Tageskonto legen als auf das Girokonto.

Grundsätzlich sollten die Ausgaben in etwa so verteilt sein: 50 bis 60 Prozent für Fixkosten wie Miete, Strom, Heizung, Lebensmittel und Versicherungen. Weitere 20 bis 30 Prozent für Wünsche und Lebensqualität wie Essen gehen, Urlaub, Kleidung, Kultur und Geschenke. Und 10 bis 20 Prozent seines Geldes sollte man nach Möglichkeit sparen. Ganz wichtig dabei sei allerdings: „Das Gesparte nicht einfach auf dem Girokonto liegen lassen“, sagt Simin Heuser. Stattdessen sollte man es auf ein Fest- oder Tagesgeldkonto einzahlen, es in die Altersvorsorge oder einen ETF-Sparplan stecken. Welche Geldanlage-Variante davon für einen die richtige sei, hänge vom Anlagehorizont ab.  

Wer über eine längere Zeit mit kleineren Beträgen Vermögen aufbauen wolle, für den sei in der Regel ein Aktien-ETF das Richtige – wie etwa der „MSCI-World“ oder der „MSCI Emerging Markets“. Wer hingegen schneller wieder auf das Geld zugreifen wolle, für den seien meist Fest- oder Tagesgeldkonten sinnvoller. 

Finanzcheck zum Jahresende

Hier und heute 25.11.2025 07:16 Min. Verfügbar bis 25.11.2027 WDR

Welche weiteren Vorteile ein Finanzcheck hat  

Eine Seniorin füllt eine Steuererklärung aus

Viele unerwartbare Ausgaben sind von der Steuer absetzbar.

Weiterer Vorteil eines Finanzchecks am Jahresende: „Wenn man ohnehin schaut, wofür man sein Geld ausgegeben hat, kann man das auch gleich für die Steuererklärung aufschreiben“, sagt Heuser. Was zum Beispiel vielen Menschen nicht klar sei: Außergewöhnliche Belastungen, Krankheitskosten wie etwa für Zahnersatz oder haushaltsnahe Dienstleistungen wie Handwerker-Kosten seien zumindest in Teilen von der Steuer absetzbar.  Und klar: Nur was noch bis Ende des Jahres ausgegeben wird, kann steuerlich für 2025 berücksichtigt werden. Unter Umständen könne es daher Sinn ergeben, noch in den kommenden Wochen einen neuen Computer fürs Homeoffice anzuschaffen. Viele nutzten etwa auch die letzten Wochen des Jahres für eine Spende – die man in aller Regel komplett von der Steuer absetzen kann.  

Wer das Jahr so finanziell für sich abschließe, könne zudem befreit und motiviert ins neue starten. Etwa mit dem guten Vorsatz, in den ersten Monaten einmal ein Haushaltsbuch zu führen. So habe man im Blick, wo sich bei großen Ausgaben Geld sparen lässt – ohne auf die schönen kleinen Dinge des Alltags verzichten zu müssen.