- Sendehinweis: Hier und heute | 2. April 2026, 16.15 - 18.00 Uhr | WDR
Wer regelmäßig vor der Entscheidung steht, ob er das Auto, die Bahn oder das Fahrrad nimmt, könnte von einem Pedelec besonders profitieren, sagt Lothar Könekamp. Denn: „Wer ein E-Bike hat, fährt viel häufiger Rad, weil dadurch der innere Schweinehund sehr klein gehalten wird.“ Schließlich wisse man dann: „Egal ob Steigungen oder Gegenwind, ich komme nicht nur gut hin, sondern auch ohne Quälerei wieder zurück.“ Auch auf dem Land ist ein Pedelec sinnvoll, da hier oft längere Strecken etwa zur Arbeit oder in die nächste Stadt zurückgelegt werden müssen.
Wer hingegen in der Stadt wohne und nur kurze, ebene Strecken im Alltag zurücklegen möchte, für den sei das klassische Fahrrad die bessere Wahl. Hinzu kommt: Stadtbewohner haben häufig weniger Möglichkeiten, ein schweres E-Bike sicher und ohne großen Aufwand unterzustellen. „In den Keller trägt man das sicher nicht“, so Köhnemann.
Pedelec oder Fahrrad – Welches Rad ist für mich das richtige?
Hier und heute. 02.04.2026. 13:01 Min.. Verfügbar bis 02.04.2028. WDR.
Was man bei der Wahl beachten sollte
Große Unterschiede zwischen klassischem Fahrrad und Pedelec gibt es auch beim Preis. Für ein ordentliches Fahrrad, das sicher ist und lange hält, muss man laut Könekamp aktuell mit rund 1000 Euro rechnen, während ein gutes Pedelec meist erst ab rund 3000 Euro erhältlich ist.
Folgekosten, wie Wartungen oder ein neuer Akku, sind bei einem E-Bike höher.
Auch die Folgekosten sind bei einem E-Bike höher. „Eine Wartung kostet etwa 50 Prozent mehr als bei einem normalen Fahrrad“, sagt Könekamp. „Anstatt 100 Euro zahlt man also eher 150 Euro.“ Und auch der Akku muss in der Regel nach sechs bis sieben Jahren für etwa 500 Euro ausgetauscht werden.
Während ein klassisches Rad bei regelmäßiger Wartung mehr als 30 Jahre halten kann, seien es bei einem E-Bike eher zehn. Allerdings: „Wir stehen da bei der Entwicklung noch am Anfang“, sagt Könekamp.
Was man vor dem Kauf eines E-Bikes und Fahrrads bedenken sollte
Bei Pedelecs ist aber auch die Sicherheit immer wieder Thema. Dass es durch den Elektromotor häufiger zu Unfällen kommt – diese Einschätzung teilt Lothar Könekamp allerdings nicht. „Ich glaube, das liegt nicht an den E-Bikes, sondern an der Erfahrung.“ Denn mitunter würden Leute auf ein E-Bike steigen, die sehr lange nicht Rad gefahren sind. Daher sein Rat: „Erst einmal langsam damit üben.“
Auch die Brandgefahr durch den Akku sei sehr gering – wenn man zwei Dinge beachtet: „Keine billigen und günstigen Dritt-Akkus verwenden“, sagt Könekamp. „Und sobald ein Akku beschädigt ist, umgehend damit zur Wartung beim Fachhändler.“ Außerdem sollte man die Akkus nicht nachts in der Wohnung laden, während man schläft.
Vor dem Kauf sollte man das E-Bike testen und sich beraten lassen.
Letztlich kommt es bei der Entscheidung nicht nur auf den Antrieb und das Aussehen an. Auch Lenker, Sattel und Fahrgefühl spielen eine wichtige Rolle. Deshalb gilt: Vor dem Kauf unbedingt ausprobieren. So lässt sich am besten herausfinden, welches Rad wirklich zum eigenen Alltag passt.