- Sendehinweis: Hier und heute | 17. Februar 2026, 16.15 - 18.00 Uhr | WDR
Die Preise in der Gastronomie sind in den vergangenen Jahren stark gestiegen, sagt Carsten Schabosky aus der WDR-Wirtschaftsredaktion, das zeigen Zahlen des Statistischen Bundesamts. Demnach gab es bei Hauptgerichten seit 2020 einen kontinuierlichen Preisanstieg von inzwischen 30 Prozent.
Bei den Restaurant-Preisen gibt es allerdings deutliche regionale Unterschiede – wie eine Untersuchung des Internet-Portals „Speisekartenweb" von 40 000 Restaurants und fünf Millionen Gerichten gezeigt hat. Die gute Nachricht: „Bei uns in NRW ist es grundsätzlich preiswerter als zum Beispiel in Süddeutschland“, sagt Schabosky. „In Stuttgart oder München zahlen die Leute fürs Essengehen noch mehr als bei uns.“
Doch auch im Westen gibt es Unterschiede. In Städten wie Wuppertal oder Herne ist das Essengehen etwa vergleichsweise günstig. In Düsseldorf und Köln hingegen müsse man mit höheren Preisen rechnen – insbesondere in beliebten Szenevierteln. Und es komme natürlich auch darauf an, ob es ein Imbiss ist oder ein gehobenes Restaurant.
Wird Essengehen wieder günstiger?
Hier und heute. 17.02.2026. 07:29 Min.. Verfügbar bis 17.02.2028. WDR.
Sinken jetzt die Preise oder nicht ?
Kunden ärgern sich natürlich über die extrem gestiegenen Preise. Bereits im vergangenen Jahr ergab eine Umfrage der Nürnberger GfK, dass mehr als die Hälfte der Verbraucherinnen und Verbraucher deswegen seltener ins Restaurant gehen. Was man dazu aber sagen müsse: „Die Wirte leiden auch“, sagt Schabosky. So haben diese im vergangenen Jahr laut Dehoga ein Minus von mehr als 15 Prozent im Vergleich zum Vor-Corona-Niveau 2019 gemacht.
Im Jahr 2024 wurde die Mehrwertsteuer für Speisen auf 19 % erhöht.
Hohe Energie- und Personalkosten sowie gestiegene Einkaufspreise für Waren und Lebensmittel machen den Gastonomen insbesondere seit der Pandemie zu schaffen. Hinzu kommt: Ab Januar 2024 mussten sie wieder den regulären Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent auf Speisen zahlen – nachdem dieser während der Corona-Krise auf sieben Prozent gesenkt wurde.
Zumindest das wurde nun aber zum 1. Januar 2026 wieder rückgängig gemacht. Wenn die Mehrwertsteuersenkung auch nicht dazu führen wird, dass das Essengehen jetzt wieder günstiger wird, sagt Carsten Schabosky. Unter anderem sei der Mindestlohn zum Anfang des Jahres wieder gestiegen. Und so werde der Großteil der Gastronomen damit lediglich die gestiegenen Kosten abfedern.
Fazit und Blick nach vorn
Die Mehrwertsteuersenkung sei im Grunde lediglich „ein Geschenk für eine Branche“, sagt Schabosky. Denn weder die Kunden profitierten davon, noch könne man dadurch positive Impulse für die Gesamt-Wirtschaft erwarten, „die uns allen nutzen würden“. Die Gastronomen selbst blicken daher auch nicht optimistisch in die Zukunft.
Das Rauchverbot in der Gastronomie gilt seit 2008 bundesweit.
In der Vergangenheit habe es aber schon häufiger düstere Prognosen seitens der Gastronomie gegeben – etwa beim Rauchverbot oder der Mindestlohn-Erhöhung. Trotzdem sei nicht „alles den Bach runtergegangen“. Das werde es auch künftig nicht, so Schabosky. Schließlich sei Essengehen ein Stück Lebensqualität, auf das viele nicht verzichten werden.
Aber: Die Gastronomie brauche nun neue Konzepte – wie digitale Bestellsysteme, mehr Regionalität, kleinere Portionen oder To-Go-Angebote. Und auch für uns Verbraucher hat Schabosky einen Tipp: Angesichts der hohen Preise achte er inzwischen „viel mehr auf Qualität“. Wenn es in einem Restaurant schlechtes Essen, hohe Preise und mangelhaften Service gebe, sollte man dort einfach nicht mehr hingehen.