- Sendehinweis: Hier und heute | 21. November 2025, 16.15 - 18.00 Uhr | WDR
Gemütliches Licht und ein angenehmer Geruch nach Apfel, Zimt oder Tannennadeln – gerade jetzt in der dunklen Jahreszeit sind Duftkerzen beliebt. Was vielen dabei nicht bewusst ist: Duftkerzen können beim Verbrennen Schadstoffe freisetzen, Kopfschmerzen verursachen und sogar Allergien auslösen.
Was man bei Duftkerzen und ätherischen Ölen beachten sollte
Duftkerzen seien aus zweierlei Gründen problematisch, sagt Kerstin Effers von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. „Zunächst können sowohl Menschen als auch Haustiere auf diese Duftstoffe empfindlich reagieren.“ So könnten diese zu Kopfschmerzen führen, die Atemwege reizen oder sogar Allergien auslösen.
Das zweite Problem: „In der Regel ist nicht klar, welche Duftstoffe im einzelnen diesen Duftkerzen von den Herstellern zugefügt wurden“, sagt Effers. Zudem hat eine Untersuchung des Fraunhofer Instituts ergeben: Duftkerzen belasten die Raumluft stärker mit Verbrennungsnebenprodukten wie Feinstaub und sogenannten Polyzyklische-Aromatische-Kohlenwasserstoffen (PAK) als herkömmliche Kerzen.
Ähnlich problematisch sieht Kerstin Effers ätherische Öle – die unter anderem in kleinen mit Wasser gefüllten Schalen über Teelichtern verdampft werden. Denn auch auf diese dabei freigesetzten Duftstoffe können Menschen und Tiere empfindlich reagieren.
Duftkerzen: Tipps, worauf es beim Kauf ankommt
Hier und heute. 21.11.2025. 06:49 Min.. Verfügbar bis 21.11.2027. WDR.
Warum man nicht auf Düfte und Kerzenschein verzichten muss
Frische Tannenzweige verbreiten einen wunderbar weihnachtlichen Duft.
Trotzdem: Niemand brauche in der dunklen Jahreszeit auf stimmungsvolle und weihnachtliche Düfte zu verzichten, sagt Kerstin Effers. Denn es gebe eine ganze Reihe von gesundheitlich unbedenklichen Alternativen. „Man kann zum Beispiel Orangen mit Nelken spicken oder frisches Tannengrün nehmen“, sagt Effers. Auch so entstehe ein angenehmer, feiner Duft im Raum.
Bei Kerzen sollte man solche ohne zusätzliche Duftstoffe verwenden, rät Effers. Zwar würden auch bei diesen beim Verbrennen Stoffe in die Raumluft abgegeben – allerdings weniger als bei den Duftkerzen. Zudem lasse sich die Schadstoffbelastung durch die richtige Nutzung minimieren.
Kerzen sollten demnach nicht in Zugluft stehen und der Docht höchstens ein Zentimeter lang sein. So bleibt die Flamme möglichst ruhig und rußt weniger. Außerdem sollte man den Docht zum Löschen kurz ins flüssige Wachs tauchen, etwa mit einem Streichholz. „Das verhindert das Nachrauchen“, sagt Effers. Wer dann noch ab und an lüftet – der könne den Kerzenschein unbeschwert genießen.
Worauf man bei Kauf und Entsorgung von Kerzen achten sollte
Beim Kauf von Kerzen könne man zudem auf das RAL-Gütezeichen achten, rät Kerstin Effers. Das Siegel gewährleiste, dass die Kerze möglichst schadstoffarm abbrennt. Die Art des Wachses mache in Bezug auf die Raumluftbelastung keinen großen Unterschied.
„Bienenwachs ist nachhaltig, wenn es nicht zu weit transportiert wurde", sagt Effers. „Aber relativ knapp und teuer, und deshalb wird es manchmal auch gestreckt oder gefälscht." Echte Bienenwachskerzen ließen sich an ihrem Geruch erkennen, der erst richtig zur Geltung kommt, wenn man die Kerze etwas reibt. Auch der typische weißliche Belag sei ein Zeichen für echtes Bienenwachs.
Bienenwachskerzen brennen in der Regel länger als andere Kerzenarten.
Achten sollte man aber auch auf die richtige Entsorgung der Kerzen, sagt Effers. Ganz wichtig etwa sei, die Aluhülsen von Teelichtern nicht in den Hausmüll zu schmeißen. „Die gehören in die gelbe Tonne oder zum Wertstoff-Hof." Noch besser sei es, ganz darauf zu verzichten und stattdessen Alternativen aus Glas zu verwenden – bei denen man lediglich den Kerzeneinsatz wechselt.
Auch Wachsreste seien ein wertvoller Rohstoff – und zu schade für den Müll. Stattdessen kann man sie in Unverpacktläden abgeben, die Sammelstellen für Kerzenreste sind. Wer möchte, könne damit auch selbst neue Kerzen gießen.